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Info und Diskographie Thin Lizzy

Thin Lizzy ist eine irische Rockband, die um 1969 vom Bassisten Phil Lynott in Dublin ins Leben gerufen wurde. Die Band prägte die Rockmusik der 1970er Jahre entscheidend. Mit ihren prägnanten Twin-Lead Gitarren und dem charismatischen Lynott wurde Thin Lizzy zu einer der wichtigsten Bands des Hard Rock. Die Komponenten Gitarre und Lynott machten die Band auch im Prinzip aus. Auf der einen Seite der begabte Songwriter Lynott, auf der anderen Seite die vielen guten Gitarristen, die den Sound der Band immer wieder entscheidend mitprägten.

Neben Lynott gehörten Drummer Brian Downey und Gitarrist Eric Bell zum ersten Line-Up. Lynott kam ursprünglich von der Gitarre und war anfangs, so erzählte Eric Bell einmal, kein besonders versierter Bassist. Aber die Band konnte sich dennoch schnell einen sehr guten Ruf als Liveband erspielen. Als Lohn erhielt Thin Lizzy 1970 einen Plattenvertrag. Die ersten beiden Alben Thin Lizzy und Shades Of A Blue Orphanage enthielten zwar eine interessante Mischung aus Rock, Folk und Blues. Die Verkaufszahlen waren aber sehr bescheiden. Über Irlands Grenzen hinaus konnte sich die Band keinen Namen machen.

Das änderte sich bald. Thin Lizzy brachte auf Anraten ihres Managers eine rockige Version des Folksongs Whiskey In The Jar heraus. Die Single toppte in Irland und kam unter anderem im U. K. und in Deutschland in die Top 10 der Singlecharts. Eine nachfolgende Tournee mit Slade machte die Band noch bekannter. Das folgende Album Vagabonds Of The Western World verkaufte sich gut und warf mit dem Song The Rocker wieder einen veritablen Hit ab. Die Band wurde stilistisch etwas härter. Doch schon im Anschluss an das Album kam es zu Problemen. Eric Bell musste die Band verlassen, dafür kam kurzzeitig Gary Moore. Der ging aber bald wieder und auch Brian Downey verließ die Band vorübergehend.

Was im Prinzip wie eine Katastrophe aussah, erwies sich im Nachhinein als Glücksfall. Downey kehrte zurück und Lynott engagierte die beiden Gitarristen Brian Robertson und Scott Gorham. Diese vier bildeten die klassische und wohl auch eine der besten Thin Lizzy Besetzungen überhaupt. Robertson und Gorham waren stilistisch unterschiedlich. Robertson war Schotte und spielte recht impulsiv während der US-Amerikaner Gorham ziemlich relaxt spielte. Beide machten das Twin-Guitar Spiel zu einem Markenzeichen von Thin Lizzy. Twin-Leads waren nicht neu - das kannte man z. B. von Wishbone Ash oder auch den Allman Brothers schon. Aber Thin Lizzy erhob das Ganze zu einer Kunstform und zu einem Trademark. Die beiden folgenden Alben Nightlife (auf dem auch wieder einmal Gary Moore mitwirkte) und Fighting (mit den bekannten Songs Rosalie und Wild One) standen im Zeichen des neuen Sounds. Die Band wurde härter, auch wenn folkiges Material immer noch eine Rolle spielten. Beide Alben liefen nicht schlecht, aber mit der Band ging es nicht so richtig voran.

Im Jahr 1976 gelang der Band dann mit dem Album Jailbreak der Durchbruch. Das Album wird von Lizzy Fans als das wichtigste und beste der Band angesehen und enthält mit The Boys Are Back In Town, Jailbreak, Emerald sowie dem Cowboy Song vier Klassiker der Band. Thin Lizzy gelang damit der endgültige Durchbruch, sowohl im U. K. als auch in den USA. Mit dem Album Johnny The Fox schob die Band dann ein fast gleichwertiges Album nach. Es enthielt aber mit Don't Believe A Word nur einen bekannteren Song. Innerhalb der Band gab es Probleme. Lynott und Robertson kämpften mit persönlichen Problemen. Eine folgende Tour konnte Robertson nicht spielen, dafür kam wieder einmal Gary Moore zur Band. Das nächste Album Bad Reputation entstand dann fast ohne Mithilfe von Robertson. Bad Reputation konnte sich dennoch gut in den Charts platzieren, der Song Dancing In The Moonlight wird wieder zu einem der Klassiker der Band. Allerdings war das Album bald vergessen, zumal die Band 1978 mit Live And Dangerous eines der besten Live Alben der 1970er nachschob. Das Album zeigt, auch wenn es stark nachbearbeitet wurde, die Live-Qualitäten der Band. Es ist letztlich ein sehr gutes Best-Of Album und das letzte Zeugnis des legendären Quartetts Lynyott/Downey/Gorham/Robertson. Auf dem nächsten Album Black Rose: A Rock Legend spielte praktisch das erste mal durchgehend Gary Moore mit. Moore ergänzte Gorhams relaxtes Spiel mit einigen wirklich hochklassigen Soli. Das Album lief, zumindest im U. K., sehr gut. Mit Songs wie Waiting For An Alibi, Do Anything You Want To und Sara enthielt das Album wieder einige Lizzy Klassiker.

Nach Black Rose nahmen die Probleme innerhalb der Band aber zu. Moore verließ die Band wieder einmal. Lynnot und auch Gorham kämpften mit Problemen. Als Gitarristen gastierten zeitweise Midge Ure und dann Snowy White, der auf den Alben Chinatown und Renegade mit dabei war. Beide Alben enttäuschten, wobei Renegade so etwas wie den Tiefpunkt der Band darstellte. Nach dem Album verließ White die Band. Dafür kam dann der Gitarrist John Sykes zur Band, der Thin Lizzy wieder Auftrieb gab. Im Jahr 1983 überraschte die Band mit dem guten Album Thunder And Lightning, das fast an alte Tugenden anknüpft, allerdings durch Sykes' Einfluss auch härter war. Kommerziell ging es wieder aufwärts. Allerdings war wohl schon bei der Produktion des Albums klar, dass die Band vor dem Aus stand. Die Probleme Lynotts und Gorhams machten ein Weiterbestehen praktisch unmöglich. Die Band löste sich auf. Im Jahr 1985 sprach man von einer Reunion, die aber nie stattfand. Stattdessen musste die Rockwelt im Januar 1986 zur Kenntnis nehmen, das Phil Lynott gestorben war.

Im Prinzip war die Band nach dem Tod Lynotts Geschichte, denn er verkörperte alles, was die Band ausmachte. Im Jahr 1999 kam es dann überraschend zu einer Neubildung der Band. Unter Führung der beiden Gitarristen John Sykes und Scott Gorham tourt Thin Lizzy seither in wechselnden Besetzungen durch die Weltgeschichte.

 

    Diskographie :
  • Thin Lizzy (1971)
  • Shades Of A Blue Orphanage (1972)
  • Vagabonds Of The Western World (1973)
  • Night Life (1974)
  • Fighting (1975)
  • Jailbreak (1976)
  • Johnny The Fox (1976)
  • Bad Reputation (1977)
  • Live And Dangerous (1978)
  • Black Rose: A Rock Legend (1979)
  • Chinatown (1980)
  • Renegade (1981)
  • Thunder And Lightning (1983)
  • Life Live (1983)
  • The Boys Are Back in Town: Live In Australia 1978 (2003)
  • Compilations
  • Remembering Part 1 (1976)
  • The Continuing Saga Of The Ageing Orphans (1979, Compilation älterer Songs von 71-74)
  • The Adventures Of Thin Lizzy (1981)
  • Dedication (1991, Überarbeitung eines nicht veröffentlichten Lynott Songs plus altem Material)
  • Rockers (1993, Compilation)
  • Wild One (1996. Compilation)
  • Whiskey In The Jar (1998, Compilation)
  • One Night Only (2000, Compilation)
  • Thin Lizzy & Phil Lynott - The Boys Are Back In Town (2001, Compilation)
  • Vagabonds Kings Warriors Angels (2001, Compilation)
  • The Best Of (2004, Compilation)
CD-Tipps:

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