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Albumbesprechung Dream Theater - Systematic Chaos

Interpret: Dream Theater

Titel: Systematic Chaos

Erscheinungsjahr: 2007

Genre: Prog-Metal, Prog-Rock

Bewertung: Wertung: 9 von 10 Sternen

(9/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Systematic Chaos war das neunte Studioalbum von Dream Theater. Es erschien im Jahr 2007 in der Stammbesetzung Petrucci, Portnoy, Myung, Rudess und LaBrie. Auch auf diesem Album gab sich die Band stellenweise betont hart, allerdings kamen auch andere Stilistiken nicht zu kurz. Stilistisch wird das Album von vielen Betrachtern mit Awake verglichen.

Die Songs

"In The Presence Of Enemies Pt. I" ist ein längerer Track, der stellenweise schön progressiv klingt und im Verlauf des Stückes angenehm rockig wird. "Forsaken" erzählt eine nette Vampirgeschichte. Der Song wird vor allem vom Piano bestimmt, erhält aber durch das prägnante Gitarrenriff eine rockige Note. "Constant Motion " beginnt zwar prog-rockig, wird dann aber härter und erinnert einmal mehr an Metallica. Ab etwa 3:45 leitet ein schöner Basspart einen Instrumentalpart ein. Der unterlegte Gitarrenrhythmus erinnert an frühe Arbeiten von Al Di Meola. Textlich beschreibt Portnoy im Song seine anscheinend bisweilen schwierige Art. Der Song gibt das gut wieder. "The Dark Eternal Night" langt kräftig hin. Das geht ultratief und fett ab und hört sich an wie eine Mischung aus Thrash und Industrial. Der Refrain klingt dagegen fast schon melodisch, der Mittelteil ist wieder mit vielen guten Ideen angenehm aufgebaut. "Repentance" ist wieder ein Song aus der AA-Saga von Portnoy. Überraschenderweise ist dieser Song aus dem Zyklus relativ slow und wenig hart. Der Song beginnt atmosphärisch, manchmal klingt das schön psychedelisch.

"Prophets of War" wurde von LaBrie beigesteuert. Die Story orientiert sich an einer Geschichte nach J. C. Wilson, wobei es um die Hintergründe des Irak-Krieges geht. Der Titel kann als Wortspiel umgedeutet werden und hieße dann "Profit from War", was die Intention des Textes klarmacht. Der Song ist recht interessant gestrickt. Nach blubbernden Keyboards und Pianosounds bietet die Band u. a. ein Kompendium diverser Rhythmen. "The Ministry of Lost Souls " behandelt die Geschichte eines Menschen, der bei der Rettung einer Ertrinkenden sein Leben lässt. Die Gerettete verspürt darüber so lange Bedauern und Kummer, bis sie sich wieder mit dem Retter vereinigen kann. Der Song ist relativ dramatisch bis melodramatisch aufgebaut, bewegtere progressive Parts gibt es zwischen 7:20 bis 10:50. "In the Presence of Enemies Pt. 2" ist der zweite Part vom ersten Song des Albums. Beide Teile gehören im Prinzip zusammen, inhaltlich gibt es einige Gemeinsamkeiten. Das atmosphärische Intro erinnert sehr an Pink Floyd. Danach bietet der relativ lange Song praktisch alles von Soft bis Hart. Bemerkenswert sind die teilweise abgedrehten Instrumentalparts zwischen 6:00 und 14:00.

Fazit Mit Octavarium zeigten sich, nach meiner Ansicht, bei Dream Theater gewisse Abnutzungserscheinungen. Umso mehr kann die Band mit dem Album Systematic Chaos überraschen. Die Band spielt wieder zwischen Prog-Metal und Prog-Rock, wie immer mit einigen Zitaten an anderen Stilistiken und Bands. Gegenüber Octavarium kann man eine größere Grundhärte feststellen, aber insgesamt bietet die Band den gewohnt breiten Querschnitt über alle Stile. Vor allem die hochklassigen progressiven Instrumentalparts kommen nicht zu kurz, und das ist gut so, weil es diese Band zu einem guten Stück ausmacht und definiert.

Trackliste

  1. In the Presence of Enemies Pt. 1 - 9:00
    1. Prelude
    2. Resurrection
  2. Forsaken - 5:36
  3. Constant Motion - 6:55
  4. The Dark Eternal Night - 8:51
  5. Repentance - 10:43
    1. Regret
    2. Restitution
  6. Prophets of War - 6:01
  7. The Ministry of Lost Souls - 14:57
  8. In the Presence of Enemies Pt. 2 - 16:38
    1. Heretic
    2. The Slaughter of the Damned
    3. The Reckoning
    4. Salvation

Rezensent: MP

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