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Albumbesprechung Museo Rosenbach - Zarathustra

Interpret: Museo Rosenbach

Titel: Zarathustra

Erscheinungsjahr: 1973

Genre: Prog-Rock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Zarathustra ist der Titel des Debütalbums der italienischen Band Museo Rosenbach. Das Album erschien im Jahr 1973, war im Erscheinungsjahr aber nicht besonders erfolgreich. Fachleute führen das u. a. auf einen Boykott des RAI zurück. Der Italienische Sender stufte das Album als "politisch inkorrekt" ein, was die Erfolgschancen minderte. Die Band löste sich nach dem Release auf, hinterließ der Musikwelt aber ein Album, welches man heute zu den wichtigsten Alben des italienischen Prog bzw. allgemein der progressiven Rockmusik zählt.

Eingespielt wurde das Album in der Besetzung Giancarlo Golzi (drums, percussion, vocals), Alberto Moreno (bass, piano), Enzo Merogno ( guitar, vocals), Pit Corradi (mellotron, Hammond organ, vibraphone, Farfisa electric piano) und Stefano Galifi (vocals).

Für Progfans hatte dieses Album genug Substanz, um hoch bewertet zu werden. Begründbar ist das z. B. durch das Konzept, welchem das Album folgt. Hier geht es um Nietzsche und dessen Thesen. Die damalige A-Seite der LP wurde von der Zarathustra Suite eingenommen, Seite 2 beinhaltet drei "mittellange" Tracks zu Nietzsches Gedankenwelt. Musikalisch legte die Band ein relativ typisch "italienisches" Progalbum vor. Mellotron und Hammondsounds prägen das Geschehen, auch wenn sich Gitarrist Merogno im Stil etwa eines Martin Barre immer wieder von der rockigen Seite zeigt. Galifi steuerte einen klassischen Italo-Prog Gesang bei. Typisch für die Zeit war der patchworkartige Aufbau der Songs und die leider nicht optimale Aufnahmequalität.

Was die Band zu leisten im Stande war, zeigt sie vor allem mit der Zarathustra Suite. Die gesamte Suite bietet einen Wechsel aus symphonischen Parts und vergleichsweise rockigem Material mit schönen Dynamikwechseln, die hier in der Regel ordentlich funktionieren.

Die B-Seite der LP mit den drei vergleichweise kürzeren Tracks kann da nicht mithalten. Ich würde nicht sagen, dass die Band hier wesentlich schlechter agiert. Aber irgendwie wirkt die Darbietung zerfahren, die Songstrukturen sind nicht klar. Schade, denn Museo deuten auch hier in einzelnen Instrumentalteilen ihre Klasse an.

Fazit Museo Rosenbach ist mit Zarathustra ein Album gelungen, welches in der Progwelt allgemein sehr hoch gelobt wird und in der Regel als Meilenstein mindestens des italienischen Prog bezeichnet wird. Es gibt aber, wie so oft, auch kritische Stimmen. Zwar wird vor allem die Zarathustra Suit in der Regel gelobt, aber z. B. der Gesang Galifis als ein großer Schwachpunkt ausgemacht. Über Geschmack kann man bekanntlich trefflich streiten, ich persönlich finde die Gesangsbeiträge nicht optimal. Aber Hand aufs Herz: das ging mir bei den meisten italienschen Rockacts so. Instrumental überzeugt die Band jedoch über weite Strecken, mehr noch - sie bietet stellenweise großartiges Kino. Zum direkten Reinhören empfiehlt sich in jedem Fall die Zarathustra Suite, die damalige B-Seite fällt im direkten Vergleich allerdings klar ab. Das mit dem Meilenstein würde ich daher auch auf die schon mehrfach erwähnte Zarathustra Suite eingrenzen.

Trackliste

  1. Zarathustra 19:11
  1. Zarathustra: L'Ultimo Uomo 3:55
  2. Zarathustra: Il Re di Ieri 4:40
  3. Zarathustra: Al di Là del Bene e del Male 2:39
  4. Zarathustra: Superuomo 6:25
  5. Zarathustra: Il Tempio delle Clessidre 2:52
  1. Degli Uomini 4:04
  2. Della Natura 8:28
  3. Dell'Eterno Ritorno 6:18

Rezensent: MP