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CD-Kritik Roxy Music - Siren

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Interpret: Roxy Music

Titel: Siren

Erscheinungsjahr: 1975

Genre: Pop, Art-Pop

Bewertung: Wertung: 10 von 10 Sternen
(10/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Siren ist das fünfte Album der britischen Rockband Roxy Music. Das Album erschien in der frühen Phase des Bandbestehens im Jahr 1975. Nach dem Album bzw. der folgenden Tour löste sich Roxy Music erst einmal auf. Siren wird heute von vielen Fachleuten zu den wichtigen Alben der populären Musik gezählt. Kritiker waren eigentlich fast durchgängig angetan vom Album und vergaben meistens Höchstnoten.

Mit Love Is The Drug legte die Band einen der größten Singlehits bis dahin vor und konnte damit zum ersten Mal hoch in die US-Charts einsteigen. Die Band bestand zum Zeitpunkt der Aufnahmen aus Bryan Ferry - voc, key; Andy Mackay - oboe, sax; Paul Thompson - drums; Phil Manzanera - guitar; Eddie Jobson - violine, key und John Gustafson - bass.

Die Songs:

Love Is the Drug gehört nach wie vor zu den größten Hits der Band. Der Song beginnt als Mackay Instrumental, dann setzt Ferry mit den Vocals ein. Auch hier spielt die Band wieder mit einigen Concrete Musique Spielereien. Der Song ist ungemein lässig gespielt und klingt fast schon arrogant - aber auch genial. End of the Line macht da weiter, wo Love Is The Drug aufgehört hat. Es handelt sich um einen Popsong ohne erkennbare Makel. Sentimental Fool beginnt experimenteller im Stil älterer Werke. Der Refrain klingt jedoch ungemein eingängig, manchmal erinnert mich der Song etwas an 10CC. Whirlwind beginnt, so drückt es der Titel schon aus, bewegter. Manzanera erzeugt auf der Gitarre einen schönen Whirlwind. Der Song klingt eingängig und nimmt viel vom 1980er New Wave vorweg.

She Sells ist ein weiterer, nahezu perfekt klingender, Popsong. Could It Happen to Me? beginnt mit einem verspielten Intro, welches wieder in einen äußerst gut gelungenen Popsong mit etlichen guten Instrumentalparts überleitet. Both Ends Burning kann das hohe Niveau halten. Der Song erinnert an Bowie-Material aus der Low-Phase. Nightingale wurde von Manzanera mitgeschrieben. Hier überrascht Manzanera mit seinem gefühlvollen und melodischen Spiel einmal mehr. Just Another High beginnt mit einem traumhaft schönen Intro. Die Drums geben dem Song ein angenehm grooviges Fundament, dazu singt Ferry schön. Die Band beendet das Album wieder mit einem Stück perfekter Popmusik.

Siren von Roxy Music ist ein perfektes Popalbum. Es gibt aus meiner Sicht keinerlei erkennbare Schwächen. Die Songs sind perfekt arrangiert und klingen einfach gut. Die Band spielt auf einem hohen Niveau. Wieder gibt es instrumental keinerlei Schwachpunkte. An der Stelle möchte ich einmal das brummelige und einfallsreiche Bass-Spiel von Gustafson hervorheben - ohne die anderen Leistungen dadurch schmälern zu wollen. Wer Roxy Music wegen ihrer kunstvollen Musik der Vorgängeralben liebt, der kann mit diesem Album leicht unterfordert sein. Denn es liegt doch weit weg von den experimentellen Ausritten der Vorgängeralben. Aber letztlich muss man sagen, dass Popmusik selten so gut dargeboten wurde. Für mich gehört Siren zu den Popalben, welche die Formel perfekter Popmusik gefunden haben.

Trackliste

  1. Love Is the Drug (Ferry, Andy Mackay) - 4:11
  2. End of the Line - 5:14
  3. Sentimental Fool (Ferry, Mackay) - 6:14
  4. Whirlwind (Ferry, Phil Manzanera) - 3:38
  5. She Sells (Ferry, Eddie Jobson) - 3:39
  6. Could It Happen to Me? - 3:36
  7. Both Ends Burning - 5:16
  8. Nightingale (Ferry, Manzanera) - 4:11
  9. Just Another High - 6:31

Rezensent: MP