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Review Ian Dury & The Blockheads - Live At Rockpalast 1978

Interpret: Ian Dury & The Blockheads

Titel: Live At Rockpalast 1978

Erscheinungsjahr: 2012

Genre: New Wave

Bewertung: Wertung: 9 von 10 Sternen

(9/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Ein weiteres Bonmot aus dem Rockpalast Archive gibt es mit der DVD / CD Ian Dury & The Blockheads - Live At Rockpalast 1978. Veröffentlichungsdatum soll der 27. Juli 2012 sein.

Auch im Fall Ian Dury handelt es sich um einen der berühmten Glücksgriffe des Rockpalast Teams. Der Punk war 1978 schon am Abebben, dafür spielten sich erste New-Wave Künstler nach oben. Einer davon war Ian Dury, der in Deutschland Anfang 1978 aber kaum mehr als ein Insidertipp war. Der WDR holte Ian Dury kurz nach Release des Debütalbums New Boots And Panties nach Deutschland, am 21. Februar 1978 stieg die Party (zumindest auf der Bühne) im WDR-Studio Köln. Auf alle Fälle ist es eine schöne Erinnerung an den leider schon 2000 verstorbenen Dury.

Ian Dury trat in Köln mit folgenden Musikern an: Chaz Jankel (guitar, keyboards), John Turnbull (guitar, vocals), Micky Gallagher (keyboards, vocals), Norman Watt-Roy (bass, vocals), Davey Payne (saxophone) und Charlie Charles (drums, vocals).

Ich denke, man kann Ian Dury schon als eine Art Sonderling bezeichnen - das ist keinesfalls despektierlich gemeint. Aber seine Erscheinung war bemerkenswert. Er wirkte immer etwas abgezehrt, seine Augenränder waren beachtlich. Dazu ging er in der Regel mit Stock und Hut auf die Bühne. Nun brauchte er den Stock durchaus, da Dury durch eine Kinderlähmung gehbehindert war. Aber daraus machte Dury eine Tugend, er lebte die Behinderung offensiv nach außen. Manchmal konnte man meinen, er zog Stärke aus der Behinderung. Auf der Bühne gab sich Dury gerne etwas verrückt. Er wirkte fast schon manisch depressiv. Mal unterkühlt, mal völlig aus dem Häuschen. Dazu seine Ansagen im schönste dreckigen Cockney, das war Entertainment pur.

An diesem Abend gaben Dury und seine Band alles, wirklich alles. Den Auftakt macht der größte Hit von Dury, Sex And Drugs And Rock'n'Roll. Die Band agiert perfekt, Dury wirkt noch etwas unterkühlt. Ob sich das aufs Publikum auswirkte? Die Leute saßen ruhig auf den Stühlen und spendeten brav Applaus. Der nächste Song I'm Partial To Your Abacadabra animierte zum Hüftschwingen oder zum Tanzen auf den Tischen. Das Publikum indes blieb weiterhin brav sitzen. Dury nahm es mit viel Humor, er macht Faxen in bester Jango Edwards Manier. Dazu rockte die Band grundsolide und perfekt. Dury und seine Blockheads präsentierten ein unfassbar gutes Konzert. Es war in jeder Phase extrem eigen und scheinbar überforderte Dury sein Publikum etwas. So ganz nebenbei spielt er mit den Blockheads alle wichtige Songs der Band, von Sex And Drugs über Wake Up And Make Love With Me und Clevor Trevor bis hin zu What A Waste.

Fazit Das ist echte Show und echtes Showtalent, was Dury mit den Blockheads präsentierte. Manchmal denke ich an Jango Edwards, auch Dury geriert sich nicht selten wie eine Art Musik-Clown. Aber hier steht die Musik dann doch im Mittelpunkt. Und diese Musik ist verdammt gut. Dury war eine der Entdeckungen des New Wave, hier bekommt man das Ergebnis Live. Die Aufnahmequalität ist, wie immer, perfekt. Die Bildqualität ist gut. Dury und Band liefern eine perfekte Show und machen diese Rockpalastaufnahme einmal mehr zu einem fast unverzichtbaren Kleinod.

 

Trackliste

  1. Sex And Drugs And Rock'n'Roll 4:13
  2. I'm Partial To Your Abacadabra 3:04
  3. Wake Up And Make Love With Me 4:52
  4. Clevor Trever 5:12
  5. If I Was With A Woman 4:22
  6. You're More Than Fair 4:32
  7. Billericay Dickie 3:49
  8. Sweet Gene Vincent 4:16
  9. Upminster Kid 4:22
  10. What A Waste 4:20
  11. Plaistow Patricia 4:48
  12. I Made Mary Cry 3:14
  13. Black Mail Man 2:50
  14. My Old Man 4:14
  15. Blockheads 5:43

Rezensent: MP

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