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Info und Diskographie: KansasKansas ist eine Band aus den USA, die ursprünglich dem Prog-Rock zugeordnet wurde und später eher dem Mainstream Rock angehörte. Dabei ist die endgültige Einteilung der Band schwer. Gerade der Prog-Rock in den USA war immer etwas anders gelagert als der klassische Prog aus Europa. US-Prog hatte immer mehr Einflüsse aus Blues, Rock und manchmal sogar Country. Außerdem hatte er oft eine etwas härtere Note. So auch bei Kansas. Vielleicht passt die Einteilung in Arena-Rockband etwas besser. Aber das ist Ansichtsache. Die klassische Prog-Phase der Band endete im Prinzip schon ab 1976, als Kansas immer mehr AOR Einflüsse hören ließ. Stilprägend für Kansas dürften, neben den oft dominierenden Gitarren, aus meiner Sicht der Gesang von Steve Walsh und die Violinensounds von Robby Steinhardt sein. Steinhardt prägte vor allem Live die Band.Die Anfangsgeschichte der Band ist etwas verworren. Die Wurzeln lagen dabei in einer Band namens The Reasons Why, die schon 1969 bestand. Diese Band, in der u. a. Kerry Livgren mit dabei war, nannte sich später Saratoga. Im Jahr 1970 nannte man sich dann Kansas. In der Besetzung war dann auch Phil Ehart dabei. Als Ehart nach England ging, wurde Kansas aufgelöst. Diese Band wird heute geschichtlich als Kansas I bezeichnet. Allerdings wurde diese Band wohl mit verändertem Line-Up weiterbetrieben. Unterdessen formierte Phil Ehart mit Dave Hope eine Band namens White Clover. Hier waren außerdem Robby Steinhardt, Steve Walsh und Rich Williams mit dabei. Als die Nachfolgeband von Kansas I aufgelöst wurde, wechselte Kerry Livgren zur Band von Phil Ehart. Man benannte diese Band dann in Kansas um. Diese Besetzung wird heute als Kansas III bezeichnet und bildet das Gerüst der endgültigen Kansas Formation. In der Band waren nun Phil Ehart, Dave Hope, Robby Steinhardt, Steve Walsh, Rich Williams und Kerry Livgren. Das war um 1972. Kurz später erhielt die Band einen Plattenvertrag und veröffentlichte ihr erstes Album. Das Debütalbum Kansas kam 1974 heraus und erreichte Platz 174 in den USA. Es stellte eine Art Prog-Rock dar. Genauer gesagt war es ein Gemisch aus US-Rock, symphonischen Anleihen und genretypischen Rhythmuswechseln. Die Band schöpfte durchaus aus dem Prog englischer Bands. Mit dem Debütalbum konnte die Band einen ersten Achtungserfolg landen. Ihr Plattenboss schien Kansas gut zu promoten, denn schon mit dem nächsten Album Song For America landete Kansas auf Platz 57 in den USA. Das dritte Album erreicht dann Platz 70. Die Band hatte sich damit einen festen Platz in der Rockszene und auch in der US-Progszene erspielt. Der endgültige Durchbruch gelang dann mit dem Album Leftoverture. Das Album konnte auf Platz 5 vorstoßen. Die ausgekoppelte Single Carry On Wayward Son wurde zu einem Bandklassiker und kam bis auf Platz 11 der Charts. Der Sound der Band näherte sich mit diesem Album dem so genannten AOR und wurde deshalb im AOR Radio auch häufig gespielt, was die Verkaufszahlen positiv beeinflusste. Noch besser lief es mit dem Nachfolgealbum Point Of Know Return. Das Album erreichte Platz 4 der Charts. Die Single Dust in The Wind, eine akustische Ballade, dürfte mit Platz 6 der Charts einer der größten Hits von Kansas gewesen sein. Außerdem wurde der Titelsong auch erfolgreich ausgekoppelt. Auch hier bewies die Band eine gute Hand für Werke, die recht eingängig waren und doch auch einen gewissen Anspruch erfüllten. Mit den Alben wurde die Band aber auch zu einem wichtigen Act des Arena Rock. Das heißt, es ging mehr um AOR bis Hard Rock denn um Prog-Rock. Die Band tourte recht erfolgreich und veröffentlichte das Live Album Two For The Show. Es konnte die Livequalitäten der Band gut belegen und erreichte Platz 32 der Charts. 1979 erschien das Album Monolith, das es auf Platz 10 der Albumcharts in den USA schaffte. Die Band arbeitete hier viele Themen der indianischen Geschichte Amerikas ein. Mit People Of The South Wind platzierten sie eine Single bis auf Platz 23 der Charts. Das Album verkaufte sich zwar gut, blieb aber insgesamt weit hinter den Erwartungen zurück und brachte der Band anstatt Platin nur Gold. Die Band konnte wohl mit der Enttäuschung nicht ganz so gut umgehen. Anfang der 1980er begannen sich erste Auflösungserscheinungen bei Kansas zu zeigen. Ein gewisses Problem soll die recht radikale Zuwendung von Kerry Livgren zu religiösen Themen gewesen sein. Sie zogen sich wie ein roter Faden durch die nächsten Alben. Audio Visions erreichte noch Platz 26, die Single Hold On schaffte es gerade noch in die Top 40. Nach dem Album wandte sich auch Dave Hope dem Christentum zu. Mit Steve Walsh verließ in der Phase einer der wichtigsten Musiker die Band. Für Steve Walsh kam der Sänger John Enfante, der religiös aus der selben Ecke wie Livgren kam. Das erste Album mit Enfante war Vinyl Confessions. Das Album konnte bis auf Platz 16 der Charts steigen. Mit der Single Play The Game Tonight stiegen Sie bis auf Platz 17 der Charts. Von den Chartplatzierungen her war das recht gut für die Band. Allerdings verkaufte sich das Album nach Stückzahlen nicht so gut wie alte Werke. Die Hinwendung an religiöse Themen verstärkte sich. Das zog auch eine ganz andere Fangemeinde an. Traditionelle Fans gingen, dafür gewann die Band Fans aus religiösen Kreisen. Mit dem Album Drastic Measures näherte sich die Band weiter dem HardRock bis AOR. Die Songs wurden mehrheitlich von Enfante und seinem Bruder geschrieben. Livgren schrieb praktisch kaum Songs, er arbeitete verstärkt an Soloproduktionen. Robby Steinhardt war nicht mehr bei den Aufnahmen dabei. Das Album schaffte nur noch Platz 41 in den USA. Die Single Fight Fire With Fire schaffte die Top 40 Charts nicht mehr, konnte sich dafür aber in den Billboard Mainstream Charts bis Platz 3 hocharbeiten. Das Album war das bislang kommerziellste der Band. Und es markierte vorerst das Ende der Band. 1985 kam es dann zu einer eigentlich erstaunlichen Neuformierung der Band. Livgren und auch Steinhardt waren nicht mehr dabei, zentrale Kraft war Steve Walsh. Der holte mit Steve Morse einen der besten Gitarristen jener Tage. Dazu kam Bill Greer am Bass. Das Album Power war ganz gut geraten. Es war rockig, musikalisch beeinflusste Morse durch sein Gitarrespiel das Geschehen. Die ausgekoppelte Single erreichte die Top 20 der Billboard Charts. Das Album selbst erreichte Platz 35 der Charts. Das nächste Album In The Spirit Of Things wurde kommerziell ein Reinfall. Die Band liebte das Album, auch viele Fans bezeichnen es als das Beste der Band. Aber In The Spirit Of Things kam nicht einmal mehr unter die Top 100. Nach dem Album verließ Steve Morse die Band. Man hörte nicht mehr viel von Kansas. Im Prinzip kann man sagen, die Band war aufgelöst. Im Jahr 1990 gelang es dann, das Original Line-Up der Kansas III Besetzung für eine Tour nach Europa zu bringen. Von der Originalbesetzung fehlte nur Steinhardt. Die Tour lief nicht schlecht. Während der nächsten Tour 1991 ging Livgren jedoch wieder, er wurde kurz durch Steve Morse ersetzt. Morse ging dann nach der Tour, der ehemalige zweite Gitarrist Rich Williams wurde zum ersten Gitarristen gemacht. Die anderen Gitarrenparts wurden vom Violinisten David Ragsdale gespielt. Diese Formation tourte noch bis 1997. Es erschien ein Live Album. 1996 wurde die Band in die Rock Walk Of Fame aufgenommen. 1997 verließen Keyboarder Robert und Violinist Ragsdale die Band. Dafür kam Robby Steinhardt zurück. 1998 nahm Kansas ein Album mit dem London Symphony Orchestra auf, das vor allem alte Werke der Band enthielt. Einen gewissen Erfolg erzielte das 2000er Album Somewhere To Elsewhere. Allerdings erreichte es nur Platz 13 der Billboard Internet Charts. Kansas tourte im selben Jahr mit Yes und ist seither immer wieder auf Konzertbühnen zu sehen. Seit 2006 allerdings wieder ohne den zwischenzeitlich zurückgekommenen Steinhardt, der wiederum durch Ragsdale ersetzt wurde. Die Band will angeblich in 2008 wieder ein Album herausbringen.Interessant ist die Tatsache, dass im Jahr 2002 die alte, eher unbekannte Kansas II Formation bislang unveröffentlichte Songs aus der Phase von 71 - 73 veröffentlichte. Das geschah jedoch, um Verwechslungen mit der damals aktiven Kansas Besetzung zu vermeiden, unter dem Bandnamen Proto-Kaw. Im Jahr 2004 veröffentlichte diese alte Kansas II Besetzung als Prot-Kaw das Album Before Became After. 2006 folgte das Album The Wait Of Glory.
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