Beachten Sie bitte vor Nutzung der Webseite die Datenschutzerklärung. Mit Nutzung der Webseite akzeptieren Sie diese.

Amazon-Anzeige

Albumbesprechung String Driven Thing - The Machine That Cried

Interpret: String Driven Thing

Titel: The Machine That Cried

Erscheinungsjahr: 1973

Genre: Folk-Rock, Prog-Rock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

The Machine That Cried ist ein Album der schottischen Band String Driven Thing. Das Album erschien im Jahr 1973. Meines Wissens war das Album kommerziell kein großer Erfolg, Chartplatzierungen sind zumindest nicht ermittelbar. Auch die damals erschienene Single It's A Game (die nicht auf dem Originalalbum enthalten war), konnte nicht charten. Das gelang dafür 1977 den schottischen Bay City Rollers mit ihrer Coverversion.

Na ja, mit den Bay City Rollers hatten String Driven Thing zumindest musikalisch weniger zu tun. Wie BCR kamen sie auch aus Schottland und gingen nach England. Sie waren aber zunächst eine Folkband, die sich auf diesem Album zu einer Folk-Progband entwickelte. So könnte man es in Kürze zusammenfassen. Immerhin gab es damals einen Vertrag beim "Proglabel" Charisma, das Artwork fürs Cover übernahm Hipgnosis. Eingespielt wurde das Album mit Colin Wilson (Bass), Billy "The Kid" Fairley (Schlagzeug), Grahame Smith (Violine), Chris Adams (Gesang, Gitarre) und Pauline Adams (Gesang, Percussion).

Wie erwähnt waren die Plattenverkäufe nicht ganz so gut, dafür erspielte sich die Band eine gute Reputation als Liveband. Man tourte intensiv, was wiederum in einem gewissen Verschleiß resultierte. Chris und Pauline Adams gingen nach dem Release zurück nach Schottland, Colin Wilson und Billy Fairley verließen die Band auch. Das war wohl insofern verschmerzbar, da zu der Zeit ohnehin Violinist Grahame Smith den Bandsound nachhaltig prägte. Zumindest ist es das, was die meisten Hörer im Nachhinein mit der Band verbinden.

Smith lässt die Violine melodisch bis schrill erklingen, was wiederum die Bandbreite des Albums ausmacht. Das klingt mal nach Folk bis Folk-Rock und reicht bis hin zu psychedelisch angehauchten US-Westcoastsounds. Insgesamt könnte man dem Album eine gewisse dunkle Stimmung zuschreiben, was mutmaßlich mit der Geschichte Chris Adams zu tun hatte. Der durchlebte zuvor eine schwierige Zeit mit einer Nahtod Erfahrung. Eigentlich hätte er eine Pause einlegen müssen, die Band musste damals aber mit Genesis auf dien US-Tour.

Diese Erlebnisse muss man erst einmal verarbeiten, Adams tat es mit der Musik. In Heartfeeder z. B. durch die Interaktion klagende Violine vs. Adams Statement Pain. Dadurch wird eine leicht melodramatische Stimmung erzeugt, musikalisch könnte man von Folk-Prog sprechen.

To See You hält, u. a. durch das klagende Bob Dylan Flair in Adams Stimme, den melancholischen Kurs, musikalisch kommt die Band im melodiösen Folk Pop an. Die Bob Dylan Note ist auch auf Nightclub gut vernehmbar, hier aber etwas rocklastiger.

Sold Down The River ist eingängig und mit einer Americana Note nett gemacht, was fehlt ist der Tiefgang. Das ist auch beim dünnen Mix aus US-Rock und UK-Pop auf Two Timin' Mama der Fall, Pauline Adams kommt hier gesanglich etwas an ihre Grenzen.

Travelling ist ein melodischer Track, musikalisch irgendwo im Spannungsbogen zwischen Simon & Garfunkel, CSNY und Ralph McTell. People on the Street wird mit keltischen Motiven eingeläutet, woraus die Band einen schönen und ansprechenden Art-Popsong macht.

The House ist eine akustische Nummer, gesungen von Pauline Adams im Stil der leicht psychedelischen Balladen der Endsechziger. Hier kann Pauline gesanglich wesentlich besser bestehen als auf Two Timin' Mama.

The Machine That Cried greift mit seinem schleppenden Rhythmus stärker in die psychedelische US-Kiste, musikalisch bedient sich die Band aber oft im eigenen Fundus (u. a. mit Motiven aus Sold Down The River). River Of Sleep bildet mit einer Trilogie den Abschluss des Albums. Es ist der Track, der in Progkreisen den stärksten Eindruck hinterlassen hat und in der Regel als Highlight der Platte gepriesen wird.

Fazit The Machine That Cried wird in der Regel als das beste und/oder wichtigste Album der Band String Driven Thing bezeichnet. Das mit dem wichtigsten Album dürfte in jedem Fall stimmen, das mit dem besten Album muss individuell entschieden werden. Mich persönlich überzeugt der Mix aus Folk-Rock und Frisco-Sound der Endsechziger nicht durchgängig, ehrlich gesagt fand ich den poplastigeren Kurs z. B. auf dem Folgealbum stimmiger und überzeugender. Reizvoll ist das Album aber schon, sei es durch die Violinexkursionen Smiths im Allgemeinen oder den leicht progressiven Track River Of Sleep im Einzelnen. Mehr Aufmerksamkeit hätte die Band in jedem Fall verdient gehabt.

Trackliste

  1. Heartfeeder 6:29
  2. To See You 3:50
  3. Night Club 4:51
  4. Sold Down the River 4:18
  5. Two Timin' Mama 3:05
  6. Travelling 2:48
  7. People on the Street 6:00
  8. The House 2:29
  9. The Machine That Cried 5:12
  10. River of Sleep (1. The Sowee, 2. Search In Time, 3. Going Down) 10:56

Bonustracks

  • It's a Game (Single A-Seite 1973)3:34
  • Are You a Rock n' Roller (Single B-Seite 1973)3:20
  • I'll Sing This One For You (Single A-Seite 1974)3:19

Rezensent: MP