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Info und Diskographie: Genesis

Genesis gehörte einst zu den wichtigsten Vertretern des Prog-Rock. Mit King Crimson, Yes und ELP gehörte Genesis einst zu den großen 4 des Prog-Rock. Dabei muss man jedoch beachten, dass Genesis, wie die meisten anderen Bands, ihren Stil im Lauf der Zeit wesentlich veränderten. So kann man bei Genesis grob festhalten, dass die klassische Phase nach Erscheinen des 1974er Albums The Lamb Lies Down On Broadway endete. Die nachfolgenden Produktionen wandten sich dann in immer größerem Maß kurzen Songs zu und wurden immer eingängiger und poppiger. In der Prog-Phase überzeugte Genesis durch kunstvolle Arrangements. Sie war dabei vielleicht nie ganz so komplex wie andere, vor allem nutzte die Band vergleichsweise weniger Anleihen in der klassischen Musik. Eines der Kennzeichen waren aber die mehr als kunstvollen Texte. Genesis packte oft sehr phantasievolle Geschichten in die Songs. Bekannt war die Geschichte von dem Mädchen, das einem Jungen beim Krocketspiel den Kopf abschlug. Dessen Geist erschien später gealtert als Geist aus einer Spieldose (The Musical Box). Eine andere Geschichte erzählte vom Unkraut, dass ein ganzes Land verschlang (The Return Of The Giant Hogweed). Die Vollendung fand das im Album The Lamb Lies Down On Broadway, wo über die Länge von zwei CD's die surreale Geschichte des Jungen Rael und dessen Reise ins Ich erzählt wurde.

Als Entstehungsjahr der Band wird in der Regel das Jahr 1967 angegeben. Die Geschichte von Genesis beginnt jedoch schon im Jahr 1966. Da treffen sich die Teenager Peter Gabriel (dr, voc), Mike Rutherford (bass), Anthony Phillips (git) und Tony Banks (key) und gründen die Band The Anon. Die Musiker müssen sich ihr Equipment stellenweise leihen, sind aber von ihrer Sache überzeugt. Im selben Jahr geben sie ihr erstes Konzert in der Schule. Peter Gabriel fühlt sich dann in der Doppelrolle als Drummer und Sänger nicht so wohl, weshalb man mit Chris Stewart einen Drummer in die Band holt. Ende 1967 nimmt die Band dann ein richtiges Demo in einem Studio auf.

Anfang 1968 schafft es die Band, dass eine Plattenfirma das Stück The Silent Sun veröffentlicht. Der Song wird im BBC-Radio gespielt und Genesis erhält darauf hin die Chance, ein erstes Album aufzunehmen. Das Album From Genesis To Revelation wird in der Originalbesetzung eingespielt, allerdings ersetzt John Silver den etwas schwachen Drummer Stewart. Bei Silver zu Hause proben sie dann das Material für das Album, dass Anfang 1969 fertiggestellt wird. Das Album bekommt zwar einige gute Kritiken, wird aber weitgehend ignoriert. Rutherford und Phillips sind davon überzeugt, Profimusiker werden zu wollen. Gabriel zögert noch und Banks studiert weiter in Sussex. Die Band besteht weiter, übt unverdrossen und bastelt neues Material. Anfang 1970, inzwischen ersetzte Drummer John Mayhew den alten Drummer John Silver, gibt die Band eine Reihe von Konzerten. In einem Jazz Club in London fällt Genesis einem Talentsucher der Plattenfirma Charisma auf. Dort wird ihnen ein Vertrag angeboten. Die Band schlägt zu und nimmt das Album Trespass auf. Das Album zeigt eine Band, die ihre kunstvolle und phantasievolle Musik weiter kultiviert hat - aber noch etwas unausgereift klingt. Nach den Aufnahmen steigt Gitarrist Phillips aus. Die Band muss sich einen neuen Gitarristen suchen und wechselt bei der Gelegenheit auch gleich noch einmal den Drummer aus. So kommt durch Hinzunahme von Steve Hackett (git) und Phil Collins (dr) das klassische Line-Up der Band zustande.

In der neuen Besetzung erscheint im Jahr 1971 das vorzügliche Album Nursery Cryme, über das Keith Emerson nur sagte, das Album sei unglaublich. Allerdings gelingt ihnen damit noch kein Durchbruch. In ihrer Heimat England wird die Band noch weitgehend ignoriert. Große Erfolge feiern Genesis jedoch in Italien. Erst danach beginnt man sich in England mit der Band auseinander zu setzen. Indessen versucht die Band, ihre kunstvolle Musik auch Live zu präsentieren. Peter Gabriel präsentiert sich bewusst theatralisch, man versucht alle möglichen Effekte einzusetzen. Das bringt die Band an den Rand des Ruins. 1972 nimmt die Band dann das bahnbrechende Album Foxtrot auf. Das Album enthielt den ersten monumentalen Song der Band - Supper's Ready. Damit war klar, dass diese Band zu den ganz großen des Genres gehört. Schon das nächste Album Selling England By The Pound wird dann in England als Meisterwerk und Meilenstein der Band deklariert. Genesis hat damit den Durchbruch geschafft und steigt zum Superstar in Europa auf. Nur in den USA läuft es noch nicht ganz so gut.

1973 erscheint dann das Live Album Genesis Live, das einen Eindruck von der guten Live Präsenz der Band vermitteln kann. Die Band bringt Live sehr aufwändige Shows auf die Bühne, die jedoch weiterhin den Schuldenberg von Genesis erhöhen. Im Jahr 1974 will es die Band dann endgültig wissen und produziert das aufwändige Album The Lamb Lies Down On Broadway, dessen Live-Realisierung noch aufwändiger als alles bisherige ist. Das Album gerät zum Meisterwerk und dürfte den Zenith der Band markieren. Nie zuvor spielte die Band derart komplex und kunstvoll. Musikalisch ist das Album voll von genialen Momenten. Die Band feiert damit ihren bislang größten Erfolg (auch wenn sich der Vorgänger besser verkaufte). Auch Live läuft die Tour dazu sehr gut. Die Verkäufe liegen zwar etwas unter dem Vorgängeralbum. Dafür gelingt ihnen ein erster Achtungserfolg in den USA. Allerdings markiert das Album auch den ersten großen Wendepunkt der Band. Denn Peter Gabriel ist mit seiner persönlichen Situation nicht mehr zufrieden. Gabriel wurde immer mehr zum Mittelpunkt und zum Star der Band, womit er nicht gut klarkommt. Dazu wird während der Aufnahmen seine Tochter unter schwierigen Umständen geboren. Gabriel entscheidet sich gegen den Starrummel und für die Familie.

Für das Nachfolgealbum The Trick Of The Tail sucht die Band anfangs zwar einen neuen Sänger, entscheidet sich dann aber kurzerhand dafür, den bisherigen Backgroundsänger zum Leadsänger zu machen. Phil Collins wird als Drummer und Sänger praktisch zum Bandleader von Genesis. Mit Banks, Hackett und Rutherford nimmt er The Trick Of The Tail auf. Ein Album, das sich sehr gut verkauft. Es wird aber auch klar, dass die Strukturen der Band einfacher werden. Dennoch liefert die Band ein ordentliches Album ab. Das folgende Album Wind And Wuthering verkauft sich ebenfalls sehr gut und liegt stilistisch auf Augenhöhe des Vorgängers. Nach diesem Album verlässt Gitarrist Steve Hackett die Band. Das wirkt sich noch einmal auf den Bandsound aus. Der charismatische Gabriel und der außergewöhnliche Gitarrist Hackett bestimmten zu einem großen Teil den kunstvollen Sound der Band.

Der Ausstieg von Hackett bedeutet einen kompletten Neuanfang für die Band. Genesis beschließt mit Rutherford, Banks und Collins nur noch als Trio zu agieren. Live stellt man mit Daryl Stuermer (git) und Chester Thompson (drums) zwei Gastmusiker ein. 1978 erscheint das Album And Then There Were Three, das auch im Albumtitel die Neukonstellation der Band klarmacht. Das Album wird ein geradezu sensationeller Erfolg. Es liegt aber nun weit ab vom Genesis Sound alter Tage. Das hat wohl auch technische Hintergründe. Rutherford spielt neben Bass nun auch Gitarre, kann aber natürlich nicht an Qualitäten von Hackett heranreichen. Für ausufernde Klangmalereien fehlen ihm die Möglichkeiten. Auch Collins kann zwar ordentlich singen, kann aber nie das Charisma eines Gabriel erreichen. Die Band verlegt sich auf einfaches und eingängiges Material. Der Trend wird klar mit dem Album Duke. Dabei verkauft Genesis so viele Platten wie nie zuvor. Die Hoffnung der alten Fans auf eine Rückkehr zu alten Sounds wird mit Veröffentlichung des äußerst erfolgreichen Albums ABACAB zunichte gemacht. Die Band geht weiter Richtung Pop und erzielt die höchsten Verkaufszahlen damit.

Mit dem Live Album Three Sides Live erinnert Genesis noch einmal an alte Zeiten, verabschiedet sich aber endgültig davon. Die Nachfolgealben Genesis und Invisible Touch sprengen mit relativ seichtem Mainstream Pop alle bisherigen Verkaufszahlen und werden zu Bestsellern. Genesis ist endgültig eine Supergroup des Mainstream. Mit We Can't Dance legt die Band noch einmal einen ähnlich erfolgreichen Popper hin. Nach diesem Album beschließt die Band eine Auszeit, die sie auch brauchen kann. Denn Rutherford agierte schon eine Weile nebenher mit dem äußerst erfolgreichen Soft-Rock Projekt Mike & The Mechanics. Phil Collins war als Solokünstler zu diesem Zeitpunkt fast genauso erfolgreich wie mit der Band. Die Pause dauerte fünf Jahre, an ihrem Ende erklärte Collins den Ausstieg aus der Band. Die Band spielt sich dann mit dem Album Calling All Stations auf einen absoluten Tiefpunkt. Das Album ist gelinde gesagt bescheiden. Das Songmaterial war maximal durchschnittlich. Der neue Sänger Ray Wilson sang zwar nicht schlecht, wurde aber von den Fans abgelehnt.

Nach diesem Album war praktisch nichts mehr von Genesis zu vernehmen. Aber so eine Band tritt anscheinend nicht einfach ab. Überraschenderweise erklärte Phil Collins im Jahr 2006, dass man ein Comeback versuchen wolle. Das fand dann tatsächlich statt. Die anschließende Tour mit Banks, Rutherford und Collins plus Stuermer und Thompson wurde, wie erwartet, zum gigantischen Erfolg.

 

 

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