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Titel: Blonde On Blonde Erscheinungsjahr: 1966 Genre: Folk-Rock, Singer Songwriter Bewertung: ![]()
Blonde On Blonde wird von vielen Kritikern als das Meisterwerk Bob Dylans betrachtet. In der Regel wird das Album immer wieder in Meilenstein-Listings zu finden sein. Viele Betrachter sehen in Blonde On Blonde den Abschluss einer Trilogie, die mit Bringing It All Back Home eingeleitet wurde, mit Highway 61 Revisited fortgesetzt wurde und mit dem Doppel-Album Blonde On Blonde fortgesetzt wurde. Blonde On Blonde stellt dabei eine Art Höhepunkt dieser Arbeit dar. Und es ist ein äußerst umfangreiches Album. Ich glaube, dass es im Erscheinungsjahr nur wenige Alben gab, die eine derart lange Laufzeit von knapp 77 Minuten hatten. Der Opener Rainy Day Women Nos. 12 & 35 kommt relativ locker und bisweilen schräg rüber. Eine Nummer, die im Vaudeville bis Honky Tonk gehalten ist. Eine unterhaltsame und lustige Nummer. Pledging My Time ist ein ziemlich reinrassiger Slow Blues. Die Nummer lebt vordergründig von Dylans nasalem und monotonen Sprechgesang und seinem guten Harp-Spiel. Visions Of Johanna ist mit über 7 Minuten ein recht langer Song. Eine eher getragene Nummer, sie klingt wie Like A Rolling Stone mit angezogener Bremse. One Of Us Must Know (sooner or later) ist eine schöne Elektrofolk-Nummer mit dem typischen eigenwilligen Dylan Gesang, der die letzten Silben tonal extrem betont. I Want You ist auch eine Elektrofolk Nummer, die aber sehr Dylan-Klassisch klingt. Sehr schön und sehr melodisch. Stuck Inside Of Mobile With The Memphis Blues Again startet erst mal bluesmäßig, wird dann aber auch zu einem reinrassigen Dylan SingerSongwriter Song. Das klingt wirklich gut und sehr unterhaltsam. Der Song ist auch einer der längeren, er geht über 7 Minuten. Aber er wird nicht langweilig. Später hat man übrigens von Bruce Springsteen durchaus vergleichbares gehört! Leopard-skin Pill-Box Hat ist eine Bluesrock Nummer. Ordentlich, aber nicht wirklich umwerfend, denn die Nummer hält sich eng an klassische Blues-Schemata und überrascht somit kaum. Just Like A Woman kommt dann wieder wesentlich besser. Der Song gehört sicher zu den Klassikern von Dylan. Eine schöne Elektrofolk Nummer, heute fast ein Evergreen. Most Likely You Go Your Way And I'll Go Mine ist eine Nummer, die im Beatstil eingespielt ist. Irgendwie berührt die Nummer nicht. Der Song kommt mir vor wie ein Lückenfüller. Temporary Like Achilles ist im Blues bis Gospelstil gehalten. Dylan singt betont nasal gequält. Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Absolutely Sweet Marie ist eine flottere Nummer mit einem freundlicheren Ton. Sie lockert das ganze auf - unterhaltsam aber nicht überragend. 4th Time Aorund ist eine schöne Akustiknummer im klassischeren Gewand - sie erinnert entfernt an Norwegian Wood von den Beatles. Obviously 5 Believers ist eine R&B Nummer mit den damals typischen scheppernden Gitarren. Nett und ganz unterhaltsam, aber auch wieder nicht überragend. Sad Eyed Lady Of The Lowlands bildet den Abschluss des Albums. Wie auf Highway 61 Revisited ein sehr langer Song mit über 11 Minuten. Das Stück gehört auch zu den Klassikern Dylans. Ein Liebeslied mit klassischer Dylan Instrumentierung und einem typisch nasal und oft atonal singenden Dylan. Der Song ist schön, die Munharmonikateile klasse - wie immer. Allerdings ist der Song doch ziemlich lang und zeigt irgendwann auch Längen. Bei Bob Dylan sind Bewertungen immer schwer vorzunehmen. Viele seiner Werke sind Meilensteine der Rockmusik. Der Mann ist lebende Geschichte. Seine textlichen Leistungen sind meistens hoch zu bewerten. Auch seine musikalischen Beiträge sind oft sehr gut, seine stimmlichen Beiträge werden immer Geschmackssache bleiben. Dazu kommt, dass die Alben mittlerweile in die Jahre gekommen sind. Sicherlich war Blonde On Blonde 1966 eine kleine Sensation. Das Album zählt der Rolling Stone zu den zehn wichtigsten Alben überhaupt. Für mich ist es ein gutes Bob Dylan Album, aber nicht das beste. Es gefällt mir etwas besser als Highway 61 Revisited, aber nicht so gut wie andere Dylan Werke. Ein gewisses Problem ist die Länge des Albums. Manchmal fällt die Spannungskurve rapide ab. Besonders stark geht es mir nach Just Like A Woman so. Nach der Nummer gelingt es Dylan nicht mehr so richtig, einen guten Spannungsbogen aufzubauen. Erst Sad Eyed Lady bildet dann einen, wenn auch zu langen, versöhnlichen Abschluss. Insgesamt finde ich Blonde On Blonde aber ganz gut, mit starken Beiträgen am Anfang und schwächeren nach Just Like A Woman. Ich denke, es gehört zu den Meilensteinen der Rockmusik. Die Tracks:
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