Anzeige

Albumbesprechung Amenophis - Amenophis

Interpret: Amenophis

Titel: Amenophis

Erscheinungsjahr: 1983

Genre: Prog-Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Amenophis ist der Titel des Debütalbums der Deutschen Band Amenophis. Das Album wurde 1983 veröffentlicht.

Amenophis war damals eine vor allem in der Bodenseeregion bekannte Band, welche zum Zeitpunkt der Aufnahmen aus den Brüdern Michael (Gitarren, Keyboards) und Stefan Rössmann (Drums, Keyboards) sowie Wolfgang Vollmuth (Bass, Akustikgitarren, Gesang) bestand. Das Album war damals nicht sehr erfolgreich, verkauft wurden wohl nur ca. 200 Einheiten. Damals war das Interesse an Prog aus Deutschland sicherlich nicht groß, der Hauptgrund für die doch sehr geringen Verkaufszahlen dürften in dem Fall aber eher in der regionalen Vermarktung der Platte über Plattenläden in der Region liegen.

Somit erfuhr das Ganze zunächst einmal kaum eine Verbreitung. Im Jahr 1987 kam ein Vertrieb auf die Band zu und bat um die Vertriebsrechte für Deutschland und das Ausland. Mir ist nicht bekannt, ob sich das Album in diesem Zusammenhang gut verkaufte. Dafür wurde und wird Amenophis seither in internationalen Progkreisen wahrgenommen und in der Regel ganz gut bewertet.

Was besonders gut angenommen wurde, war die Art und Weise der Transformation des klassischen Prog in die 1980er, ohne gleich in die damals laufende Neo-Progschiene zu gelangen. Dies gelang nach Ansicht vieler Progfachleute vor allem deshalb ganz gut, weil Amenophis auf modernere Synthiesounds bauten und somit weniger wie ein Retro-Klon klangen als andere Bands. Außerdem waren die Songstrukturen insgesamt weniger komplex, als jene der meisten alten Progbands. Eine Art Höhepunkt fand das auf dem Album in dem mehrheitlich hoch bewerteten Mini-Epos The Last Requiem mit seinem kritischen Inhalt zum damals allgegenwärtigen Thema Kalter Kriegs.

Musikalisch liegt das also irgendwo im Bereich Prog bzw. Symphonic-Prog, für meinen Geschmack mit gewissen Vergleichen zu Camel sowie Eloy. Auf dem Opener Suntower spürt man diese Camel-Nähe vor allem in den schnelleren Songteilen, ebenfalls Vergleiche zu Camel könnte man auf The Flower ziehen. Dies ist auch ein Song, an dem man einige der (zumindest von mir so empfundenen) Schwächen der Band feststellen kann. Der Sprechgesang von Vollmuth geht zunächst in Ordnung, insgesamt passt auch der instrumentale Vortrag gut. Ein Problem stellen jedoch die härteren Songteile ab ca. 3:30 dar. Das bringt zwar Abwechslung, aber Vollmuth stößt hier als Sänger an seine Grenzen und die Gitarrensounds sind mir einfach zu topfig/mittig (ähnliches gilt für das Outro).

Venus ist ein interessanter Track, da die Band hier in den Gitarre/Flötenpassagen fast an Led Zeppelin erinnert und andererseits in den symphonisch proggigen Teilen irgendwie Richtung Eloy tendiert.

The Last Requiem ist ohne Zweifel das zentrale Werk des Albums und der Song, der allgemein in Progkreisen am besten bewertet wird. Auf diesem Mini-Epos bietet die Band so ziemlich alles an, was sie damals ausmachte. Das bewegt sich wieder irgendwo zwischen Camel und Eloy, eine gewisse Ausnahme das abschließend Armageddon, welches in ergreifend schöner Weise eher an Deutsche Elektroniker erinnert.

Fazit Mit Amenophis stellte sich in den 1980ern eine interessante Deutsche Progband vor, deren Debütalbum aber leider schnell in den Archiven verschwand. Schön, dass es immer wieder Vertriebe und Label gibt und gab, welche solche Produktionen aus der Kiste holen. Besonders dann, wenn eine Band derart überzeugen kann. Ungeachtet einiger weniger Schwachpunkte (z. B. die eher unangenehm topfigen härteren Gitarrensounds, gesangliche Schwächen vor allem in rockigen Bereichen und dem einen oder anderen Timingproblem) schaffen Amenophis mit dem Album insgesamt eine gelungene Symbiose aus klassischem Prog, Kraut im Stil von Eloy und zeitgemäßen 80s Sounds. Empfehlenswertes Album.

Trackliste

  1. Suntower 5:18
  1. The Flower 7:31
  1. The Appearance
  2. Discovering The Entrance In The Shadow Of A Dying Bloom
  1. Venus 7:03
  1. The Last Requiem 24:20
  1. Looking For The Refuge 11:54
  2. The Prince 8:44
  3. Armageddon 3:15

Bonustracks CD

  • Bonjour, Magnifiques Champs-Elysees 1:47
  • Notre Dame Tres Honorable 3:45
  • Le Vivant Montmartre 2:12
  • Une Promenade Sur La Rive De La Seine 3:43
  • La Vue Da La Tour Eiffel 2:50

Rezensent: MP

Anzeige