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Albumbesprechung Kraan - Andy Nogger

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Interpret: Kraan

Titel: Andy Nogger

Erscheinungsjahr: 1974

Genre: Krautrock, Jazz-/Funkrock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen
(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Andy Nogger war das dritte Studioalbum der Band Kraan. Das Album erschien im Jahr 1974. Für Kraan bedeutete das Album so etwas wie den Durchbruch in Deutschland. Das Album wurde im klassischen Line-Up mit Peter Wolbrandt, Jan Fride, Helmut Hattler und Johannes Pappert eingespielt. Kraan ist/war mithin die beste und kreativste Musikkommune Deutschlands. Die Band entstammt dem Krautrock - zumindest wird sie sehr oft diesem Genre zugeordnet. Dabei konnte sich Kraan immer etwas aus der Masse dieser Bands herausheben. Ihr Stil war sehr experimentell gehalten. Die Basis lag im Bereich Jazzrock mit Elementen aus Funk und teilweise orientalisch anmutenden Klängen. Heute würde man so etwas vielleicht Jazzfusion nennen.

Die Besetzung war richtig gut. Hellmut Hattler wird zu den besten Bassisten in Deutschland gezählt und genießt in der Bassistenszene einen enorm guten Ruf. Hattler erhob den Bass fast in den Rang eines Melodieinstrumentes. Peter Wolbrandt ist ein, nach meiner Meinung; sträflich unterbewerteter Spitzengitarrist. Technisch spielte Wolbrandt immer auf einem hohen Niveau, auch wenn ihm manchmal unnötige Frickelei vorgeworfen wurde. Jan Fride trommelte gut und immer sehr songdienlich. Sein Drumsound auf Andy Nogger ist extrem trocken, passt aber ganz gut. Johannes Pappert zeigte am Alt-Saxofon sein Können. Wenn man das Album hört, würde man schwören wollen, dass ein Keyboarder mitspielt. Aber das sind alles Sounds vom Altsaxofon Papperts.

Musikalisch lässt die Band auf Andy Nogger nichts anbrennen und zeigt einen guten Querschnitt ihres Könnens. Der Opener Stars geht gleich richtig gut ab. Die funky und jazzrockige Nummer kommt gut auf den Punkt. Auch der Titelsong Andy Nogger kommt jazzrockig daher. Alto breitet hier immer wieder schöne Klangstrukturen aus, über die Wolbrandt angenehme Gitarrenmotive legt. Nam Nam beginnt dezent, wird aber im weiteren Verlauf permanent gesteigert. Die Band zeigt sich von der rockigen Seiten, Wolbrandt haut hier ein bemerkenswertes Gitarrensolo raus. Son Of The Sun ist eine schrille und rhythmisch vertracktere Nummer. Holiday am Matterhorn ist ein Bandklassiker, der vor allem Live zum festen Set der Band gehörte. Hier packt vor allem Hattler seine typischen fetten Delay-Basslinien aus. Home ist ein ruhiger Song mit leichten Anspielungen an Funk und Rock. Mit Yellow Bamboo zeigt die Band schließlich, was sie unter Boogie-Rock versteht. Das klingt, in Verbindung mit diesen orientalisch klingenden Sounds, sehr interessant.

Kraan spielt auf Andy Nogger in Hochform. Die Band geht ohne Kinkerlitzchen zur Sache, es gibt praktisch keine Ausrutscher oder Belangloses, wie auf späteren Alben. Kraan bietet dem Hörer hier groovige und einfallsreiche Rockmusik. Auch wenn die Stärken der Band eigentlich im Live-Bereich lagen, so bringen Kraan gerade auf Studioalben wie diesen viel von ihrer ungemeinen Spielfreude rüber. Gute Songs + gute Band + gute Produktion von Conny Planck = gutes Album.

Trackliste

  1. Stars – 5:17
  2. Andy Nogger – 3:50
  3. Nam Nam – 5:50
  4. Son Of The Sun – 5:02
  5. Holiday am Matterhorn – 7:40
  6. Home – 5:40
  7. Yellow Bamboo – 4:25

Rezensent: MP