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Albumbesprechung Led Zeppelin - Houses Of The Holy

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Interpret: Led Zeppelin

Titel: Houses Of The Holy

Erscheinungsjahr: 1973

Genre: Heavy Metal, Hard Rock, Folk Rock

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen
(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Houses Of The Holy ist das fünfte Album der Band Led Zeppelin. Das Album erschien im Jahr 1973 und war wieder ein großer Erfolg für die Band - in den USA und im UK erreichte es Rang 1 der Charts. In den USA gab es immerhin 11-fach Platin für das Album. Allerdings blieben die Verkaufszahlen hinter denen des vierten Albums oder auch Physical Graffiti zurück. Die Kritiken zum Album fielen verhalten aus. Besonders im Erscheinungsjahr gab es auch weniger gute Bewertungen - so bewertete der Rolling Stone das Album als nicht empfehlenswert. Allerdings zählt man auch Houses Of The Holy mittlerweile zu den wichtigen Alben der Rockmusik.

Houses Of The Holy war das erste Album der Band, das nicht den Namen der Band im Titel trug bzw. nicht die typische Durchnummerierung aufwies. In dem Fall bedeutete das Album fast so etwas wie eine neue Zeitrechnung in Sachen Led Zeppelin. Die Band löste sich sehr deutlich von den alten Wurzeln. Der Blues spielte nur noch eine untergeordnete Rolle. Die Gitarrenarrangements wurden ausgefeilter. Der Einfluss von John Paul Jones's Keyboardspiel wurde größer. Die Band experimentierte viel mehr und nutzte viele neue Studiotechniken. Wenn man so will, entwickelte sich Led Zeppelin von einer Hard-Rock Band zu einer Rockband. Zum ersten Mal ließ die Band auch ganz neue Stilistiken einfließen. So hörte man hier zum ersten Mal Reggae und Funk von Led Zeppelin.

Die Songs:

The Song Remains the Same eröffnet das Album druckvoll und abwechslungsreich. Die Band gibt einen ersten Fingerzeig auf ihren neuen Sound. The Rain Song schaltet dann einen Gang zurück. Der Song ist relativ ruhig gestaltet. Die zugrunde liegende Melodie ist schön gemacht, interessant sind die Mellotron Spielereien von Jones. Over the Hills and Far Away beginnt als akustische Folk-Nummer, um sich dann zu einem groovigen Rocksong zu entwickeln. The Crunge ist die erste große Überraschung, denn Led Zeppelin goes Funk. Das Tribut an James Brown klingt gut und druckvoll. Dancing Days ist wieder ein reinrassiger Rocker, allerdings sehr abwechslungsreich gestaltet. D'yer Mak'er ist die nächste große Überraschung. Ein Wortspiel, das auf englisch in etwa Jamaica ergibt. Auf Jamaica wird Reggae gespielt - und das macht Led Zeppelin hier auch. Auch hier enttäuscht die Band nicht. Der Song klingt glaubhaft und vor allem sehr lustig und unterhaltsam. No Quarter wird getragen vom Keyboardspiel John Paul Jones'. Es handelt sich hier sicherlich um eines der Meisterstücke von Jones. Der Song klingt immer etwas geheimnisvoll, Plant singt unglaublich intensiv. Und zum Abschluss bietet uns die Band dann noch einen klassischen Heavy Riffrocker - The Ocean. Der klingt nicht gerade neu, aber dennoch gut.

Houses Of The Holy ist ein erstaunliches Album. Eigentlich hätten Led Zeppelin nach dem Riesenerfolg von IV auf der Erfolgswelle weiterreiten können. Aber die Band änderte ihr Konzept. Das kam damals nicht bei allen Kritikern gut an. Sowieso wurde die Band ab Mitte der 1970er oft ziemlich übel verrissen. Für mich persönlich hatte Led Zeppelin mit IV - Houses Of The Holy - Physical Graffiti ihre beste Phase. Nachdenklich macht da schon, dass der Rolling Stone das Album damals übel verrissen hat - es mittlerweile jedoch mit Höchstpunkten bewertet hat und in der Top 500 Liste relativ weit oben führt. Aber später ist man bekanntlich immer etwas schlauer.

Trackliste

  1. The Song Remains the Same (Jimmy Page, Robert Plant) – 5:32
  2. The Rain Song (Page, Plant) – 7:39
  3. Over the Hills and Far Away (Page, Plant) – 4:50
  4. The Crunge (John Bonham, John Paul Jones, Page, Plant) – 3:17
  5. Dancing Days (Page, Plant) – 3:43
  6. D'yer Mak'er (Page, Plant, Jones, Bonham) – 4:23
  7. No Quarter (Page, Plant, Jones) – 7:00
  8. The Ocean (Page, Plant, Jones, Bonham) – 4:31

Rezensent: MP