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Albumbesprechung Kraftwerk - Tour De France SoundtracksAnzeigeTitel: Tour De France Soundtracks Erscheinungsjahr: 2003 Genre: Electronic Bewertung: ![]()
Die deutschen Vorzeige-Elektroniker von Kraftwerk ließen das Publikum nach dem 1986er Album Electric Cafe bis 2003 auf ein neues Studioalbum warten, zumal das 1991er Album The Mix eigentlich nur eine Compilation alter Songs in neuem Mix war. Das 2003er Album trägt den Namen Tour De France Soundtracks und wurde eigens zum Hundertjährigen Geburtstag der Tour De France konzipiert. Also dreht sich hier alles um die Tour De France, womit die Band wieder eine Art Konzeptalbum vorlegte. Wenn Kraftwerk musikalisch ein Radrennen beschreiben, dann wird das Dahingleiten im Hauptfeld bei einem schönen Tag beschrieben. Da geht es weniger um hektische Sprints oder Ausreißversuche. Kraftwerk ist eben Kraftwerk - immer technisch und eher unaufgeregt. Die Frage war, wo sich Kraftwerk nach einer siebzehnjährigen Pause befanden. Ich würde mal sagen, da wo sie immer waren. Die Band offeriert klassische Electronic-Musik. Allerdings wird das ganze immer wieder wie eine Art Techno auf Valium präsentiert. Das Album bietet vorwiegend Instrumentales, mit minimalen Gesangseinlagen. Die Gesangseinlagen werden, für Kraftwerk untypisch, mehr oder weniger auf französisch dargeboten. Es gibt keine deutsche bzw. englische Version. Auf die Stücke im Einzelnen einzugehen, wäre unsinnig. Die Songs Prologue und Regeneration sind so etwas wie Versatzstücke. Angenehm an alte Sounds angelehnt sind die Songs Vitamin, Elektro Kardiogramm, La Forme und Tour De France. Das hat etwas, da kommen angenehme Erinnerungen an die alten Kraftwerk Tage auf. Alle anderen Songs wirken auf mich, wie oben erwähnt, wie Techno auf Valium. Monotone durchgehende Basismelodien treffen auf trancige E-Drums. Die Songs 2 - 5 ähneln einander stark. Das ist zwar nie ganz schlecht, aber irgendwie fehlt mir der letzte Kick. Die Tour De France Soundtracks hinterlassen auf mich einen zwiespältigen Eindruck. Vielleicht erwartet man von Kraftwerk, besonders nach einer derart langen Pause, einfach zuviel. Irgendwie finde ich das Album nicht sehr innovativ. Es ist nicht schlecht, aber eben auch nicht besonders gut. Ordentliche Durchschnittskost im typischen Kraftwerk Soundgewand, würde ich mal sagen. Die Band hat schon bessere Alben herausgebracht.
Rezensent: MP
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