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Rezensator.de: Albumbesprechung Lake - Lake IIAnzeigeTitel: Lake II Erscheinungsjahr: 1978 Genre: Westcoast-Rock, Country-Rock Bewertung: ![]()
Lake II ist das zweite Album Deutschen Band Lake. Das Album erschien im Jahr 1978. Die Ansprüche an die Band waren nach dem überraschenden Erfolg des Debütalbums relativ hoch. Lake präsentierte eine recht ausgefuchste Kombination aus komplexen Instrumentalparts, welche aber auf extrem eingängige Mainstream-Melodien trafen. Wie gesagt, fand die Band mit dem ersten Album großen Zuspruch. Auch in den USA nahm man von der Band aus Deutschland Notiz. Daher wollten es die Jungs mit dem zweiten Album wohl wissen. Man produzierte bzw. mixte einiges im berühmten Studio Caribou Ranch in Colorado. Die Band Lake war eine der großen Überraschungen der 70er Jahre, denn Lake waren nach Ansicht vieler Kritiker die einzige Deutsche Band, die internationalen Ansprüchen genügte. Es gab zwar sicherlich andere Deutsche Bands, welche da mithalten konnte, aber Lake war zweifellos eine außerordentlich professionelle Band. Das erste Album Lake war die Überraschung des Jahres 1976. Zu der Zeit war James Hopkins-Harrison Sänger. Geoff Peacy ergänzte die englische Fraktion der Band. Auf Lake II waren außerdem Gitarrist Alex Conti, Bassist Martin Tiefensee, Drummer Dieter Ahrend und Keyboarder Detlef Petersen mit dabei. Möglicherweise hatte die Band schon mit diesem zweiten Album den Zenit erreicht, denn die Erfolgskurve zeigte in der Folge nach unten. Aus meiner Sicht ließ die Qualität der Alben ab 1980 kontinuierlich nach. Im Jahr 1991 verstarb Harrison und Lake löste sich auf. Ich habe eingangs eigentlich schon relativ viel zu Lake gesagt. Die Musik der ersten Alben war sehr professionell dargeboten. Ich denke schon, dass Hopkins-Harrison und Peacy eine entscheidende Rolle spielten. Daneben dürfte vor allem Detlef Petersen den Sound stark mitgeprägt haben. Dieser häufig zutiefst in US-Tradition stehende Sound dürfte einer Summe verschiedener Faktoren geschuldet sein. Hopkins-Harrison war ein Sänger internationalen Formats. Dazu brachte Peacy viel internationales Flair ein. Aber auch die beteiligten Deutschen Musiker konnten internationalen Maßstäben durchaus standhalten. Vor allem Petersen dürfte den Sound der Band mitgeprägt haben. Alex Conti hält sich an der Gitarre extrem zurück, spielt aber songdienlich und gut. Auch Bass und Drums unterstützen die Songs unaufdringlich, aber professionell. Lake II hätte genausogut von einer amerikanisch Westcoast Band sein können. Die Musik klingt sauber und professionell. Der Opener Welcome To The West steht synonym für den eher unaufdringlichen PopRock Charakter der Band. Mit Love's the Jailor bietet die Band einen Pianosong an, der durchaus von Elton John hätte stammen können. Diesem Grundmuster folgen die restlichen Songs. Das klingt alles locker, mit diesem typischen Westcoast Flair. Manchmal driftet Lake dabei angenehm in Richtung Country-Rock. Ganz interessant sind auch auf diesem Album die subtilen Anspielungen an Prog-Rock Größen. So hört man doch das eine oder andere Mal gewisse Anspielungen an Genesis und Yes, vor allem in Vokalharmonien. Lake legt mit dem zweiten Album ein eigentlich makelloses Album vor. Aber das klingt vielleicht etwas zu perfekt. Das ist das Kreuz mit Bands, welche im Bereich Westcoast/Country-Rock musizieren. Das klingt immer gut und meistens perfekt - aber zugleich auch etwas steril. Was so einem Album oft fehlt, sind die Highlights. Dennoch gehört Lake II zu den besten Produktionen des Jahres 1978 aus deutschen Landen. Für Freunde des Mainstream Rock und des eher gediegenen Rock ist das Album eine gute Wahl.
Rezensent: MP |