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Albumbesprechung Chic - C'est Chic

Interpret: Chic

Titel: C'est Chic

Erscheinungsjahr: 1978

Genre: Disco

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

C'est Chic ist der Titel des zweiten Studioalbums der Band Chic. Das Album erschien im Jahr 1978.

Chic darf man ohne Zweifel als ein besonderes Phänomen bezeichnen. Es ist das Projekt des Gitarristen Nile Rodgers und des Bassisten Bernie Edwards. Beide waren zu dem Zeitpunkt schon bekannte Größen, aber mit dem Album gelang ihnen der endgültige Durchbruch. Wenn man so will begründeten Rodgers und Edwards mit dem Album eine besondere Richtung perfekt produzierter bis leicht überproduzierter Discomusik.

Nicht nur für ihr Projekt Chic war das der Durchbruch, erst recht für Rogers und Edwards. Beide waren ab dem Zeitpunkt extrem gefragte Produzenten. Dazu wurden beide, stilübergreifend, zu enorm angesehenen Musikern. So genießt Nile Rodgers unter Gitarristen wegen seines präzisen Rhythmusspiels geradezu Kultstatus, kaum anders verhält es sich unter Bassisten bezüglich des leider schon 1996 verstorbenen Bernard Edwards.

Für die Produktion überließen die beiden nichts dem Zufall. Sie produzierten zusammen mit Tonmeister Bob Clearmountain selbst und heuerten ein Reihe an Musikern an. Die Leadvocals übernahmen Alfa Anderson und Luci Martin, Gastsänger waren Diva Gray, David Lasley, Luther Vandross. An dem Drums saß Tony Thompson, die Keyboards wurden von Robert Sabino, Andy Schwartz und Raymond Jones eingespielt. Mit Marianne Carroll, Cheryl Hong und Karen Milne gab es unter dem Namen The Chic Strings eine eigene Streichersektion und dazu kam noch eine umfangreiche Bläsersektion.

Rodgers und Edwards machten scheinbar alles richtig. Sie kamen zu einer Zeit auf den Markt, als das Publikum weg wollte vom reinen Punk. Dafür durfte es gerne mal wieder schnulzig sein und sogar Discomusik wurde wieder salonfähig. Saturday Night Fever zeigte das schon 1977 und Chic hingen sich mit ihrem Debütalbum Chic daran. Letzten Endes war C'est Chic nur die Fortführung des Debütalbums, vielleicht noch etwas perfekter produziert.

Die Songs

"Chic Cheer" ist der Trademarksong der Band mit allen Elementen, welche Chic ausmachten: minimalistische Grundmuster untermauert mit einem zwingenden Dancefeel. Das klingt groovy und edel, erzeugt aber irgendwann auch gewisse Längen.

"Le Freak" war der erfolgreichste Song der Band. Auch hier gibt es die typischen Elemente, aber in jeder Form besser: Thompson groovt gut, Rodgers steuert seine scratchy Gitarrenparts dazu und Edwards erzeugt seine typisch grummelnden Basslines. Dazu der klassische weibliche Leadgesang und die Strings, wie man sie schon zu Temptationszeiten hören durfte.

Ähnlich gelagert sind die Songs "I Want Your Love" und "Happy Man" sowie "Funny Bone". "I Want Your Love" klingt vielleicht etwas weniger zwingend, dafür besitzt "Happy Man" etliche interessante Motive zwischen Soul und R&B, "Funny Bone" klingt einfach nur einladend fröhlich und freundlich. Weniger gut klappt das für meinen Geschmack bei "Sometimes You Win", dem schwächsten der Groove-Songs auf dem Album.

So richtig schmalzig balladesk konnte die Band auch, sehr gerne sogar. Auf dem Album wird die Ballade zweimal bedient, mit "Savoir Faire" und "At Last I Am Free". Während das auf "Savoir Fair" m. E. fast schon etwas zu viel des Guten ist, funktioniert die Ballade "At Last I Am Free" sehr gut.

Fazit Im Grunde genommen schürften Chic in den Annalen grooviger Musik bzw. des R&B. Etliche der Elemente konnte man schon in den frühen 1970ern bzw. im Discoboom ab ca. 1973 vernehmen. Aber Trends wiederholen sich bekanntlich und Chic präsentierten die richtige Musik zur richtigen Zeit. Für den Tanzboden war das im Prinzip genau das Richtige, zum reinen Anhören zuhause dagegen nicht das Optimale. Es kommt eben immer darauf an, was man von Musik erwartet bzw. zu welchem Zweck sie dienen soll. Zweckdienlich war C'est Chich in jedem Fall und davon abgesehen legten Chic mit C'est Chic ihr Meisterwerk und gleichzeitig einen Meilenstein der Popmusik vor. Tres Chic…

Trackliste

  1. Chic Cheer 4:42
  2. Le Freak 5:23
  3. Savoir Faire 5:01
  4. Happy Man4:17
  5. I Want Your Love 6:45
  6. At Last I Am Free 7:08
  7. Sometimes You Win 4:26
  8. (Funny) Bone 3:41

Alle Songs Bernard Edwards und Nile Rodgers

Rezensent: MP

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