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CD Besprechung Peter Gabriel - Scratch My BackAnzeigeTitel: Scratch My Back Erscheinungsjahr: 2010 Genre: Symphonic Pop Bewertung: ![]()
Scratch My Back ist das achte Studioalbum von Peter Gabriel. Das Album stammt aus dem Jahr 2010. Gabriels Fans mussten eine lange Zeit warten, immerhin stammt das Vorgängeralbum Up aus dem Jahr 2002. Peter Gabriel überrascht mit Scratch My Back etwas, denn das Album besteht nur aus Coverversionen. Der Text auf dem Sleeve verrät, dass er sich über die Covers viele Gedanken gemacht hat. Das Projekt entstand wohl schon im Jahr 2008 und wurde über die Zeit ausgebaut. Das Grundprinzip lautet "eine Hand wäscht die andere". Gabriel covert einen Song von einem Künstler, der covert dafür einen Gabriel Song. Eine interessante Idee, die dem Projekt auch den Namen gab (Scratch my Back and I'll scratch yours). Beide Alben hätten eigentlich zeitgleich herauskommen sollen. Nun ist es aber wohl so, dass das Album I'll scratch Yours, auf dem die anderen Künstler dann Covers von ihm bringen, später herauskommt. Peter Gabriel und Coverversionen - da kann eigentlich kein ganz normales Werk herauskommen. Schon die Vorgabe von Gabriel "no drums no guitars" ist ungewöhnlich. Der Schwerpunkt lautet Orchester und Stimme. Dieses Konzept kam ganz gut an. In Deutschland z. B. reichte es für Rang 2 der Charts, in vielen anderen Ländern ging es in die Top 5. In Belgien (wallonische Charts) war sogar Rang 1 drin. Nur im Heimatland UK lief es mit Rang 12 nicht ganz so gut, ebenso ist Rang 26 in den US-Billboardcharts sicherlich nicht überragend. Die Kritiken zum Album fielen zwar oft gut aus, allerdings gab es durchaus auch verhaltene Bewertungen. Die Times konnte z. B. nur wenig an dem Album finden. Vielen Fans ging es ähnlich. Mit Coverversionen ist das immer so eine Sache. Die Gefahr, dass man mit dem Original nicht mithalten kann, ist schon groß. Und es stellt sich natürlich immer die Frage, was man mit den Songs macht. Man könnte den Song einfach nur nachspielen oder ihn eigenständig interpretieren. Gabriel entschloss sich zu einem Mix, auch wenn die orchestrale Gestaltung an sich sehr eigenständig ist. Grundsätzlich muss man festhalten, dass Gabriel dem Hörer eine mächtige Prise Melancholie mitgibt. Das ist an sich nichts schlechtes, allerdings muss es natürlich auch zum Song passen. Beim Opener Heroes geht die Rechnung aus meiner Sicht nur bedingt auf. Es fehlt dieser einzigartige Druck des Originals. Das Bowie Original ist so fast nicht zu erreichen, da reicht die Steigerung in der zweiten Songhälfte leider nicht. Dennoch ein durchaus ordentlicher Auftakt ins Album. Bei Mirrorball und Flume passt das Konzept gut, denn die Songs klingen im Original durchaus ähnlich. Auch auf Lou Reeds The Power Of The Heart und My Body Is A Cage von Arcade Fire wurde die Originalstimmung gut eingefangen, wobei die Lou Reed Version im Vergleich zum Original leider etwas langatmig wirkt. Ähnlich geht es mir bei The Book Of Love, Neil Youngs Philadelphia und Randy Newmans It's Going To Rain Today. Die Songs klingen an sich gut, erreichen jedoch das entsprechende Original nicht ganz. Auch die Radioheads Nummer Street Spirit (Fade Out) überzeugt mich nicht total. Beim Cover von Paul Simons The Boys in The Bubble ist es kaum anders. Da fehlt diese naive Fröhlichkeit des Originals, die charakteristisch für die Township Stimmung des Originals ist. Apres Moi von Regina Spektor besitzt im Original auch eine unbekümmerte Power, die der Gabriel Version wiederum fehlt. Interessant finde ich jedoch die Version des Talking Heads Songs Listening Wind. Gabriel bringt diese innere Zerrissenheit des Originals gut zur Geltung. Es gibt Künstler, von denen ich nie ein schlechtes Album erwarten würde. So verhält es sich bei Peter Gabriel. Der ist ein so außergewöhnlicher Künstler mit einer so speziellen Ausstrahlung und Stimme, dass man schlechte Werke praktisch ausschließen kann. Mit Scratch My Back gerät meine Auffassung nicht wirklich in Gefahr, sie wird aber nicht gerade gestärkt. Aufgrund der Instrumentierung legt Gabriel ein extrem ruhiges und sehr melancholisch klingendes Album vor. Das ist perfekt eingespielt, klasse gesungen und in sich durchaus stimmig. Aber im direkten Vergleich mit den Originalsongs können mich die Coverversionen nicht immer überzeugen. Auf mich wirkt das Album auch etwas zu getragen und zu oft würde ich persönlich lieber das Original auflegen, als die Gabriel Version anzuhören. Die Tracks (in Klammern die Originalinterpreten):
Rezensent: MP
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