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Albumbesprechung Camel - BreathlessAnzeigeTitel: Breathless Erscheinungsjahr: 1978 Genre: Rock, Prog Rock Bewertung: ![]()
Breathless ist das sechste Studioalbum der Band Camel. Das Album wurde im Jahr 1978 veröffentlicht. Die Band hielt an ihrem Kurs fest, dem Hörer kürzere und durchaus radiokompatible Songs anzubieten. Ein Kurs, mit dem Gründungsmitglied Peter Bardens wohl nicht zurecht kam. Er verließ die Band nach dem Release des Albums. Camel hatte sich zuvor mit ihrem symphonischen Rock einen sehr guten Namen gemacht. Auch wenn sich die Band auf eine äußerst loyale Fangemeinde verlassen konnte, so lief sie den großen Erfolgen immer etwas hinterher. Mit der Zuwendung zu poporientiertem Material begann sicherlich eine neue Zeitrechnung der Band, welche auf dem Vorgängeralbum Rain Dances einsetzte. Breathless konnte den Erfolg des Vorgängeralbums Rain Dances nicht ganz bestätigen. Alte Fans wandten sich etwas von der Band ab. Allerdings kamen einige Kritiker auch zu wohlwollenden Bewertungen. Denn schlecht war das alles nicht, was die Band hier präsentierte. Der Titelsong Breathless könnte synonym für den neuen Kurs stehen. Der Song klingt enorm eingängig, locker und positiv. Auch wenn es sich hier schon um Popmusik handelt, so muss man konstatieren, dass es sich um Pop der guten Sorte handelt. Diese Tendenz bestätigt auch der Song Wing And A Prayer. Allerdings könnte man hier auch sagen, dass Camel noch nie so stark nach Canterbury geklungen haben. Down on the Farm klingt fast schon lustig und erinnert wieder in starkem Maß an Caravan bzw. deren Canterbury-Sounds. Letztlich ist das nicht überraschend, zumal Sänger Richard Sinclair früher Caravan-Mitglied war. Starlight Ride bestätigt diesen Trend Richtung Canterbury Sounds in balladesker Weise, wobei sich die Gitarrenparts stark an klassischen Motiven orientieren. Summer Lightning überrascht mit einer Art Disco Groove. Wenn man diesen Groove beiseite lässt, dann erhält man jedoch einen recht gut gemachten Song, zumal Bardens und Latimer den Song mit ihren Solobeiträgen nachhaltig veredeln. Auch You Make Me Smile besitzt diesen leichten Disco Groove, wobei der Song wieder irgendwo zwischen Pop und Canterbury pendelt. Mit Rainbow's End legt die Band eine weitere Ballade vor, die durchaus an alte symphonische Sounds erinnert - aber eben wieder die Tendenz zu eingängigen Motiven besitzt. Als Highlights des Albums kann man die Songs The Sleeper und Echoes bezeichnen. Hier knüpft die Band durchaus an frühere Sounds an. Beide Songs kann man als Kernsongs des Albums betrachten. Besonders Echoes konnte sich zu einem Bandklassiker entwickeln, welchen die Band später lange im Liveset hatte. Echoes wurde und wird von vielen Camel Fans als einer der besten Bandsongs überhaupt bezeichnet. Breathless ist ein polarisierendes Album der Band Camel. Das Album wurde von alten Fans oft mit ziemlich schlechten Kritiken bedacht. Es gibt aber auch gute Kritiken zu diesem Album. Denen würde ich mich anschließen, denn Camel präsentiert mit Breathless ein gutes Album. Das ist natürlich weit entfernt von alten Sounds und dürfte damit alte Camel Fans etwas enttäuschen. Breathless klingt kompakter und eingängiger, aber selten seicht. Erstaunlich finde ich die Nähe zu Caravan Sounds. Alte Caravan Alben präsentierten solche Sounds mehr als oft und wurden in der Regel dafür gelobt. Hier wurden genau solche Sounds als belanglos abgeurteilt. Dazu muss sich aber jeder Hörer sein eigenes Bild machen. Aus meiner Sicht klang Camel - über ein komplettes Album gesehen - selten so stark, wie auf Breathless. Die Band bietet Songs in einer Art Kammerpop und knüpft mit Songs wie The Sleeper und Echoes an alte Zeiten an. Die instrumentalen Leistungen sind sehr gut, gerade Latimer zeigte auf Breathless einmal mehr, welche Möglichkeiten er als Gitarrist hatte.
Rezensent: MP |