![]() |
Benutzerdefinierte Suche
|
| Startseite » Rezensionen von A - Z » Camel - Rain Dances | ||
|
|
Albumbesprechung Camel - Rain DancesAnzeigeTitel: Rain Dances Erscheinungsjahr: 1977 Genre: Rock, Prog Rock Bewertung: ![]()
Rain Dances ist das fünfte Album der Band Camel. Das Album erschien im Jahr 1977. Mit Rain Dances begann in der Band eine neue Zeitrechnung. Camel baute auf kürzere Songs und scheute sich nicht, auch eingängigere Songs zu präsentieren. Kommerziell ging das Konzept auf. Rain Dances zählt zu den erfolgreichsten Camel-Alben, auch wenn es im UK nicht so hoch charten konnte wie der Vorgänger Moonmadness. Besonders in Deutschland konnten Camel in der Zuhörergunst zulegen. Die Kritiker waren durchweg begeistert, wobei klassische Fans der Band oft ihre liebe Mühe mit diesem und den folgenden Alben hatten. Auf Rain Dances war zum ersten Mal Bassist Richard Sinclair (ex Caravan) dabei, welcher den alten Bassisten Doug Ferguson ersetzte. Außerdem war hier Mel Collins zum ersten Mal als festes Bandmitglied dabei. Die Band macht mit dem Opener First Light klar, wo es lang gehen soll. Der Song bewegt sich irgendwo zwischen Jazz-Rock und Prog-Rock. Sinclair und Ward scheinen sich extrem gut zu verstehen und geben dem Song ein grandioses Fundament. Bardens, Latimer und Mel Collins steuern schöne instrumentale Parts bei. Metrognome kann das Niveau halten. Der Song wirkt stellenweise verhalten, und hört sich dann nach Neo-Prog an. Im jazzrockigen Mittelteil dreht die Band schön auf. Tell Me ist eine Ballade mit einfachen, aber schönen Melodien. Vor allem die Interaktion von Sinclairs Bass, den Flötenparts und der einschmeichelnden Bassklarinette funktioniert gut. Der Song erinnert stellenweise an alte Camel-Songs. Highways of the Sun ist einer der Songs, die immer wieder in Richtung AOR tendiert. Das hört sich nicht schlecht an, muss aber für alte Camel Fans doch etwas enttäuschend sein. Manchmal fühlt man sich an I'm Not In Love von 10cc erinnert. Der instrumentale Mittelteil klingt aber gut und rettet den Song. Der Unevensong knüpft soundmäßig an den Vorgängersong an und besitzt diese Affinität zu Mainstream Sounds, wobei aber auch hier die starken Instrumentalparts den Song retten können. One of These Days I'll Get an Early Night tendiert in Richtung US Westcoast Fusion und klingt unterhaltsam. Elke trägt die Handschrift von Latimer. Der Song klingt melancholisch und ist geprägt von den Flötensounds Latimers sowie den dichten Ambient Klangteppichen, welche Brian Eno legt. Skylines geht wiederum in Richtung Jazz-Fusion, die Soli von Latimer und Bardens gehören zu den besten Instrumentalbeiträgen des Albums. Das Album wird vom Titeltrack Rain Dances instrumental beendet. Die symphonischen Anleihen an das Schlussthema von First Light klingen gut und beenden das Album schlüssig. Mit den Camel Alben ab 1977 ist das so eine Sache. Die Band versuchte, von alten Rezepturen abzuweichen und konzentrierte sich gerne auf kürzere Songs, welche manchmal auch eingängiger konzipiert waren. Den Anfang machte Rain Dances. Das Konzept schien aufzugehen, denn Camel konnte z. B. in Deutschland viele neue Fans gewinnen. Das Album wurde in der Regel hoch gelobt - und das durchaus zu Recht. Wem die alten Songs zu symphonisch und zu lang sind, der kann mit diesem Album einen guten Einstieg in die Materie Camel erhalten. Für viele klassische Camel Fans war Rain Dances nicht akzeptabel - aus meiner Sicht stellt es jedoch eines der besten Alben der Band dar. Das klingt in sich sehr geschlossen und vor allem kommt kaum Langeweile auf.
Rezensent: MP |