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Albumbesprechung Rainbow - Long Live Rock'n'Roll

Interpret: Rainbow

Titel: Long Live Rock'n'Roll

Erscheinungsjahr: 1978

Genre: Hard-Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Long Live Rock'n'Roll war das dritte Studio-Album der Band Rainbow. Es erschien im Jahr 1978. Auch dieses Album wurde ein großer kommerzieller Erfolg für Rainbow, chartmäßig lief das Album nicht schlecht (UK Rang 7, Deutschland Rang 26), wenn auch nicht überragend (in den USA z. B. nur Rang 89). Dafür kam auch dieses Album bei Fans und Kritikern in der Regel gut an.

Neben Blackmore (Gitarre, Bass) waren erneut Ronnie James Dio (vocals) und Drummer Cozy Powell dabei. Allerdings war Bassist Bain nicht mehr mit an Bord, für ihn spielte Bob Daisley bzw. Blackmore selbst Bass-Spuren ein. Keyboarder Tony Carey war nur noch auf drei Tracks dabei, den Rest übernahm David Stone. Ruhe gab es auch im Haus Rainbow nicht. Dio war zwar seit dem Debütalbum dabei, gab hier aber seine Abschiedsvorstellung. Drummer Powell war seit Rising dabei, verließ die Band aber schon nach dem nächsten Album. Bain wurde wie gesagt durch Bob Daisley ersetzt, der jedoch noch während der Aufnahmen ging. Daher spielte Blackmore selbst den Bass auf den meisten Songs. Auch Keyboarder Stone gab ein kurzes Gastspiel, denn auch er hatte schon während der Aufnahmen die Nase voll und ging. Scheinbar konnte Blackmore den ehemaligen Tastenmann Carey zur Mitarbeit auf drei Songs überreden.

Die Songs

"Long Live Rock 'n' Roll" ist extrem simpel aufgebaut, stellt aber einen gelungenen Lobgesang auf den Rock'n'Roll dar: kompromisslos, hart, ohne Schnörkel und dazu noch eingängig. "Lady of the Lake" ist ähnlich sparsam angelegt. Treibende Drums, sparsames Gitarrenriff und passende Basslines plus eingängigem Refrain dazu. "L.A. Connection" besitzt einen langsamen und harten Groove. Wieder ist der Refrain eingängig angelegt, der Song nähert sich etwas dem AOR. "Gates of Babylon" beginnt mit einem orientalisch klingenden Keyboardintro, das in einen extrem groovigen Part mündet. Insgesamt ein harter und stellenweise sogar progressiver Song.

"Kill the King" gehört zu den Songs, die Rainbow schon vorher auf Livekonzerten spielte. Ein schneller und kompromisslos treibender Song. Ich gehe davon aus, dass Blackmore hier wieder selbst den Bass gespielt hat, die unisono gespielten Gitarren- und Bassfiguren lassen es vermuten. "The Shed (Subtle)" startet mit einem schönen Gitarrenintro, auch wenn der Gitarrensound etwas effektüberladen wirkt. Die Grundrezeptur des Songs ähnelt der aller anderen Songs: einfache Gitarrenparts mit unisono gespielten Basslinien ergeben einen simplen, aber effektiven Song. "Sensitive to Light" knüpft wieder an den typischen schnörkellosen Riffrock an. Wieder ein reduziertes leicht bluesiges Gitarrenbasisriff und unisono gespielte Basslines. Der Song ist recht flott gestaltet und hat etwas boogierockiges. "Rainbow Eyes" beginnt balladesk. Die Gitarre wird mit einigen Hendrix-Zitaten gespielt, Dio singt zahm, dazu kommen Orchestersounds. Die symphonische Ballade klingt ordentlich, wirkt stellenweise aber etwas überladen.

Fazit Einige Leute mochten Long Live Rock'n'Roll überhaupt nicht, andere betrachten es als ein Überalbum von Rainbow. Ich würde es als guten Wurf bezeichnen, der jedoch nicht mit Rising mithalten kann. Blackmore machte es sich hier wieder wesentlich leichter, vielleicht auch deshalb, weil er den Großteil der Bassarbeit selbst übernahm. In der Praxis bedeutete das häufig Unisono Bass und Gitarrenriffs. Die hatten aber häufig guten Druck, den zudem Powell noch verstärkte. Dio sang auch hier gut, allerdings wirkte er auf Rising irgendwie variabler. Das Problem waren einfach die Songs, die nicht durchgängig die Klasse von Rising erreichen konnten. L.A. Connection, Sensitive to Light und die Ballade Rainbow Eyes fallen klar ab. Aber immerhin konnten der Titelsong, Lady Of The Lake, Gates Of Babylon und Kill The King die Scharte auswetzen. Also: relativ schnörkelloser harter Rock, abzüglich einiger kleiner Schwächen und einem etwas mäßigen Endmix.

Trackliste

  1. Long Live Rock 'n' Roll 4:21
  2. Lady of the Lake 3:39
  3. L.A. Connection 5:02
  4. Gates of Babylon 6:49
  5. Kill the King 4:29
  6. The Shed (Subtle) 4:47
  7. Sensitive to Light 3:07
  8. Rainbow Eyes 7:11

Rezensent: MP