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CD-Kritik: Lenny Kravitz - Let Love RuleAnzeigeTitel: Let Love Rule Erscheinungsjahr: 1989 Genre: Retro-Rock Bewertung: ![]()
Let Love Rule war das Debütalbum von Lenny Kravitz. Es erschien im Jahr 1989 und konnte sich gleich relativ gut in den wichtigen Charts platzieren (USA Platz 61, UK Platz 56). Kravitz überraschte damals mit seinem Retro-Rocksound, der relativ stark vom Sound des 70er Jahre Rock beeinflusst war. Die Songs: Relativ Retro geht es mit Sittin' On Top of the World los. Der Song gräbt zwar tief im Funk und Soul der späten 1960er, stellt aber nie nur einen Klon damaliger Acts dar. Der nächste Song Let Love Rule klingt etwas anders. Der Song ist balladesk angelegt, der Refrain zitiert mehr oder weniger stark die Beatles, zumindest was die Harmonien angeht. Freedom Train klingt funky und leicht schräg, vor allem die ultraverzerrte Wahgitarre klingt interessant. My Precious Love ist eine soulig gospelige Ballade. I Built This Garden For Us erinnert wieder an Beatles Harmonien, vor allem das Intro mit dem Pseudostreichersound kommt dem Sound der Beatles ziemlich nahe. Fear ist eine Co-Produktion von Lisa Bonet und Kravitz. Der balladeske und soulige Song wird immer wieder mit rockigen und psychedelischen Parts angereichert. Does Anybody Out There Even Care fängt mit einem ruhigen E-Pianointro an. Danach wird es moderat rockig. Von der Rezeptur erinnert auch der Song wieder an die Beatles. Mr. Cab Driver wurde damals erfolgreich ausgekoppelt. Der Song rockt cool und lässig. Rosemary war die nächste Co-Produktion von Kravitz und Bonet. Der Song ist wieder recht balladesk gestaltet. Be knüpft mit einem Mix aus Soul und Beatles wieder an die späten 1960er/frühen 1970er an. Blues for Sister Someone klingt für mich wieder wie ein experimenteller Beatles Song. Der Eindruck entsteht vor allem durch die Basslinie und die ätzenden Gitarrenlinien. Empty Hands erinnert mich stellweise an den Sound von You've Lost That Loving Feeling, geht also weit in die 1960er zurück. Flower Child ist ein schräger Rocker, welcher aus der Frühphase David Bowies hätte stammen können. Lenny Kravitz tischte damals ein interessantes Debüt auf. Alles auf dem Album klingt sehr retro. Kravitz wird stilistisch oft in die 1970er Rockphase gesteckt. Aus der Zeit stammen sicherlich viele seiner Einflüsse. Aber man kann auch deutliche Anspielungen an die Beatles heraushören, vor allem was die Harmonien angeht. Retro ist nicht immer gut, vor allem wenn es nur geklont klingt. Der Kravitz Sound klingt aber interessant und weist auch einen gewissen Grad an Eigenständigkeit auf. Somit macht diese Zeitreise auch Spaß.
Rezensent: MP
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