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Albumbesprechung Clouds - Watercolour Days

Interpret: Clouds

Titel: Watercolour Days

Erscheinungsjahr: 1971

Genre: Prog, Rock

Bewertung: 7 von 10  (7/10)

Rezension/Review

Watercolour Days ist ein Album der schottischen Band Clouds. Das Album erschien im Jahr 1971. Eingespielt wurde das Album in der Besetzung Billy Ritchie (Hammond, Piano, Harpsichord, Vocals) Ian Ellis (Bass, Mouthorgan, Vocals) und Harry Hughes (Drums). Die stellenweise zu hörende Orchestrierung stammte von David Palmer.

Mit dieser Band Clouds ist das so eine Sache. Auch wenn die Band (als 1-2-3 oder Clouds) oft auf Tour war und meines Wissens sogar in den USA mit einem gewissen Erfolg tourte, waren sie weder mit diesem noch mit dem Vorgängeralbum besonders erfolgreich. Dass es mit den Platten nicht funktionierte, lag nach Ansicht der Fachpresse mutmaßlich an der Labelinternen Konkurrenz (namentlich Jethro Tull). Vielleicht lag es aber auch daran, dass man sich mit der musikalischen Einordnung dieser Band etwas schwer tat und auch tut. In manchen Progkreisen wird die Band besprochen, in anderen kommt sie nicht vor. Aber im Nachhinein wurde Clouds dann doch etwas höher gehandelt, genauer müsste man hier aber von Keyboarder Billy Ritchie sprechen. Ritchie soll sowohl von Keith Emerson als auch Rick Wakeman immer wieder als wichtiger Einfluss genannt worden sein, er wurde als einer der Erfinder des 'modernen' Keyboardstils bezeichnet. Manche Quellen bezeichneten ihn bzw. das Vorgängerprojekt 1-2-3 als eine wichtige Blaupause des Progressive Rock.

Wie erwähnt brachte das alles nicht viel ein. Das Album war nicht erfolgreich, die Band löste sich kurz nach Release 1971 auf.

Die Songs

Watercolour Days könnte man mit seinen dynamischen Wechseln durchaus dem Prog zuordnen, allerdings schwingt (vor allem in den Gesangsparts) auch eine deutlich hörbare Prise Beatles mit.

Im Vergleich zum Opener wirkt Cold Sweat wuchtig - in Richtung Led Zeppelin auf Prog.

Auf Lighthouse nimmt die Band den Druck heraus und erinnert stärker an leicht psychedelischen Rock, in manchen Passagen mit einer Nähe z. B. zu den Doors.

Long Time ist wiederum nur bedingt in eine Reihe zu stellen mit den anderen Songs. Hier wirkt alles eher bluesy, erinnert an Savoy Brown plus einer subtilen Prognote.

Mind Of A Child würde ich als einen Song mit Chartpotential bezeichnen, zumindest was die Eingängigkeit angeht. Nichts für den Progfan, aber ein gut gemachter Popsong.

Progfans könnten dann jedoch mit I Know Better Than You besser bedient sein, man höre dazu vor allem die Kombi aus Vocalpassagen und wuchtigem Instrumental ab ca. 2.30.

Leavin' ist im Anschluss eine Ruheoase, mir passt der Song mit einem Mix aus Orbison Schmalz plus Bee Gees nicht besonders gut in den Gesamtkontext.

Allerdings könnte hinter Leavin' auch eine Idee gestanden haben, vielleicht um einen bewussten Kontrapunkt zum folgenden Get Off My Farm abzubilden. Jedenfalls wirkt dieser Orgel-Riff Rock mit Heavy Psychedelic Elementen im Anschluss gewaltig.

Beendet wird das Album mit dem kürzesten Track I Am The Melody, witzig verspielt mit Bach'schen Klassikelementen und viel von dem, was man in den psychedelischen 60s zu hören bekam.

Fazit Watercolour Days bildete sozusagen den Abschluss des Kapitels Clouds bzw. auch des Vorgängerprojekts 1-2-3. Im Grund war es auch, wenn ich das richtig verstanden habe, mehr oder weniger der Abschied von Billy Ritchie. Ich nenne dessen Namen bewusst oft, weil er den Sound dieser Projekte bestimmte. Er hätte mit seinen Projekten mehr Zuspruch verdient gehabt, das wird auch mit diesem Album klar. Abgesehen vom Bass, der in der Mischung extrem untergeht, kann man die musikalische Kompetenz des gesamten Trios jederzeit spüren. Was man auf dem Album aber auch spüren kann, ist eine etwas überambitionierte Herangehensweise. Vielleicht wollte es die Band u. a. dem Label beweisen und warf alles in die Waagschale. Gebracht hat es wenig und manchen Song hätte sich die Band vielleicht sparen können. Und trotzdem überwiegen die starken Anteile klar und damit konnte die Band m. E. ein gutes Album für Fans des Classic-Rock präsentieren. Der klassische Progfan könnte dagegen etwas enttäuscht sein.

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Trackliste
  1. Watercolour Days (5:29)
  2. Cold Sweat (3:37)
  3. Lighthouse (5:04)
  4. Long Time (4:38)
  5. Mind of a Child (2:52)
  6. I Know Better Than You (4:54)
  7. Leavin' (3:26)
  8. Get off my Farm (3:27)
  9. I am the Melody (2:43)

Rezensent: MP