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Albumbesprechung UFO - ObsessionAnzeigeTitel: Obsession Erscheinungsjahr: 1978 Genre: Hard-Rock, AOR Bewertung: ![]()
Obsession ist ein Album der englischen Band UFO. Es erschien im Jahr 1978 und war das (bis 1993) letzte Studioalbum mit dem deutschen Gitarristen Michael Schenker. Auf dem Album wirkte neben der Stammbesetzung um Mogg, Way und Parker auch Paul Raymond an der Gitarre und den Keyboards mit. Das Album war nicht mehr ganz so erfolgreich wie etwa Lights Out und erhielt von Kritikern in der Regel mittelmäßige Bewertungen. Insgesamt konnte man feststellen, dass Schenker's Anteil am Songwriting nicht mehr ganz so bedeutsam war. Schenker hatte sich mittlerweile an die Spitze des Gitarrenolymp gespielt. Das war in vielerlei Hinsicht problematisch. Phil Mogg hatte mit einem zweiten Star neben sich wohl große Probleme. Auch Schenker kam immer schlechter mit dem Superstarstatus zurecht. Die Folge waren interne Spannungen, welche sich nicht gerade vorteilhaft auf die Arbeiten auswirkten. Der Opener Only You Can Rock Me lässt eigentlich keine Gedanken an eine Krise aufkommen. Der Song rumpelt hart los. Musikalisch ist hier alles im Lot. Heute ist der Song ein Klassiker der Band. Pack It Up (And Go) legt noch einmal einen Gang zu. Rhythmisch erinnert das stark an Led Zeppelin, das muss man sagen. So gesehen nichts Neues, aber trotzdem eine schöne harte Nummer. Arbory Hill war der einzige Solobeitrag von Schenker. Es handelt sich um einen kurzen akustischen Song mit folkigem Einschlag. Ain't No Baby beginnt verhalten und balladesk, legt dann aber an Härte zu. Lookin' Out For No. 1 ist eine stellenweise opulente und überladene Ballade mit starkem Bezug zum AOR. Hot 'N' Ready rockt dann wieder gut los, das deutet schon der Titel an. Der Refrain erinnert stark an AC/DC, die Gitarrenbeiträge Schenkers überzeugen. Cherry ist ein stilistisch schwer zu beschreibender Song. Das klingt etwas unentschlossen. Die rockigen Parts retten den Song. You Don't Fool Me groovt bodenständig und relativ hart, ist jedoch auch etwas vorhersehbar konstruiert. Lookin' Out For No. 1 (Reprise) ist ein kurzes Reprise des fünften Songs. Im Gegensatz zum Originalsong klingt das nicht ganz so überladen. Auch der Part wirkt manchmal etwas schwülstig, dafür sind die Slideparts von Schenker gut gelungen. One More For The Rodeo driftet leider wieder stark in Richtung härterer AOR ab. Born To Lose beginnt mit einem schönen Gitarrenintro. Um dieses Thema herum wird ein balladesker Song aufgebaut. Auch hier sind es vor allem die Gitarrenparts Schenkers, welche dem Song etwas Substanz geben. Irgendwie kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Band hier nicht auf dem Höhepunkt ihrer Möglichkeiten spielte. Das lag vielleicht an den Problemen zwischen Mogg und Schenker. Auf mich wirkt das Album etwas unentschlossen. Das rumpelt manchmal überzeugend hart bis heavy, manchmal driftet es in den Bereich AOR ab, stellenweise wird es etwas schwülstig. Obsession fällt im Vergleich mit den Vorgängeralben ab. Was mich erstaunt: die Gitarrenarbeit von Schenker ist stellenweise sensationell gut, aber auch das eben nicht durchgängig. Für UFO-Fans müsste das Album aber in Ordnung gehen. Hard-Rockfans könnten stellenweise jedoch enttäuscht werden.
Rezensent: MP
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