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Interpret: Nina Hagen Band

Titel: Nina Hagen Band

Erscheinungsjahr: 1978

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen
(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension:


Nina Hagen hat über die Jahre immer wieder von sich reden gemacht. Die Frau ist ziemlich einzigartig und gibt sich gerne schrill. Dieses Album war ihr erstes vernehmbares Lebenszeichen (wenn man mal die Schlagererfolge in der DDR vergisst). Nina Hagen verschlug es nach der Ausbürgerung aus der DDR nach London. Dort fand sie schnell Anschluss an die Punk Szene und war wohl kurz Mitglied der Slits. In Berlin stellt sie eine Band zusammen, besser gesagt nahm sie die Band Lokomotive Kreuzberg plus Reinhold Heil und machte daraus die Nina Hagen Band. Irgendwie lebte die Band natürlich von der schrillen und stets präsenten Nina Hagen. Vielleicht war die Band da nur Beiwerk. Für mich war die Band damals geradezu sensationell gut. Die Truppe performte Spitze, ihr Zusammenspiel war perfekt, alles auf einem sehr hohen Niveau. Dementsprechend gelang auch die erste Platte sehr gut. Das rockte und groovte. Alles war klasse eingespielt und perfekt produziert. Ich weiß nicht, ob Nina Hagen ohne die Band so viel Erfolg gehabt hätte - wer weiß? Aber eines ist auch klar: die Band hatte unter dem Namen Spliff ohne Nina Hagen sehr großen Erfolg. Anyway.

Die Titel:
  1. TV Glotzer. Eine Cover Version des Tubes Titels. Super gemacht, klasse gespielt und Nina Hagen rotzte gut ab.
  2. Rangehn. Schöner Titel von Potschka und Hagen. Ein tolles Stück Rockmusik. Treibender Rhythmus, auch klasse gespielt.
  3. Unbeschreiblich weiblich. Ein origineller Titel, typisch Hagen. Die Band überlasst Nina klasse den Vordergrund, die Musik transportiert den Titel. Gut.
  4. Auf'm Bahnhof Zoo. Beginnt fast schon monumental. Eine Riesenproduktion mit internationalen Ansprüchen.
  5. Naturträne. Hier wird Nina im Prinzip nur von einer zwölfsaitigen Gitarre begleitet. Frau Hagen singt und kreischt - schrill und gut.
  6. Superboy. Der Song beginnt mit Bierzeltmusik und entwickelt sich zum Gitarrenlastigen Boogie. Boogiemäßig direkte Musik und Hagenmäßig direkter Text.
  7. Heiss. Ein schöner ideenreicher Song, eher vom Reggae beeinflusst. Mit einer sehr heissen Frau Hagen!
  8. Fisch im Wasser. Schöne Idee. Lustiger Song, A Capella performt. Der zweite Teil wurde einfach rückwärts eingespielt
  9. Auf'm Friedhof. Eine tolle atmosphärische Nummer. Anfangs von der 12-saitigen gespielt, mit schönen passenden Effekten. Irgendwann setzt die Band fulminant ein. Der Bass treibt brutal. Sehr gut gesielt.
  10. Der Spinner. Im Balladenstil beschreibt Nina Hagen ihre Ansicht eines 'Spinners'. Gute Lyrik, musikalisch gut interpretiert.
  11. Pank. Überraschung: Pank ist ein Stück, das im Punk Stil gespielt wird. Wild, ungehobelt, rotzig, frech - o.K.
Abschließend kann man sagen, dass die erste Scheibe der Nina Hagen Band ein Standardwerk deutscher Rockmusik ist. Dieses Album gehört nach meiner Ansicht in jede Sammlung. Nina performt gut und schrill, die Band spielt unglaublich gut.

Rezensent: MP

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