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AnzeigeAlbumbesprechung Guano Apes - Bel AirInterpret: Guano ApesTitel: Bel Air Erscheinungsjahr: 2011 Genre: Rock Bewertung: ![]()
Bel Air ist das vierte Studioalbum der Guano Apes. Das Album wurde am 01. April 2011 veröffentlicht, schoss in Deutschland gleich auf die Topposition der Charts und verdrängte damit Grönemeyers Schiffsverkehr von Rang 1 der Charts (so meldete am 12. April Media Control). Anscheinend waren viele Guano Apes Fans froh, wieder einmal etwas von der erfolgreichsten Deutschen Alternative/Crossover-Rockband zu hören. Die Guano Apes hatten zuvor eigentlich so ziemlich alles richtig gemacht. Die Band legte zwei gute Alben vor und sagte dann mit dem dritten Album tschüss. Das kann ein guter Weg sein, so bleibt man in guter Erinnerung und steigt noch auf dem Höhepunkt aus. Außerdem ersparte sich die Band damals weitere Spannungen. Für Fans ist so ein frühes Ende aber immer hart, auch die Band hat nun wohl einen gewissen Nachholbedarf erkannt und wollte noch mal etwas sagen. Leider legt sie kaum mehr als ein Lippenbekenntnis vor. Die Apes knüpfen mit Bel Air eher an Walking On A Thin Line als an die ersten beiden Alben an. Damit knüpft die Band an eine Phase an, welche den klassischen Fan nicht so recht zufrieden stellte. Sandra Nasic spricht bezüglich Bel Air von dem so oft zitierten musikalischen Reifeprozess. Das ist keine schlechte Sache, aber viele Bands verlieren mit dem Reifeprozess auch an Biss. Das ist bei den Apes so. Man kokettiert mit gut produziertem Rock-Pop und Electro und verliert den alten Crossover zwangsläufig aus den Augen. Musikalisch zeigt die Band dennoch ihr Potential. Das klingt ziemlich perfekt, Sandra Nasic singt flexibler als früher. Musikalisch bietet die Band alten Fans auch noch das eine oder andere Leckerli. Da wären z. B. Songs wie Oh What A Night, Tiger und Trust zu nennen. Allerdings macht die Band auch mit Song wie Sunday Lover, Fanman und Fire In Your Eyes schmerzhaft klar, dass man die alten Crossover Sounds nur zu gerne dem gefälligen Poprock opfert. Dazu gibt es dann noch einige schöne rockige Songs mit interessanten Ideen. Qualitativ geht das in jedem Fall in Ordnung, kein Song fällt total ab. Bel Air kann den klassischen Guano Apes Fan zwar enttäuschen, aber man sollte bei Bewertungen auch fair bleiben und das Album nicht komplett verdammen. Bel Air ist mit Sicherheit kein schlechtes Album. Die Band präsentiert nach wie vor gute Ideen. Ude platziert durchsetzungskräftige und interessante Basslinien. Rümenapp zaubert wieder schöne Klangteppiche und Nasic zeigt sich gesanglich in guter Form. Sie klingt durchaus besser als früher und wirkt variabler, verliert dadurch aber auch etwas ihrer ursprünglichen Härte. Betrachtet man Bel Air isoliert, dann kann man von einem gelungenen Album sprechen. Vergleicht man das Album aber mit dem, für das die Guano Apes bei vielen Fans vor allem stehen (Lords Of The Boards , Open Your Eyes usw.), dann wirkt Bel Air etwas enttäuschend. Dagegen wirkt das Album fast wie ein zahnloser Tiger - aber ein Tiger ist es zumindest noch.
Rezensent: MP
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