![]() |
Benutzerdefinierte Suche
|
| Startseite » Rezensionen von A - Z » Dream Theater - Six Degrees Of Inner Turbulence | ||
|
|
Albumbesprechung Dream Theater - Six Degrees Of Inner TurbulenceAnzeigeTitel: Six Degrees Of Inner Turbulence Erscheinungsjahr: 2002 Genre: Prog-Metal, Prog-Rock Bewertung: ![]()
Six Degrees of Inner Turbulence war das sechste Studio-Album von Dream Theater. Das Album erschien im Januar 2002 in der Stammbesetzung mit Petrucci, Portnoy, Myung, Rudess und LaBrie. Die Band konnte hier endlich einmal ihre schon lange geplante Doppel-CD realisieren. Wieder konnte sich die Band Tiefgründiges nicht verkneifen und platzierte offiziell sechs Songs auf ihrer sechsten Produktion. Dabei besteht die erste CD aus fünf Songs, die zweite praktisch aus einem Song über 42 Minuten - der jedoch in 8 Parts untergliedert ist. Diese 8 Parts kann man schon als Einzelsongs wahrnehmen, die Übergänge zwischen den Songs sind jedoch fließend. Das Album wird geprägt durch eine große stilistische Vielfalt. Dabei ließen alle Musiker ihre Wurzeln einfließen. So hört man Anleihen an Klassik ebenso wie Folk, Prog, Rock und Heavy Metal. Einige Parts huldigen direkt den Vorbildern der Band. Die Overture im Teil Goodnight Kiss und Grand Finale erinnert an The Wall von Kansas ( aus Leftoverture). Solitary Shell erinnert an Solsbury Hill von Peter Gabriel. Außerdem werden immer wieder Artisten wie Metallica, Tool, Radiohead, Pantera, Megadeth, U2, King's X und viele andere zitiert. Das Album wurde vielleicht auch aus diesem Grund kontrovers diskutiert und polarisierte recht stark. Ganz grob kann man sagen: entweder das Album wird geliebt oder gehasst.
Die Songs: Der erste Song The Glass Prison beginnt mit dem Kratzen vom Ende des Albums Metropolis 2. Mit diesem Song beginnt auch die AA-Saga von Drummer Portnoy, auf der er sich mit seiner Alkoholsucht auseinandersetzt. Musikalisch starte der Song schön atmosphärisch, wird dann aber recht heavy. Dazu gibt Petrucci ein typisch Neoklassisches Solo zum Besten. Blind Faith beginnt wieder recht atmosphärisch. Danach entwickelt sich ein, aus meiner Sicht, schöner Song von mittlerer Härte. Dem ersten fulminanten Gitarrensolo folgt ein nicht weniger fulminanter Instrumentalpart mit schönen Keyboardsoli. Misunderstood klingt balladesk und etwas melancholisch. Der Song klingt nach klassischem Pop bis Rock, wird aber mit ein paar abgedrehteren Parts angereichert. The Great Debate ist rhythmisch vertrackt. Der permanent unruhig wirkende Song kann überzeugen. Disappear ist eine nette Ballade mit einigen Anleihen an die Beatles. Das klingt zwar harmlos, aber nie schlecht. Die zweite CD besteht aus dem Mammutwerk Six Degrees of Inner Turbulence. Die Band hat diesen Song in acht Parts unterteilt. Diese Parts klingen musikalisch durchaus unterschiedlich. Dennoch werden viele Motive in den Parts immer wieder zitiert. Dies gibt musikalisch einen roten Faden zur inhaltlich zusammenhängenden Story, welche die Schicksale von Menschen behandelt, die an unterschiedlichen Psychosen leiden. Im Prinzip könnte man von einem Konzeptalbum sprechen. Die Overture klingt sehr symphonisch und orchestral und geht über in About To Crash. Der Song ist klassisch proggig angelegt. War Inside My Head klingt musikalisch so wie der Text - wirr und hart. The Test That Stumped Them All ist auch ein relativ harter Song, wirkt aber aufgeräumter als War Inside My Head. Nach den zwei harten Songs entspannt sich die Lage enorm, denn Goodnight Kiss ist ein wahrer Ohrenschmeichler. LaBrie hat hier allerdings stimmlich zu kämpfen, dafür klingt das Gitarrensolo in Gilmour Manier schön. Mit Solitary Shell legt die Band einen Song vor, der bewusst an Solsbury Hill erinnern soll. Das merkt man schon im Titel. Ich habe nun schon mehrfach gelesen, dass der Titel ein totaler Klon des Gabriel Songs ist. Möglicherweise habe ich was an den Ohren, aber das finde ich stark übertrieben. Ähnlichkeiten ja, aber sonst? Insgesamt ein schöner Song mit gelungenen Progparts. Das hatte Gabriel nicht zu bieten. Mit About To Crash legt die Band einen harten Gitarrenrock vor, der mit schönen Instrumentalparts klassischer Prägung aufwartet. Losing Time/Grand Finale beschließt das Album symphonisch und bildet gleichzeitig das Anfangsthema des nächsten Albums Train Of Thought. Es scheint so, als ob die Band mit steigendem Bekanntheitsgrad immer umstrittener wurde. Das vorliegende Album polarisiert, mehr oder weniger, stark. Wie eingangs erwähnt, wird es geliebt oder gehasst. Die erste CD kann, aus meiner Sicht, überzeugen und müsste jeden Dream Theater Freund überzeugen können. Auch CD 2 macht beim Anhören Spaß, auch wenn dieses Material nicht komplett überzeugen kann. Musikalisch kann man der Band, wie immer, wenig Schlechtes vorwerfen. Von daher ist auch Six Degrees Of Inner Turbulence ein empfehlenswertes Dream Theater Album.
Rezensent: MP
|