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CD-Kritik Barclay James Harvest - Octoberon
Titel: Octoberon Erscheinungsjahr: 1976 Genre: Soft-Rock, Art-Pop Bewertung: ![]()
Octoberon ist das siebte Studioalbum der englischen Band Barclay James Harvest. Es erschien in einer Phase, als es mit der Band immer besser lief. Nachdem es Time Honoured Ghosts immerhin bis auf Rang 32 der UK-Charts geschafft hatte, konnte Octoberon bis auf Rang 19 der UK-Charts klettern. Allerdings musste man hier auch einen weiteren Umbruch beachten, es sollte wohl weiter Richtung Mainstream gehen. Die Keyboards wurden recht weit zurückgemischt. Die gefälligen Harmonien alter Alben fehlten mehr oder weniger. John Lees Gitarrensounds klingen oft relativ hart und erinnern manchmal an fuzzige Pub-Rock Sounds. Die Songs: The world goes on ist eine ganz schöne Ballade mit Akustikgitarre und schönen Streicherpassagen. Die etwas fuzzigen Gitarrensoli sind nicht schlecht. May day startet poppig. Nach knapp 5 Minuten beginnt ein ganz anderer Part - von der Orgel unterlegt geben verschiedene Chöre ihre Aufwartung. Das klingt alles richtig gut. Ra ist der einzige Beitrag von Woolly Wolstenhome. Im Prinzip war es schade, dass er sich hier so rar gemacht hat, denn Woolly hat immer wieder diese schönen Songs mit viel Prog- und Symphonicanteil gebracht. So auch hier. Ra beginnt echt klasse. Danach geht der Song in einen soften balladesken Stil über. Nach gefälligen Gitarrenparts wird dann das Intro noch mal wiederholt. Rock 'N' Roll Star gehört zu den bekanntesten Songs der Band, sie spielten ihn Live auch immer gerne. Der Song ist stilgerecht etwas rockiger, das klingt nicht schlecht, unterhält ordentlich und läuft eben so nebenher. Polk Street Rag ist eine sonderbare pseudo-rockige Nummer, der aber jeder Druck fehlt. Das klingt so, als ob die Band noch Raum füllen musste. Selbst für AOR-Verhältnisse klingt das fast zu einfallslos. Believe in me macht in softer Form da weiter, wo Polk Street Rag in rockiger Form begann. Sehr eingängig, sehr mainstream. Nicht schlecht, aber irgendwie auch nicht so richtig überzeugend. Suicide? behandelt ein äußerst sensibles Thema. Der Song beginnt dementsprechend sehr bedeutungsschwanger, aber die Jungs setzen das Thema sehr stimmungsvoll um. Das klingt nicht mal schlecht, der Musique Concrete Abschluss ist ganz nett gemacht. Aus meiner Sicht zählt Octoberon zu den besten BJH Alben. Auch hier bewegt sich die Band zwar praktisch komplett im Mainstream Bereich, aber das klingt doch immer wieder ganz gut. Wenn da nur nicht wieder diese unerklärlichen Aussetzer wären. Polk Street Rag ist aus meiner Sicht ein Totalausfall, Songs wie Believe In Me können die Kurve gerade noch bekommen. Aber mit solchen Songs schrammt die Band eben immer wieder am Bereich der Belanglosigkeit vorbei. Schade, aber das ist irgendwie auch das Los von BJH. Dennoch würde ich Octoberon als eines der besten Alben der Band bezeichnen, vor allem weil Songs wie Ra, Suicide oder auch The World Goes On und May Day ganz gut sind. Die Tracks:
Rezensent: MP
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