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Albumbesprechung Frankie Goes To Hollywood - Welcome To The PleasuredomeAnzeigeTitel: Welcome To The Pleasuredome Erscheinungsjahr: 1984 Genre: Electro-Pop Bewertung: ![]()
Welcome To The Pleasuredome war das Debütalbum der Band Frankie Goes To Hollywood (kurz FGTH). Das Album erschien im Jahr 1984 und wurde ein sensationeller Erfolg. Noch bevor das Album auf den Markt kam, platzierte man drei Singles auf den Markt, die allesamt auf Platz 1 der Hitparade schossen: Relax, Two Tribes und Power Of Love. Drei Debütsingles hintereinander auf Rang 1 der Charts - das gab es in England zuvor nur einmal. Danach kam das Album Welcome To The Pleasuredome auf den Markt. Welcome To The Pleasuredome war ein, für damalige Verhältnisse, sehr umfangreiches Doppelalbum. Das Album wurde im Sog der Hitsingles weltweit ein großer Erfolg. Aber schon die später ausgekoppelte Single Welcome To The Pleasuredome konnte nicht mehr bis ganz oben in klettern und die Nachfrage nach FGTH ließ spürbar nach. Frankie Goes To Hollywood war eine Band aus Liverpool. Offiziell gab es die Band schon ab 1980, anfangs unter dem Namen Hollycaust. Die Musiker waren bis dato relativ unbekannt. Die Band arbeitete sich etwas skandalträchtig nach oben und lieferte eher Unausgewogenes ab. Um 1982 trat die Band in einigen Clubs auf und sie wurden dort vom Starproducer Trevor Horn entdeckt. Er und Paul Morley gründeten gerade das Label ZTT und nahmen Frankie Goes To Hollywood unter Vertrag. Was folgte, war eine außerordentliche Erfolgsgeschichte. Das Album war damals schon außergewöhnlich. Horn ist ein alter Fuchs, der den Jungs optimale Aufnahmetechniken zur Verfügung stellte. Im Team mit dem Journalisten Morley gelang es ihm auch mühelos, die Band optimal und werbewirksam zu präsentieren. Dabei war oft die Rede davon, die Band würde selbst eigentlich nicht spielen. Allerdings widerlegte die Band das später durch ordentliche Liveperformances. Die Songs: Der Opener The World Is My Oyster ist ein kurzes orchestrales Versatzstück. Der zweite Song Welcome To The Pleasuredome ist mit knapp über 13 Minuten recht lang. Der Song wurde mit etlichen Soundgimmicks eingeleitet und startet dann in einen für die Band typischen Electro-Pop. Der Song ist perfekt produziert und intelligent eingespielt. Johnson singt den Song gut ein, der Refrain klingt sehr eingängig. Relax wurde zuvor ausgekoppelt. Relax besitzt wieder einen tanzbaren Disco-Rhythmus. Auch hier bekommt man einen perfekten Electro-Pop angeboten. War ist eine Coverversion. Der Song fällt etwas ab und erreicht die Qualität des Originals nie. Two Tribes gehört wieder zu den vorher ausgekoppelten Hitsingles. Auch hier bietet die Band wieder eine glänzende Electro-Pop Nummer mit einem treibendem Rhythmus. Tag ist ein orchestraler Mini Song mit gesprochenem Text. Fury ist eine kurze Synthesizerballade, im Prinzip eine Adaption des Titels Ferry Cross The Mercy. Born To Run stammt im Original von Bruce Springsteen. Den Song präsentiert die Band relativ nahe am Original, allerdings wird der Song produktionstechnisch erheblich aufpoliert. Damit müssten Springsteen Fans leben können. San Jose fällt aus dem Rahmen. Den alten Burt Bacharach Titel belässt die Band im Bereich Bar-Jazz. Wish The Lads Were Here ist ein Electro-Pop Song mit New Wave Anleihen. Mit dem New-Wave Feel kann sich der Song von den vorherigen Electro-Pop Nummern abheben. The Ballad Of 32 ist eine interessante sphärische Instrumentalnummer, die bisweilen an Pink Floyd erinnert. Krisco Kisses bietet eine gelungene Mischung aus Electro-Pop, New Wave und Punk. Das klingt insgesamt fast wie Alternative-Rock. Black Night White Light ist eine größtenteils entspannt gespielte Nummer mit laid-back gespielter Gitarre. Der Song klingt wie ein Mix aus Simple Minds, Alan Parsons und FGTH. The Only Star In Heaven bringt ein gerapptes Intro und ist eine funky Nummer mit New-Wave Anteilen. Ein Gitarrenriff im Song erinnert stark an Falcos Kommisar. The Power Of Love wurde auch erfolgreich ausgekoppelt. Die Band präsentiert eine glänzende Ballade, die stellenweise herrlich dramatisch wirkt. Bang ist der letzte Song des Albums. Mit der klassikorientierten Melodie und dem Pedalton klingt das recht gut. Bei FGTH stellte sich immer die Frage, ob die Band und dieses Album nicht mehr als ein Kunstprodukt darstellte. Kunstprodukt hin oder her: Welcome to The Pleasure Dome ist eine faszinierende Scheibe. Das klingt alles äußerst gut. Trevor Horn sei Dank wurde alles extrem perfekt produziert und eingespielt. Welcome To The Pleasuredome ist ein Meilenstein des Electro-Pop, das Album sollte man einmal gehört haben. Es gibt kaum nennenswerte Ausfälle. Die schwächsten Songs bilden die Coverversionen, wobei War und San Jose nicht gut gelungen sind und Born To Run zumindest nicht übermäßig originell wirkt. Davon abgesehen legen FGHT ein vorzügliches und sehr unterhaltsames Album vor. Original LP
Rezensent: MP
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