![]() |
Benutzerdefinierte Suche
|
| Startseite » Rezensionen von A - Z » Genesis - Nursery Cryme | ||
Anzeige |
Albumbesprechung Genesis - Nursery CrymeAnzeigeTitel: Nursery Cryme Erscheinungsjahr: 1972 Genre: Prog Rock Bewertung: ![]()
Nursery Cryme ist das dritte Studioalbum der Band Genesis. Mit diesem Album aus dem Jahr 1972 hatte die Band sozusagen ihren klassischen Prog-Sound gefunden. Kommerziell war es das bis dahin erfolgreichste Album. Im UK schafften es Genesis zum ersten mal in die Top 40. In Italien fand die Musik von Genesis einen enormen Anklang und Nursery Cryme erreichte überraschend Rang 4 der Charts. Bis zum Album The Lamb Lies Down On Broadway fanden Genesis hier zu ihrem klassischen frühen Line Up und Sound mit Peter Gabriel, Tony Banks, Mike Rutherford, Phil Collins und Steve Hackett. Auch wenn die Kritiker nicht immer gut mit dem Album zurecht kamen, so musste man Genesis eine deutliche Weiterentwicklung zugestehen. Das Album klang, im Vergleich zu den Folgealben, zwar noch etwas ungeschliffen. Aber die Band konnte sich musikalisch variabler darstellen. Von einigen Betachtern wird das vor allem auf die neue Struktur mit einem neuen Drummer und Gitarristen zurückgeführt. Gerade Hackett brachte sich und sein Gitarrespiel wesentlich vordergründiger ein, als es Phillips vermochte. Aber auch der Rest der Band hatte sich weiterentwickelt, was dem Album natürlich zugute kam. Dies gilt auch für die ungewöhnlichen Geschichten, welche die Band in ihren Songs erzählt. Gleich mit The Musical Box legt die Band einen Klassiker vor. Die Geschichte klingt sehr ungewöhnlich. Es geht um ein Mädchen, welches den Kopf des kleinen Harold beim Spiel mit einem Krocketschläger in einen Musikbox schlägt. Später entspringt dieser Spieldose/Musikbox der gealterte Harold, welcher in der Zeit eine Liebe zu dem Mädchen entwickelte. Als der gealterte Harold der Box entspringt, zerstört das Mädchen die Box und Harold in einem instinktiven Impuls. Inhaltlich geht es um mehr. Die Band geht zurück in die Zeit Viktorias und streift Themen wie Sexualität, Tod und Wiedergeburt. Interessanterweise basiert der Song auf einer idee des ausgeschiedenen Anthony Phillips. The Musical Box ist sicherlich einer der typischsten Songs der frühen Genesis und bietet alle Elemente des damaligen Bandsounds.For Absent Friends knüpft in stärkerem Maß an alte Folkidiome an. Der Song ist recht kurz und eingängig gehalten. Gesungen wird der Song vom neuen Drummer Phil Collins. Auch der nächste Song The Return of the Giant Hogweed wuchert, im wahrsten Sinn des Wortes, mit unglaublichen textlichen Ideen. Gabriel ließ seiner Phantasie freien Lauf und erzählt die Geschichte eines gigantischen Unkrauts, dass alles verschlingt. Basis dazu war ein realer Bericht in der Zeitung, nachdem sich in England ein Unkraut ausbreitete und bald große Flächen des Landes überzog. Gabriel verlegte den Ursprung wieder in das viktorianische Zeitalter. Auch dieser Song gehört zu den wichtigen klassischen Genesis Prog-Songs. Auf dem Song zeigte Hackett zum ersten Mal seine Tapping Technik und er dürfte damit einer der ersten Gitarristen gewesen sein, der diese Technik offiziell auf einem Album vorstellte. Seven Stones ist ein ruhiger Song mit leichtem Rocktouch und einer etwas traurigen Note. Harold The Barrel ist bewusst eingängig gehalten. Das klingt fast schon witzig und transportiert die skurille Story ganz gut, welches sich an die Blödler der Serie Carry On anlehnt. Harlequin ist ein weiterer recht eingängiger Song. Irgendwie wirkt das mit seiner Nähe zum Westcoast Folk von Crosby Stills Nash & Young auch fast schon wie ein Kinderlied. The Fountain Of Salmacis ist ein recht langer und teilweise komplexer Song mit aufwändiger Story über einen Hermaphroditen und dessen Begegnung mit der Nymphe Salmacis. Steve Hackett durfte hier Akzente setzen, der Gesang geht insgesamt etwas unter. Nursery Cryme gehört zu den eher eingängigen Werken des klassischen Prog. Genesis bieten hier einen ausgewogenen Mix aus komplexem Material und eingängigen Songs. Damit hatte die Band schon in etwa ihren Sound für die nächsten Jahre definiert. Wer sich für den klassischen Prog von Genesis interessiert, der findet hier sicherlich einen guten Einstieg.
Rezensent: MP
Zurück zu Kurzbio, Diskographie & CD Tipps Genesis » Inhalt A - Z
|