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CD-Kritik Sass Jordan - RatsAnzeigeTitel: Rats Erscheinungsjahr: 1994 Genre: Rock Bewertung: ![]()
Rats ist das dritte Album der kanadischen Sängerin Sass Jordan. Das Album erschien im Jahr 1994. Wieder wurde das Album, wie das Vorgängeralbum Racine, in den USA aufgenommen. Besetzungsmäßig hatte sich einiges geändert. Am Bass tauchten verschiedene Musiker auf, u. a. Carmine Rojas oder Tony Reyes. An den Drums saß dieses mal vor allem Brian Tichy. Gitarrist Stevie Salas bildete aber eine Konstante. Er prägte schon das Vorgängeralbum, sein Einfluss schien auf diesem Album noch größer zu sein. Insgesamt klingt das Album etwas härter und vielleicht etwas kompromissloser. Möglicherweise liegt das am Mix durch Michael Wagener, welcher sich damals in Heavy Kreisen einen guten Namen gemacht hatte. Musikalisch ist das gradliniger Rock'n'Roll mit einer guten Prise Soul und Blues. Textlich wurde Sass persönlich-konkret, viele Songs tragen stark autobiographische Züge. Die Songs: Damaged eröffnet das Album kompromisslos. Die Drums treiben den Song gut an, die harten Single Note Gitarrenlines erinnern stellenweise an Hendrix. Slave nimmt den Fuß etwas vom Gas, ohne jedoch balladesk zu werden. Durch die Gitarrenarbeit von Stevie Salas erinnert der Song wieder etwas an Hendrix und klassischen US-Rock. Pissin' Down beginnt noch ruhiger, fast schon bedächtig. Im Refrain bricht die Band dann immer wieder schön heraus und bietet eine schöne Steigerung an. Sass Jordan klingt hier irgendwie nach Tina Turner. High Road Easy rockt unglaublich gut. Wäre der Song im Strophenteil nicht so sparsam instrumentiert, könnte es einem glatt den Hut wegblasen. Der Song groovt wie Hölle, Stevie Salas spielt eine brillante Rockgitarre und Sass Jordan shoutet gut. Sun's Gonna Rise ist Balsam für die Ohren. Die kurze Ballade mit den Streichersequenzen geht angenehm unter die Haut. Head rockt wieder mehr. Gesanglich erinnert das manchmal an den 60er Psychedelic-Rock. Ugly klingt anfangs nach einem verrückten Country Blues, entwickelt sich dann zu einem harten Bluesrock.I'm Not beginnt balladesk, wird im Refrain aber immer wieder durch härtere Parts unterbrochen. Honey beginnt wieder mit einem harten Bluesrockriff und besitzt eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Song Ugly. Wish rockt locker drauflos. Das besitzt einerseits die Leichtigkeit der Westcoast Musik plus die rockige Attitüde des Southern-Rock. Breakin' ist eine weitere Ballade, die wiederum von Akustikgitarren und Streichern bestimmt wird. Give beschließt das Album als akustische Southern-Rock Ballade. Ähnliches hat man schon mal gehört, aber man freut sich immer wieder über solche Songs. Sass Jordan legte mit Racine und Rats ihre Hauptwerke vor. Beide Alben sind empfehlenswert, wobei Rats etwas stärker wirkt. Auf Rats fand Sass Jordan ihren Sound - kompromisslosen Rock'n'Roll plus viel Soul und Blues. Sie singt klasse, erinnert hier mehr an Tina Turner denn an Janis Joplin. Die Band spielt wieder extrem songdienlich, wobei sich Gitarrist Salas hier vordergründiger als auf dem Vorgängeralbum zeigt. Alle Songs sind hörenswert. High Road Easy, Pissin' Down, Damaged, Slave oder etwa Give stellen die Highlights dar. Rats ist ein starkes Rockalbum mit einer grandios shoutenden Sass Jordan.
Rezensent: MP
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