![]() |
Benutzerdefinierte Suche
|
| Startseite » Rezensionen von A - Z » Roxy Music - Siren. | |||
|
|
CD-Kritik Roxy Music - Siren
Titel: Siren Erscheinungsjahr: 1975 Genre: Pop, Art-Pop Bewertung: ![]()
Siren ist das fünfte Album der britischen Rockband Roxy Music. Das Album erschien in der ersten Phase des Bandbestehens im Jahr 1975. Nach dem Album bzw. der folgenden Tour löste sich Roxy Music erst einmal auf. Siren wird heute von vielen Fachleuten als eines der wichtigen Alben der populären Musik gezählt. Kritiker waren eigentlich fast durchgängig äußerst angetan vom Album und vergaben Höchstnoten. Mit Love Is The Drug legte die Band einen der größten Singlehits bis dahin vor und konnte damit zum ersten Mal hoch in den US-Charts einsteigen. Mit dabei waren Bryan Ferry - voc, key, Andy Mackay - oboe, sax, Paul Thompson - drums, Phil Manzanera - guitar, Eddie Jobson - violine, key und John Gustafson - bass Die Songs: Love Is the Drug beginnt eigentlich als ein Mackay Instrumental. Schließlich setzt aber Ferry mit seinen Vocals ein. In den USA war dies der erfolgreichste Song der Band, im UK wurde er nur von Jealous Guy übertroffen. Auch hier spielt die Band wieder mit einigen Concrete Musique Spielereien. Der Song groovt wirklich klasse. Wieder erinnert mich das an spätere Werke der Talking Heads, aber auch vom Kollegen Bowie aus dessen Low Album. Der Song ist ungemein lässig gespielt und klingt fast schon arrogant - aber auch irgendwie genial. So kann Popmusik klingen. End of the Line setzt eigentlich da an, wo Love Is The Drug begonnen hat. Ein praktisch perfekt gemachter Popsong. Tolle Melodie, klasse instrumentiert. Ein Popsong ohne erkennbare Makel und mit tollen Violinparts. Aber natürlich auch weit weg vom frühen Art-Rock der Band. Eigentlich hat die Band hier die Art Pop vorweggenommen, die sie in den 1980ern bekannt gemacht hat. Sentimental Fool beginnt dann wieder experimenteller, im Stil älterer Werke. Nach einem recht ausgedehnten verspielten Intro geht die Band in eine Art Space-Rock bis Art-Pop. Der Refrain klingt dann ungemein eingängig, manchmal erinnert mich der Song etwas an 10CC. Auch hier muss man sagen: in den poppigen Phasen weit weg von alten Zeiten, aber wirklich überdurchschnittlich gemacht. Whirlwind beginnt, so drückt es der Titel schon aus, bewegter. Manzanera erzeugt auf der Gitarre einen schönen Whirlwind. Der Song liegt wieder im eingängigen Bereich, ist aber etwas härter und bewegter. Auch hier könnte man annehmen, man hört eine New Wave Band aus den 1980ern - man höre sich Blondie aus der Anfangszeit an. She Sells ist dann die nächste Nummer, die irgendwie einfach nur perfekt ist. Der Song klingt extrem kompakt und groovt gut. Manchmal könnte man hier auf die Lockerheit etwa von Steely Dan verweisen, die stellenweise ähnliches ablieferten. Could It Happen to Me? beginnt erst mal mit einem Intro, welches mit an Kraan Songs erinnert. Danach entwickelt sich wieder ein äußerst gut gelungener PopSong mit etlichen guten Instrumentalparts und Melodien. Both Ends Burning rumpelt wieder mehr daher. Wieder so ein Song, der aus der Low-Phase vom Kollegen Bowie hätte stammen können. Groovt gut, klingt gut - irgendwie wieder ein ziemlich perfekter Popsong. Nightingale wurde von Manzanera mitgeschrieben. Hier überrascht mit Manzanera mit seinem gefühlvollen und melodischen Spiel einmal mehr. Am Anfang schmeichelt sich der Song ruhig ins Ohr, danach gibt die Band Gas und wieder entsteht nicht mehr und nicht weniger als ein praktisch perfekter Popsong. Just Another High beginnt mit einem traumhaft schönen Intro, dazu glockige Gitarren mit leichtem Chorus unterlegt. Ferry sing schön, dann setzen die Drums ein und geben dem Song ein trockenes und grooviges Fundament. Und was soll ich noch sagen - die Herren präsentieren perfekte Popmusik. Um es gleich einmal ohne große Umschweife vorwegzunehmen - Siren von Roxy Music ist ein perfektes Popalbum. Es gibt aus meiner Sicht keinerlei erkennbare Schwächen. Die Songs sind perfekt und klingen einfach gut, die Band spielt klasse. Wieder gibt es instrumental keinerlei Schwachpunkte. Hier möchte ich einmal das leicht brummelige und einfallsreiche Bass-Spiel von Gustafson hervorheben - ohne die anderen Leistungen schmälern zu wollen. Ich möchte aber eines einschränkend dazu sagen: Wer Roxy Music wegen ihrer kunstvollen Musik der Vorgängeralben liebt, der kann mit diesem Album leicht überfordert werden. Denn es liegt doch schon sehr weit weg von den experimentellen Ausritten der Vorgängeralben. Aber letztlich muss man ganz klar sagen, dass Popmusik selten so gut dargeboten wurde. Für mich gehört Siren zu den Popalben, welche die Formel perfekter Popmusik gefunden haben. Denn es ist keine seichte Angelegenheit, sondern Popmusik, die weit über dem Durchschnitt schwebt und mich fast schon in Ehrfurcht erstarren lässt. Die Tracks:
Rezensent: MP
|