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CD-Kritik: Pink Floyd - Pulse

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Interpret: Pink Floyd

Titel: Pulse

Erscheinungsjahr: 1995

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 3 von 10 Sternen
(3/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Pulse ist ein Live Album der Band Pink Floyd. Es wurde 1995 veröffentlicht. Das Album enthält Liveaufnahmen mit Songs der Alben The Piper at the Gates of Dawn, Meddle, Dark Side of the Moon, Wish You Were Here, The Wall, A Momentary Lapse of Reason und The Division Bell. Aufgenommen wurde das Ganze im Rahmen der Division Bell Tour, die sicherlich eine der erfolgreichsten Tourneen der Band war. Die Band war auf der Höhe ihres kommerziellen Erfolges - aber weit weg von ihren Wurzeln. Auch wenn Gilmour das oft dementierte, scheint die Band einiges Material im Studio nachbearbeitet zu haben. Das weiß man heute, da es einige Bootlegs gab, auf denen man die Schnitzer hören konnte. Pulse war recht erfolgreich und kam in den USA und im UK auf Platz 1 der Charts. Allerdings kamen die Kritiker mit dem Album nicht so gut zurecht und bewerteten das Album in der Regel nicht gut.

Bei einem Live-Album gibt es, nach meiner Ansicht, nicht viele Kompromisse. Entweder man spielt das Material originalgetreu und ordentlich ein oder man improvisiert viel. Außerdem wäre es schön, eine gewisse Spielfreude zu erkennen. Schlecht ist es, wenn man seine eigenen Songs schlechter interpretiert als sie eigentlich sind. Shine On You Crazy Diamond spielt die Band auf Pulse relativ eng am Original nach. Das klingt ordentlich. Aber schon mit Astronomy Domine habe ich dann so meine Probleme. Die Band versemmelt den Song total. Wer diese Pulse-Version ernsthaft lobt, der sollte sich im direkten Vergleich die Version auf dem Live-Album Ummagumma anhören. Das sind musikalische Welten. Auf die Songs von A Momentary Lapse Of Reason und Division Bell gehe nicht speziell ein. Die Songs fand ich auf den Alben schon mittelmäßig, Live wurde nichts besseres aus den Songs gemacht. Another Brick In The Wall Part 2 funktioniert dann wieder recht gut. Alles in allem schafft es die Band auf der ersten CD zu keinem Zeitpunkt, die Originale lebendiger zu machen. Eine gewisse Ausnahme bildet vielleicht Shine On You Crazy Diamond und mit Abstrichen Another Brick In The Wall. Aber das war es dann wirklich.

Auch CD 2 mit der Livevertonung von The Dark Side Of The Moon lässt sich nicht eben gut an. Eigentlich war es genau diese Vertonung des legendären Albums, welche die Initialzündung für das Livealbum gegeben hat. Man muss nun nicht alles auf die berühmte Goldwaage legen. Die Band spielt Time gut ein, Money hört sich auch ganz gut an. Aber sonst schafft es die Band nur selten, die Intensität der Originale zu erreichen. Ich habe zu dem Liveteil schon einige gut gemeinte Bewertungen gelesen. Besonders die gesanglichen Leistungen von Sam Brown wurde oft herausgehoben. Aber gerade hier spielt sich aus meiner Sicht die größte Tragödie ab. Schauplatz ist der Song The Great Gig In The Sky. Es ist nun wirklich nicht so, dass die Frauen um Sam Brown nicht singen können. Aber das Album Dark Side Of The Moon hatte einige geniale Elemente. Viele Fans sprechen geradezu ehrfürchtig vom sensationellen Gesangspart der Sängerin Clare Torry auf dem Original. Im direkten Vergleich wird das auf Pulse fast schon peinlich und schlimm.

Zu Live-Alben hat sicherlich jeder seine eigene Meinung. Ein schlecht eingespieltes Album kann hier selten überzeugen, auch eine rein klinische Interpretation von Studiosongs ist nicht das Gelbe vom Ei. Pink Floyd präsentieren mit Pulse ziemlich geleckte Aufnahmen, welche man im Nachhinein sogar nachbesserte. Sie verleihen damit aber keinem Song mehr Leben. Aus meiner Sicht muss man das Album Pulse als ein enttäuschendes Live-Album bezeichnen. Als abschreckende Beispiele mögen die Interpretationen von The Great Gig In The Sky und Astronomy Domine dienen. Die blinkenden Lämpchen im Cover können das alles nicht retten.

Trackliste

    Disc one
  1. Shine On You Crazy Diamond (Parts 1-5 and 7) (David Gilmour, Roger Waters, Richard Wright) – 13:35
  2. Astronomy Domine (Syd Barrett) – 4:20
  3. What Do You Want from Me (Gilmour, Wright, Polly Samson) – 4:10
  4. Learning to Fly (Gilmour, Anthony Moore, Bob Ezrin, Jon Carin) – 5:16
  5. Keep Talking (Gilmour, Wright, Samson) – 6:52
  6. Coming Back to Life (Gilmour) – 6:56
  7. Hey You (Waters) – 4:40
  8. A Great Day for Freedom (Gilmour, Samson) – 4:30
  9. Sorrow (Gilmour) – 10:49
  10. High Hopes (Gilmour, Samson) – 7:52
  11. Another Brick in the Wall (Part Two) (Waters) – 7:08
  12. One of These Days (nur auf Tape und LP) (Gilmour, Waters, Wright, Nick Mason) – 6:45
    Disc two (The Dark Side of the Moon)
  1. Speak to Me (Mason) – 2:30
  2. Breathe (Gilmour, Waters, Wright) – 2:33
  3. On the Run (Gilmour, Waters) – 3:48
  4. Time (Gilmour, Waters, Wright, Mason) – 6:47
  5. The Great Gig in the Sky (Wright, Torry) – 5:52
  6. Money (Waters) – 8:54
  7. Us and Them (Waters, Wright) – 6:58
  8. Any Colour You Like (Gilmour, Wright, Mason) – 3:21
  9. Brain Damage (Waters) – 3:46
  10. Eclipse (Waters) – 2:38
  11. Wish You Were Here (Gilmour, Waters) – 6:35
  12. Comfortably Numb (Gilmour, Waters) – 9:29
  13. Run Like Hell (Gilmour, Waters) – 8:36
  14. Soundscape (nur auf Tape und LP) (Gilmour, Wright, Mason) – 22:00

Rezensent: MP