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Albumbesprechung Dream Theater - Falling Into InfinityAnzeigeTitel: Falling Into Infinity Erscheinungsjahr: 1997 Genre: Prog-Metal, Prog-Rock Bewertung: ![]()
Falling into Infinity war das vierte Studioalbum von Dream Theater. Bei den Aufnahmen waren Petrucci, Portnoy, Myung, La Brie und Keyboarder Derek Sherinian mit dabei. Sherinian ging nach dem Album bzw. wurde gegangen. Das Album schloss stilistisch bedingt an den Vorgänger Awake an. Das Album klang nicht ganz so hart und nicht ganz so düster, wie der Vorgänger. Außerdem war das Album ingesamt vielleicht weniger komplex als andere Alben der Band. Dream Theater selbst waren mit dem Sound von Awake nicht ganz zufrieden, auch wenn das Album sehr gut ankam. Die Plattenfirma verlangte außerdem ein kommerzielles Album, was die Band eigentlich nicht wollte. Insgesamt lief es deshalb mit den Aufnahmen nicht besonders gut, die Band war letzten Endes nicht zufrieden mit dem Ergebnis. So gesehen könnte man Falling Into Infinity als ein Übergangsalbum betrachten. Einige Kritiker bezeichneten das Album als große Enttäuschung, ähnlich sahen es viele Fans. Die Songs: New Millennium eröffnet das Album stimmig. Der Song besitzt einen Mix aus eingängigen und progressiven Parts und ist nicht sehr hart eingespielt. You Not Me soll wohl eines der kommerziellen Zugeständnisse an die Plattenfirma sein, zumindest bat man Desmond Child um Mithilfe bei der Produktion. Peruvian Skies beginnt atmosphärisch und erinnert an Pink Floyd. Schön gelungen ist die Steigerung mit dem Gitarrensolo von Petrucci. Hollow Years ist auch wieder sehr kommerziell gehalten. Die Ballade kokettiert mit eingängigem Pop. Das klingt nicht schlecht, kann klassische Fans jedoch durchaus abschrecken. Burning My Soul legt an Härte zu. Ein Song, wie man ihn auch auf dem Debüt-Album hätte vermuten können. Hell's Kitchen ist ein Instrumental, das atmosphärisch gehalten ist. Der Song ist der Band gut gelungen und wird vor allem von der Gitarrenarbeit Petruccis bestimt. Lines in the Sand beginnt verspielt und erinnert wieder etwas an Pink Floyd. Danach gibt die Band aber Gas, der Song wird prog-rockig und funky. Gut gelungen ist der Break in den schönen atmosphärischen Part. Hier überrascht Petrucci mit Gitarrensounds, die sich irgendwo zwischen Gilmour und Knopfler bewegen. Take Away My Pain klingt wieder sehr eingängig. Der Popsong mit U2 Gitarrensounds klingt natürlich überhaupt nicht nach den klassischen Dream Theater. Just Let Me Breathe geht dafür gleich wieder härter zur Sache. Das liegt härtemäßig im gefühlten Metallica Bereich, überrascht aber mit harten Funkparts, wie man sie etwa von King's X kennt. Anna Lee ist eine schöne Pianoballade, die bisweilen an Queen erinnert. Trial of Tears bildet den guten Abschluss des Albums. Im Prinzip fasst die Band das Geschehen nochmal in einem Song zusammen und bietet eingängiges Material, härteres Material, pop-orientiertes Material und progressives Material. Ein insgesamt schöner Abschluss. Das Solo von Petrucci ist bemerkenswert und klingt verdächtig nach Jazz Fusion im Stil von Holdsworth, die folgende Instrumentalpassage hat sich ebenfalls gewaschen. Mit dem Part Wasteland klingt das Album harmonisch und ruhig aus. Schade, dass dieses Album allgemein so wenig geliebt wurde. Denn so schlecht ist es eigentlich nicht. Ein Problem ist vielleicht, dass die Band wohl doch zu relativ eingängigem Material geknechtet wurde. Dream Theater beweisen damit aber auch, dass sie praktisch jeden Stil bedienen können. Auch Petrucci spielt auf dem Album extrem variabel und klingt so mal wie Gilmour, mal wie Holdsworth oder wie die klassischen Shredder. Die Songs können letztlich durchaus überzeugen, einzig der Song You Not Me wirkt etwas übertrieben - aber trotzdem nicht schlecht. Dream Theater Fans dürfte das Album doch eine Nummer zu eingängig und kommerziell sein, aber die Band liefert letztlich immer noch ein gutes Rockalbum ab.
Rezensent: MP
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