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Albumbesprechung Elvis Costello - Secret, Profane & SugarcaneAnzeigeTitel: Secret, Profane & Sugarcane Erscheinungsjahr: 2009 Genre: Folk, Country, Americana Bewertung: ![]()
Secret, Profane & Sugarcane ist ein Studioalbum von Elvis Costello, das im Jahr 2009 veröffentlicht wurde. Costello nahm das Album in Nashville auf, der Hochburg des Country. Von daher ist es wenig verwunderlich, dass sich Costello musikalisch stark im Bereich Folk-Country bewegt. So richtig erfolgreich war das Album eigentlich nicht. Im UK erreichte das Album Rang 71 der Charts, fiel aber schon nach einer Woche wieder aus den Top 100. In den Billboard 200 kam es immerhin auf Rang 13, konnte sich aber auch nicht lange oben halten. Costello konnte zwar viele gute Kritiken einheimsen, aber es gab auch Kritiker, welche das Album nicht ganz so gut fanden. Elvis Costello ist schon ein etwas sonderbarer Kauz. Der Mann brachte einige essentielle Alben auf den Markt und galt als ernstzunehmender sozialkritischer Songwriter. Dann kam die Sache mit der Beschimpfung von Ray Charles. Für Costello war das aber interessanterweise kein Beinbruch, ganz im Gegenteil. Er treibt sich nun, mehr oder weniger, als granteliger Außenseiter erfolgreich in den USA rum. Im Lauf der letzten 15 Jahre war Costello ein Wanderer zwischen allen musikalischen Welten. Er experimentierte im Jazz, in der Klassik, machte Soundtracks und so weiter und so fort. Ab und zu gibt er sich die Ehre mit seinen alten Bands Attractions bzw. mit den Imposters. Diese Bandalben gelten dabei immer als die besseren Werke, welche Costello aufgenommen hat. Leider ist Secret, Profane and Sugarcane keines dieser Bandalben. Costello ging, wie erwähnt, nach Nashville. Dort wurde eine Akustikcombo zusammengestellt und es wurden mal eben 13 Songs eingespielt. Was soll man dazu nun sagen? Costello klingt sehr US-Amerikanisch. Ähnliche Musik produzierte er zuletzt 1986 mit dem Album King Of America. Das Album kam damals recht gut an, vielleicht versuchte er es deshalb noch mal. Man kann über so etwas trefflich streiten. Aus meiner Sicht ist Costello anscheinend nichts mehr neues eingefallen. Er hat einige alte Songs von sich selbst ausgegraben und neu abgemischt. Das Material wurde angeblich in gerade mal drei Tagen eingespielt, was sehr schnell ist. Das ist zwar nicht schlimm, aber die Songs sind nicht wirklich erste Sahne. Complicated Shadwos und Hidden Shame kennt man von All This Useless Beauty. Dazu gibt es ein paar Ideen, die aus einer unvollendeten Oper über Hans Christian Andersn und Jenny Lind stammen (How Deep Is the Red?, She Was No Good, She Handed Me a Mirror, Red Cotton). I Felt The Chill ist ein Song, den Costello mit Loretta Lynn geschrieben hatte. Zwei Songs hat er zusammen mit Produzent T-Bone Burnett geschrieben. Changing Partners wurde in der Version von Bing Crosby und Patti Page recht bekannt. Eines ist klar: bei Elvis Costello muss man mit allem rechnen, immer und überall. Musikalisch ist er ein Grenzgänger. Mir gefielen seine ersten Alben sehr gut, danach wirkte sein Output immer wieder etwas orientierungslos. Nun könnte man das hier auch sagen. Costello hängt hier voll im klassischen Americana Sound mit viel Country und Folk. Über der Musik thront dann aber immer dieser typische Costello Gesang, seine individuelle Note ist durchaus spürbar. Im Gegensatz zu Bob Dylans neuen Werken kommt aus meiner Sicht bei Costello die persönliche Note besser durch. Von daher ist das alles nicht schlecht. Texte schreiben kann Costello sowieso, sein Gesang ist einzigartig und sein Songwriting eigentlich immer brauchbar. Musikalisch hätte es gerne etwas mehr sein dürfen. Ein ordentliches Album, aber bei weitem nicht das beste Album von Elvis Costello. Aber wer diese akustische Americana Richtung mit Country bis Folk mag, der kann bedenkenlos zugreifen.
Rezensent: MP
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