Anzeige

Albumbesprechung Dream Theater - Falling Into Infinity

Interpret: Dream Theater

Titel: Falling Into Infinity

Erscheinungsjahr: 1997

Genre: Prog-Metal, Prog-Rock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Falling into Infinity war das vierte Studioalbum von Dream Theater. Eingespielt wurde es in der Besetzung Petrucci, Portnoy, Myung, La Brie und Keyboarder Derek Sherinian. Sherinian verließ die Band schon nach diesem einen Album wieder (oder er wurde gegangen). Das Album schloss stilistisch nur bedingt an den Vorgänger Awake an. Awake klang nicht ganz so hart und nicht ganz so düster wie der Vorgänger, außerdem war das Album weniger komplex als andere Alben der Band.

Die Realisierung von Falling Into Infinity war nicht ganz einfach. Die Plattenfirma verlangte ein kommerzielles Album, was die Band eigentlich nicht wollte. Insgesamt lief es deshalb mit den Aufnahmen nicht besonders gut, die Band war letzten Endes nicht zufrieden mit dem Ergebnis. So gesehen könnte man Falling Into Infinity als ein Übergangsalbum betrachten. Einige Kritiker bezeichneten das Album als große Enttäuschung, ähnlich sahen es viele Fans. Vor allem die, für Dream Theater Verhältnisse, kommerzielle Ausrichtung wurde immer wieder kritisiert.

Die Songs

"New Millennium" eröffnet das Album stimmig. Der Song besitzt einen Mix aus eingängigen und progressiven Parts und ist nicht sehr hart eingespielt. "You Not Me" soll wohl eines der kommerziellen Zugeständnisse an die Plattenfirma sein, zumindest bat man Desmond Child um Mithilfe bei der Produktion. "Peruvian Skies" beginnt atmosphärisch und erinnert an Pink Floyd. Schön gelungen ist die Steigerung mit dem Gitarrensolo von Petrucci. "Hollow Years" ist wieder sehr kommerziell gehalten. Die Ballade kokettiert mit dem eingängigem Pop. Das klingt nicht schlecht, kann klassische Fans jedoch durchaus abschrecken. "Burning My Soul" legt an Härte zu. Ein Song, wie man ihn auch auf dem Debüt-Album hätte vermuten können.

"Hell's Kitchen" ist ein Instrumental, das atmosphärisch gehalten ist. Der Song ist der Band gut gelungen und wird vor allem von der Gitarrenarbeit Petruccis bestimt. "Lines in the Sand" beginnt verspielt und erinnert wieder etwas an Pink Floyd. Danach gibt die Band aber Gas, der Song wird prog-rockig und funky. Gut gelungen ist der Break in den schönen atmosphärischen Part. Hier überrascht Petrucci mit Gitarrensounds, die sich irgendwo zwischen Gilmour und Knopfler bewegen. "Take Away My Pain" klingt wieder sehr eingängig. Der Popsong mit U2 Gitarrensounds klingt natürlich überhaupt nicht nach den klassischen Dream Theater. "Just Let Me Breathe" geht dafür gleich wieder härter zur Sache. Das liegt härtemäßig im gefühlten Metallica Bereich, überrascht aber mit harten Funkparts, wie man sie etwa von King's X kennt. "Anna Lee" ist eine schöne Pianoballade, die bisweilen an Queen erinnert. "Trial of Tears" bildet den guten Abschluss des Albums. Im Prinzip fasst die Band das Geschehen nochmal in einem Song zusammen und bietet eingängiges Material, härteres Material, pop-orientiertes Material und progressives Material. Ein insgesamt schöner Abschluss. Das Solo von Petrucci ist bemerkenswert und klingt verdächtig nach Jazz Fusion im Stil von Holdsworth, die folgende Instrumentalpassage hat sich ebenfalls gewaschen. Mit dem Part Wasteland klingt das Album harmonisch und ruhig aus.

Fazit Dieses Album wird allgemein wenig geliebt. Ein Problem ist zweifellos, dass die Band wohl doch zu relativ eingängigem Material geknechtet wurde. Für Progfans ist das kaum hinnehmbar, Dream Theater beweisen damit aber auch, dass sie praktisch jeden Stil bedienen können. Es ist gerade so, als ob sie je nach Lust und Laune ihre musikalische Farbe wechseln können. Gerade bei Petrucci bemerkt man das enorm: der klingt mal nach Gilmour, mal nach Holdsworth, oder The Edge oder irgendein Shredder. Bei aller berechtigter Kritik kann die Band durchaus gelungene Songs vorlegen, einzig You Not Me wirkt aus meiner Sicht etwas übertrieben kommerziell. Dream Theater Fans dürfte das Album eine Nummer zu eingängig und kommerziell sein, aber letztlich liefert die Band immer noch ein ordentliches Rockalbum ab.

Trackliste

  1. New Millennium 8:20
  2. You Not Me 4:58
  3. Peruvian Skies 6:43
  4. Hollow Years 5:53
  5. Burning My Soul 5:29
  6. Hell's Kitchen 4:16
  7. Lines in the Sand 12:05
  8. Take Away My Pain 6:03
  9. Just Let Me Breathe 5:28
  10. Anna Lee 5:51
  11. Trial of Tears 13:07
  1. It's Raining
  2. Deep in Heaven
  3. The Wasteland

Rezensent: MP

Anzeige