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Albumbesprechung Boston - BostonAnzeigeTitel: Boston Erscheinungsjahr: 1976 Genre: Mainstream Rock/AOR Bewertung: ![]()
Boston ist das selbstbetitelte Debütalbum der Band Boston. Das Album erschien im Jahr 1976 und es kann als eine der großen Überraschungen des Musikjahres 1976 bezeichnet werden. Das Album erreichte Rang 3 der US-Charts, verkaufte sich aber alleine in den USA über 17 Millionen mal. Es zählt noch heute zu den bestverkauften Debütalben aller Zeiten. Eigentlich handelt es sich hier "nur" um ein Album einer Mainstream/AOR Band. Allerdings hat es das Debüt von Boston in sich. 1976 war man etwas gelangweilt von den Rock Dinos. Die Musikwelt befand sich im Umbruch und der Ruf nach einfacher Musik wurde immer lauter. Die ersten Punkbands scharrten mit den Hufen. Gerade in der Zeit nahm der Gitarrist seine ersten Demos mit verschiedenen Musikern auf. Die Demos aus seinem Heimstudio kamen anscheinend bei der Plattenfirma Epic gut an, man bestand aber auf "professionellen" Studioaufnahmen. Das ist interessant, zumal Scholz ein anerkannter Perfektionist ist und außerdem am MIT studierte. Am Ende kam ein Kompromiss heraus - Scholz durfte die Mehrspuraufnahmen zuhause vornehmen. Diese sollten dann in einem Studio nachbearbeitet werden. Das funktionierte anscheinend. Scholz nahm die meisten Instrumentaltracks zuhause auf. Die Vocals wurden dann in einem externen Studio aufgenommen. Gemixt wurde das Ergebnis in einem anderen Studio. Der Aufwand lohnte sich, denn das Ergebnis war perfekt produzierte Musik. Die Gitarrensounds klangen ungemein rund und fett, das hatte man zuvor selten so gehört. Das Geheimnis konnten wir Gitarristen später bestaunen - ein kleines Kästchen namens Rockman. Scholz hatte einen Preamp ausgetüftelt, der auch bei niedrigen Lautstärken und über Transistoramps einen amtlichen sahnigen Röhrensound produziert. Dazu präsentiert Scholz Mainstream-Rocksongs mit einer gewissen Grundhärte. Die Songs waren akribisch ausgearbeitet und klangen irgendwie perfekt. Damit stellten Boston einen krassen Gegenpol zum aufkeimenden Punk dar. Aber sie bildeten eine Alternative für alle, die gutklingende Rockmusik hören wollten. Aufnahmetechnisch war das erste Sahne, die Gitarrensounds klangen sensationell. Die Songs klangen melodisch und eingängig, aber nie zu banal. Dazu gab es ausgefeilte Vokalharmonien. Der Leadgesang passte gut zu den Songs, auch wenn Leadsänger Delp nie unumstritten war. Mit dem Song More Than A Feeling legte die Band einen Riesenhit vor, den man heute zu den Evergreens zählen kann. Und die anderen Songs fallen kaum ab.
Rezensent: MP |