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CD-Kritik Björk - Volta

Interpret: Björk

Titel: Volta

Erscheinungsjahr: 2007

Genre: Avantgarde, Electronica, Art-Pop

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Volta ist das sechste Studioalbum von Björk. Es erschien im Jahr 2007, die Aufnahmen erstreckten sich über den Zeitraum von 2005 bis 2007. Kommerziell lief es wieder einmal rund für Björk, denn das Album schaffte es auf allen großen Märkten in die Top 10 der Charts (u. a. USA Rang 9, UK Rang 7, Europa Top 100 Rang 4, Deutschland Rang 9).

Schon vor Erscheinen des Albums wurde eine Rückkehr zu vergleichsweise poporientierten Sounds angekündigt. Eine gewisse Rolle spielte hier die enge Zusammenarbeit mit dem Produzenten Timbaland. Auch die Plattenfirma kündigte das Album als das kommerziellste an, was Björk je gemacht habe. Ganz so schlimm wurde es nicht und Björk verwahrte sich immer wieder gegen solche Äußerungen, wies sie in der Regel sogar als falsch zurück. Die Zusammenarbeit mit Timbaland sollte kein Hitalbum ergeben, vielmehr wollte sie ihren Horizont erweitern. Von Kritikern wurde das Album in der Regel gelobt, der Mix aus experimentellen und eher eingängigen poporientierten Motiven kam gut an.

Die Songs

  • Eröffnet wird das Album rhythmusorientiert, auf "Earth Intruders" singt Björk fast nur über fette rhythmische Strukturen, sonstige instrumentale Unterstützung Fehlanzeige.
  • "Wanderlust" setzt auf synthetische Rhythmen. Der Song mit seiner eigentümlichen Interaktion zwischen Bläsern und Björks Stimme und diesen modernen Rhythmussounds klingt interessant.
  • Mit "The Dull Flame Of Desire" folgt der längste Song des Albums. Er wurde von vielen Kritikern als Herzstück und bester Song des Albums gefeiert. Tatsächlich handelt es sich um einen schönen und stellenweise fast elegischen Song mit schönem Duettgesang von Björk und Anthony Hegarty. Allerdings muss man auch sagen, dass der Song über die Dauer von 7:30 Längen aufweist.
  • Sehr viel rhythmischer kommt "Innocence" daher, wobei der Song moderne, fast ätzende Industrialsounds aufweist. Das ist interessant, aber sicherlich auch Geschmackssache.
  • "I See Who You Are" klingt wieder sehr viel ruhiger und fast lyrisch. Durch die Zugabe der Pipa kommt weltmusikalisches Flair auf.
  • "Vertebrae By Vertebrae" ist einer der Songs, der in gelungener Form die Interaktion zwischen Björk und den Bläsersätzen zeigt und vor Dissonanzen nicht Halt macht.
  • Ähnliches gilt für "Pneumonia", wobei die Dominanz der Bläser hier deutlicher ausgeprägt ist.
  • Lyrischer wird es mit dem Song "Hope". Auch hier gibt es exotische Beigaben durch die Kora Parts von Toumani Diabate. Im Vergleich zu I See Who You Are und My Juvenile wirkt Hope aber etwas langatmig.
  • "Declare Independance" setzt wieder scharfe Kontraste und wirkt mit seinen harten Technoelementen, aus meiner Sicht, gewöhnungsbedürftig.
  • Mit "My Juvenile" wird das Album lyrisch beendet. Der Song ist vergleichbar mit I See Who You Are und Hope, wobei My Juvenile irgendwie zerbrechlicher wirkt. Schön ist auch hier der Duettgesang von Björk und Anthony Hegarty.

Fazit Björks Alben sind an sich immer etwas Besonderes. Die Frau bietet viel, weil sie auch viel wagt. Das ist selten Schonkost, eher gewaltige Soundkost mit Zutaten, die einem auf den ersten Blick fremd vorkommen können. Aber wenn man sich darauf einlässt und immer wieder davon versucht, dann wird es irgendwie auch immer bekömmlicher. So verhält es sich auch mit Volta. Auch wenn die Ansage vor Veröffentlichung eine Rückkehr zu poporientierten Themen verhieß, ist es kein Album für den schnellen Konsum. Man muss sich solche Alben erarbeiten, was einem dann immer wieder neue Nuancen beschert. Allerdings muss man auch festhalten: Björk hat schon besser abgeliefert.

Trackliste

  1. Earth Intruders 6:13/4.39*
  2. Wanderlust 5:51/7.25*
  3. The Dull Flame of Desire (featuring Antony Hegarty) 7:30
  4. Innocence 4:27
  5. I See Who You Are 4:22/4.06*
  6. Vertebræ by Vertebræ 5:08/5.23*
  7. Pneumonia 5:14
  8. Hope 4:02/3.37*
  9. Declare Independence 4:13/4.40*
  10. My Juvenile (featuring Antony Hegarty) 4:13/4.03*

* Die Laufzeiten sind nicht auf allen Releases gleich, stellenweise wurden die Outros der Songs zu den Intros der folgenden Songs gemacht - was zu kürzeren Laufzeiten führt.

Rezensent: MP

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