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Albumbesprechung Dennis Rea - Views From Chicheng PrecipiceAnzeigeTitel: Views From Chicheng Precipice Erscheinungsjahr: 2010 Genre: Ethno, East-West-Fusion Bewertung: ![]()
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Views From Chicheng Precipice ist ein Album des Gitarristen Dennis Rea. Das Album erschien im Jahr 2010, wurde aber wohl schon zwischen 2006 und 2008 aufgenommen. Der Output von Dennis Rea in jüngster Vergangenheit ist beachtlich. Ende 2009 brachte er mit seinem Art-Rock Projekt Moraine das Album Manifest Density heraus, Anfang 2010 erschien dann ein Album der Band Iron Kim Style, welches eher im Bereich Jazz-Fusion/Free Jazz angesiedelt war. Rea ist ein Bewunderer der traditionellen Musik aus China, Japan, Korea und Vietnam. Views from Chicheng Precipice kann man als eine Hommage Reas an diese Region verstehen. Es handelt sich mehr oder weniger um die Vertonung traditioneller Titel bzw. Themen. Rea nutzte nach eigenen Aussagen traditionelle Techniken, in denen jedem Mitspieler nur ein begrenzter Tonumfang zum Improvisieren zur Verfügung stand. In anderen Fällen durfte jeder ohne Limitierung improvisieren. Manchmal nutzte er eine rein traditionelle Instrumentierung, dann wieder eine eher untypische Instrumentierung. Rea hat sich mit Musikern umgeben, welche die zur Musik passenden fernöstlichen Instrumente sehr gut beherrschen. Elizabeth Falconer gilt z. B. als eine der besten Koto-Spielerinnen in den USA. Die Musik klingt trotz der professionellen Mitstreiter selten wie eine reine Stilübung. Das besitzt schon Tiefe und kann eine stimmige Atmosphäre vermitteln. Relativ stark in der fernöstlichen Musik sind vor allem die längsten Tracks Tangabata und Bagua verhaftet. Tangabata baut auf einer alten Zeremonienmusik der Tang-Dynastie auf. Musikalisch ist das gut umgesetzt, aber mit fast 16 Minuten ist der Song etwas zu lang. Besser gelungen ist der etwas kürzere Song Bagua, welcher auf ritueller Musik des Dongjing aufbaut. Das klingt originär und weist schöne experimentelle Parts auf. Schöne Mixturen aus westlicher und östlicher Musik sind Rea mit dem Titeltrack und Kan Hai de re Zi gelungen. Vor allem durch die Gitarrenlinien Reas werden hier die Verbindungen zur westlichen Musik aufgebaut. Aviariatons ist ein Song, der mit einem bemerkenswerten Vogelähnlichen Schreigesang von Caterina De Ra aufwartet. Nicht nur deswegen hat der Song fast schon Avantgarde Qualität. Insgesamt ist Dennis Rea aus meiner Sicht ein gutes Album gelungen. Er konnte seiner Liebe zur fernöstlichen Musik frönen. Das macht er ganz gut, die Verbindung mit westlichen Sounds ist gut gelungen. Rea streift Jazz-Fusion, Prog und auch Avantgarde. Man muss sich auf so eine Musik sicherlich einlassen können, aber es lohnt sich. Aabgesehen vom etwas zu lang geratenen Song Tangabata ist Dennis Rea das Album Views From Chicheng Precipice gut gelungen.
Rezensent: MP |