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Albumbesprechung Phil Collins - Face ValueAnzeigeTitel: Face Value Erscheinungsjahr: 1981 Genre: Soft-Rock, Motown-Pop Bewertung: ![]()
Face Value ist ein Album von Phil Collins, welches im Jahr 1981 erschien. Phil Collins ist/war Drummer und Sänger der Band Genesis. Anfang der siebziger Jahre zählte die Band zu den klassischen Prog-Rock Bands. Nach dem Ausscheiden Peter Gabriels änderte sich der Genesis Sound zunehmend. Hauptverantwortlich dafür dürfte vor allem Phil Collins gewesen sein. Er übernahm den Gesangspart von Gabriel und entwickelte sich mehr und mehr zu bestimmenden Person bei Genesis. Auffällig wurde schon bald, dass Collins Gefallen an eher kommerziellem Material zu haben schien. Vor allem scheint der Mann ein Faible für Soul-Musik zu haben. Das zeigte Collins im Rahmen der Arbeit mit Genesis und im Verlauf seiner nicht gerade erfolglosen Solo-Karriere immer wieder. Solo ging es 1981 mit eben diesem Album Face Value so richtig los. Collins überraschte die Musikwelt mit dem Album. Er produzierte mit dem Song In The Air Tonight einen Riesenhit und setzte hier als einer der ersten Musiker durchgängig synthetische Drums ein. Aber er zeigte sich auch als interessanter Songwriter und zudem als brauchbarer Pianist. Schon auf diesem Album bewies Collins seine Vorliebe für Motown-Sounds bzw. für Soul-Pop Material.
Collins begründete mit dem Album seine Solo-Karriere. Man könnte fast sagen, dass ab Erscheinen von Face Value alles zu Gold wurde, was Collins in die musikalischen Hände nahm. Face Value verkaufte sich (vor allem in Deutschland) blendend, auch die Kritiken zu dem Album fielen in der Regel ganz gut aus. Für den damaligen Markt war Face Value sicherlich ein passendes Werk. Das Album geht inhaltlich in Ordnung, bietet andererseits aber auch wenige Highlights. Was man zu hören bekommt, das konnte man alles in irgendeiner Form schon einmal irgendwo anders hören. Den Singlehit In The Air Tonight kann man aus der Masse herausheben. Der Song besitzt das gewisse Etwas und stellt das Highlight des Albums dar. This Must Be Love ist eine ordentliche, leicht soulige Ballade. Behind The Lines bietet R&B Feeling plus Funk Grooves. The Roof Is Leaking erinnert an ältere Genesis Sounds und gehört - nicht nur deshalb - zu den interessanteren Songs des Albums. Im Prinzip geht es so weiter. Es folgen einige Nummern, die extrem stark im klassischen Soul schöpfen. Viel Soul, eine Prise Pop hier und etwas klassischen Genesis Sound da. So könnte man den Mix auf Face Value grob beschreiben. Zum Abschluss gibt es noch eine ordentliche Coverversion des Beatles Titels Tomorrow Never Knows. Was will man einem so sympathischen Kerl wie Phil Collins vorwerfen? Er präsentiert mit Face Value ein Album, welches man durchaus anhören kann. Für 1981 war das vielleicht sogar überraschend und gut. Aber wenn man ehrlich ist, klingt das Ganze auch nicht besonders originell. Keiner muss das Rad neu erfinden. Aber Collins veredelt das Rad mit einer dünnen Chromschicht, die einfach nicht lange genug hält. So beginnt die Legierung irgendwann abzublättern. Das zeigte sich im Verlauf seiner Solo-Karriere in der Form, dass die Songs immer austauschbarer wurden. Face Value gehört dabei aber zu den besten Collins Alben. Aber dennoch besitzt das Album, aus meiner Sicht, nicht das Zeug zum Klassiker. Da hätte sich der gute Phil einfach etwas mehr in Richtung In The Air Tonight einfallen lassen müssen.
Rezensent: MP |