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CD-Kritik Guns 'n' Roses - Chinese Democracy

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Interpret: Guns 'n' Roses

Titel: Chinese Democracy

Erscheinungsjahr: 2008

Genre: Hard-Rock, Rock

Bewertung: Wertung: 5 von 10 Sternen
(5/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension:

Chinese Democracy ist das sechste Album der Band Guns N'Roses bzw. der Überreste der Originalband. Das Album erschien im Jahr 2008 und es war das erste Album der Guns seit 1993. Die Arbeiten zum Album begannen angeblich schon ab 1994. Aber anscheinend lief damals nichts mehr zusammen. Slash ging, als er sich mit Axl Rose überwarf. Kurz später gingen auch noch Matt Sorum und Duff McKagan. Eigentlich war die Band damit Geschichte. Nur Axl Rose hielt an dem Goldesel Guns n'Roses fest. Immerhin zahlte ihm die Plattenfirma einfach mal so eine Million Dollar vorab. Trotz Millionenzahlungen der Plattenfirma an Rose schaffte er es aber nicht, gerade mal so ein Album abzuliefern.

Bis ins Jahr 2008 dauerte es eben, als er Chinese Democracy dann vorlegte. Rose hatte sich bis dahin mit einigen verschiedenen Musikern umgeben und versuchte sich mit unzähligen Gitarristen - die bekanntesten davon sind vor allem Bumblefoot und Buckethead.

Das Album schaffte es gleich bis auf Rang 3 der Billboard 200, in den meisten anderen Ländern reichte es locker in die Top 10. Die Verkaufszahlen blieben aber weit hinter den Erwartungen zurück, auch wenn sich das Album bis 2009 nach offiziellen Angaben immerhin über 2,5 Millionen mal verkauft haben soll.

Irgendwie war das ganze aber auch sehr komisch. Viele Musikhörer verdammten das Album schon, bevor sie es überhaupt gehört hatten. Auch die Kritiker konnten sich nicht alle für das Album erwärmen. Axl Rose scheint auch irgendwie etwas angefressen zu sein. Fragen nach weiteren Alben kommentiert Rose wohl immer mehr als bissig.

Musikalisch bietet die Band auf Chinese Democracy klassischen Rock und Hard-Rock mit moderneren Einflüssen aus Alternative- und Indierock. Der Titelsong eröffnet das Album mit klassischen Heavyriffs und einigen Einflüssen aus Alternative-Rock. Noch mehr in Richtung Alternative geht es mit Shackler's Revenge und Better setzt in der Richtung mit einigen Hip Hop Einlagen noch einen drauf. Street Of Dreams offeriert uns dann die Ballade, die es bei Rose braucht. Erinnert an früher und klingt nicht mal schlecht. If The World kokettiert dann wieder mit Hip Hop und klingt gar nicht nach Hard-Rock. Der Song passt aus meiner Sicht nicht zu der Band. Auch There Was A Time beginnt etwas sonderbar, legt aber im Songverlauf zumindest etwas zu. Allerdings klingt der Song etwas überproduziert.

Mit Catcher In The Rye legt die Band dann einen leicht balladesken Rocker vor, mit Scraped gibt es wieder etwas mehr Druck mit einigen Alternative-Anteilen. Riad N' The Bedouins beginnt mit Electronic-Geplänkel, für das es eine Plagiatklage gab. Danach legt die Band aber gut zu, das klingt nicht mal schlecht. Mit Sorry gibt es dann noch mal eine Ballade, die mich an alte Sabbath Balladen erinnert. Auch I.R.S ist insgesamt ein relativ balladesker Rocker, der allerdings stellenweise angenehm rockig daherkommt. Madagascar ist dagegen wieder mit sehr vielen sonderbaren synthetischen Beats unterlegt, dazu gibt es relativ vorhersehbare Orchestrierungen. Nur die Steigerungen klingen hier ganz ordentlich. This Is Love ist dann noch einmal eine Ballade, die ziemlich schwülstig kling. Auf Prostitute liebäugelt die Band wieder mit diesen komischen synthetischen Beats, die man aus der schlechten Bon Jovi Phase a la Keep The Faith kennt. Der Song hat vielleicht gute Momente, aber kann nicht überzeugen.

Mit Chinese Democracy ist das wieder einmal so eine Sache. Ich habe sehr viele üble Verrisse über das Album gelesen, mancher hatte das Album vielleicht gar nicht gehört und wollte Axl Rose einfach eine mit auf den Weg geben. Tatsächlich bin ich persönlich nach dem Hören etwas ratlos. Das ist weder Fisch noch Fleisch, was uns Rose hier kredenzt. Über die extrem lange Produktionsphase hat sich anscheinend einiges an Material angesammelt. Und stilistisch liegt das doch weit auseinander. Da gibt es wenig klassischen Hard-Rock, dazu Soft-Rock, Pop, Hip Hop, Balladen und vieles mehr. Die Ansätze sind stellenweise durchaus gut, aber der rote Faden fehlt aus meiner Sicht total. Mich überzeugt das nicht. Aber fairerweise muss man auch sagen, dass Chinese Democracy nicht total schlecht ist. Aber letztlich muss man sich die Frage stellen, ob Guns 'n' Roses ohne Slash funktioniert. Ich persönlich glaube es nicht.

Die Tracks:

  1. Chinese Democracy 4:43
  2. Shackler's Revenge 3:37
  3. Better 4:58
  4. Street of Dreams 4:46
  5. If the World 4:54
  6. There Was a Time 6:41
  7. Catcher in the Rye 5:53
  8. Scraped 3:30
  9. Riad n' the Bedouins 4:10
  10. Sorry 6:14
  11. I.R.S. 4:28
  12. Madagascar 5:38
  13. This I Love 5:34
  14. Prostitute 6:15

Rezensent: MP