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Albumbesprechung Toto - Falling In BetweenAnzeigeTitel: Falling In Between Erscheinungsjahr: 2006 Genre: Rock, Neo-Prog Bewertung: ![]()
Falling in Between ist das zwölfte und wohl auch letzte Studioalbum der Band Toto. Das Album wurde 2005 aufgenommen und 2006 veröffentlicht. Die Fans mussten vier Jahre auf dieses neue Studioalbum der Band warten. Auf dem Album übernahm erstmals Greg Phillinganes im Studio den Platz an den Keyboards. Er ist aber kein Unbekannter, denn er war schon einige Jahre mit der Band auf Tour. Neben der Stammbesetzung um Steve Lukather, David Paich, Simon Phillips, Mike Porcaro und Bobby Kimball holte sich die Band einige Gastmusiker mit aufs Album. Der ehemalige Toto-Sänger Joseph Williams steuerte die Vocals auf Bottom Of Your Soul bei, Steve Porcaro kümmerte sich um Synth- und Sounddesign. James Pankow von Chicago war an der Posaune mit dabei und kümmerte sich um die Bläserarrangements. Ian Anderson von Jethro Tull spielte Flötenparts ein, Lenny Castro Percussionparts. Dazu kamen noch weitere mehr oder weniger bekannte Musiker. Toto ist eine Band, die im Jahr 2006 eigentlich alles erreicht hatte, was man sich als Band so wünschen kann. Schon früh waren die Musiker begehrte Studiomusiker, danach folgte das erfolgreiche AOR-Unternehmen Toto. Die Band konnte die Kritiker zwar nicht immer überzeugen, war aber kommerziell immer sehr erfolgreich. Toto müssten sich eigentlich nichts mehr beweisen, aber anscheinend wollen Lukather und Co. zum Abschluss des Kapitels Toto (so sieht es zumindest aus) noch mal ein Pfund vorlegen. Mit diesem Album überrascht die Band schon etwas. Auch hier bewegt sich die Band immer wieder in bekannten AOR-Gewässern, allerdings überrascht die Band mit Songs, welche Bereiche wie Jazz-Fusion bis Progressive Rock vorstoßen. Gleich mit dem Opener "Falling In Between" legt die Band so einen Song vor. Zwischen orientalischen Lines und modernen Gitarrensounds bietet die Band einen recht komplexen Song an. Nach Aussage der Band wollte man hier in Richtung Led Zeppelin und Yes gehen. Das kann man so stehen lassen, in der Summe ergibt das Gemisch so etwas wie Progressive Metal. Auch "Dying On My Feet" klingt nicht unbedingt nach den klassischen AOR Toto. Der Song basiert auf einem schönen flüssigen Gitarrenlick, wieder legt die Band einen Song mit recht interessanten und durchaus komplexen Ideen vor, manchmal erinnert das etwas an Chicago. Der klassische Fan wird mit der Ballade "Bottom Of Your Soul" bestens bedient. Trotz interessantem, afrikanisch klingendem 6/8-Groove wirkt der Song sehr eingängig. Irgendwie kommen bei mir Erinnerungen an Jackson Browne auf. "King Of The World" dürfte vor allem für klassische Fans interessant sein. Die Band präsentiert einen Song, der dem klassischen AOR nahe kommt. Laut Lukather handelt es sich um einen Track, den man eigentlich gar nicht auf der CD veröffentlichen wollte. "Hooked" lebt von einem coolen Basisgroove Simon Phillips', dazu gibt es ein paar schöne Licks von Lukather und interessante Synthielines von Porcaro. Das ergibt zwangsläufig einen gut gelungenen Rocksong. "Simple Life" ist ein Lukather Song. Die Ballade tendiert wieder Richtung AOR Toto. "Taint Your World" ist ein harter Rock'n'Roll, sozusagen ein Tribute an Van Halen. Der Song wird von Lukes Gitarrenlicks, Phillips kernigen Drums und Porcaros Van Halen ähnlichen Basslines bestimmt. "Let It Go" ist ein weiterer Song, der durchaus überrascht. Das klingt nach lupenreinem Jazz Fusion, mit einigen Anleihen an Funk und Rock. "Spiritual Man" ist wieder eine der typischen Balladen Totos. Dieses mal erinnert mich der Song wegen der Pianosounds stark an Bruce Hornsby. "No End in Sight" beendet das Album angenehm rockig, mit guten Ideen und einem sehr gut aufgelegten Bobby Kimball. Man darf gespannt sein, ob der Titel nicht doch Programm wird und man vielleicht in ein paar Jahren wieder von der Band hört. Toto überraschen mit ihrem (wahrscheinlichen) Abschlussalbum positiv. Die Band hat mit ihrem gefälligen AOR immer die breite Masse bedient und wurde dafür von Kritikern - aber auch von Musikern - oft abgestraft oder abfällig beurteilt. Das war sicherlich immer etwas übertrieben, denn an der Qualität der Musiker gab es nichts zu mäkeln. Und wenn man im Internet negative Kommentare über die Spieltechnik von Luke zu lesen bekommt, dann sollte man diese ignorieren. Für Luke ist es etwas ärgerlich, wie er erst jüngst in der Fachzeitschrift Guitar bekannte. Wenn man an Toto herummäkeln wollte, dann am ehesten an der Songkonzeption. Oft waren es die Songs, die doch etwas kühl durchkonzipiert waren und daher etwas emotionslos wirkten. Das haben die Musiker auf diesem Album sehr viel besser hinbekommen. Es gibt sie auch hier, die Anleihen an den AOR. Aber dafür überrascht die Band mit einigen richtig coolen Rocksongs und wagt sich sogar in Richtung Prog und Jazz Fusion. Falling In Between ist ein gutes Rockalbum und ein gelungener Abschluss einer glänzenden Bandkarriere.
Sofern nicht anders notiert: alle Songs Steve Lukather, David Paich, Simon Phillips, Mike Porcaro und Bobby Kimball Rezensent: MP
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