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Albumbesprechung Ariel - A Strange Fantastic Dream

Interpret: Ariel

Titel: A Strange Fantastic Dream

Erscheinungsjahr: 1973

Genre: Art-Rock

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

A Strange Fantastic Dream ist der Titel des Debütalbums der australischen Band Ariel. Das Album erschien im Dezember 1973.

Ariel entstand im Jahr 1973 als eine Art Supergroup Australiens. Von Spectrum kamen Mike Rudd (guitar, harmonica, vocals), Bill Putt (bass) und John Mills (keyboards), von Tamam Shud kamen Tim Gaze (guitar/vocals) und Nigel Macara (drums). Die Band veröffentlichte zunächst eine Single und tourte als Vorband von Gary Glitter, danach kam dieses Album auf den Markt. Kommerziell lief es nicht schlecht, in Australien ging es immerhin bis auf Rang 12 der Albumcharts. Und es wäre wohl mehr drin gewesen, hätte es da nicht den Radioboykott einiger Ariel Songs gegeben. Den australischen Sendern waren insbesondere die Texte von Songs wie Confessions Of A Psychotic Cowpoke, Medicine Man und Chicken Shit ein Dorn im Auge.

Musikalisch hätte das Album in jedem Fall mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt. Das Material stammte primär von Rudd, daneben steuerte der als Gitarrenwunderkind gehandelten Gaze einige Songs bei. Wegen ihres Bezugs zu Spectrum und Tamam Shud wurden Ariel häufig in die Prog-Kiste gesteckt, was aber nur bedingt zielführend ist. Weder Spectrum noch Tamam Shud waren reine "Progbands" und so verhielt es sich auch mit Ariel. Die Band war in erster Linie eine Rockband, die allerdings so experimentierfreudig war, dass man von Art-Rock sprechen und Vergleiche ziehen könnte zu Bands wie 10CC oder Split Enz.

Diese Tendenz zu Außergewöhnlichem zeigt sich alleine schon einmal in den Titeln an sich - siehe die "gebannten Songs" Confessions Of A Pychotic Cowpoke, Chicken Shit oder z. B. Garden of The Frenzied Cortinas und Wheezer Grunter Module Threadaboy/Harry v. Dirchy (God the Man). Eröffnet wird das Album erst einmal locker lässig mit Karibik und US-Westcoast Flair. Für No Encores gilt ähnliches, wobei die Band an Komplexität zulegt. Die Confessions Of A Psychotic Cowpoke werden mit einer Country und Southern-Note erzählt, And I'm Blue erinnert an die kunstvollen Rock-Arrangements von 10CC.

Garden Of The Frenzied Cortinas wirkt, alleine aufgrund der höheren Laufzeit, komplexer und nähert sich immer wieder dem Prog-Rock. Miracle Man ist ein interessanter Mix aus 10CC und Steely Dan, stellenweise hört sich das dann sogar an wie ein Vorgriff auf die Talking Heads - sehr beeindruckend die Gitarrenarbeit von Tim Gaze. Der legt auf Chicken Shit noch zu, gewisse Vergleiche zu den Mothers und Zappa könnte man ziehen. Nicht nur deshalb sondern auch wegen der ausgeprägten Keyboardlines könnte dieser Song Progfreunden gefallen.

Ganz anders der Worm Turning Blues. Hier baut die Band auf einen scheinbar simplen Boogie mit Glamfaktor, zeigt aber gleichzeitig, dass man mehr aus so etwas machen kann. Ähnliches gilt für Wheezer Grunter Module Threadaboy/Harry v. Dirchy (God the Man). Im Grund ein Country Blues, aber mit den schrägen und witzigen Zwischentönen doch mehr als reiner Country Blues.

Fazit Ariel war eine beachtliche Band. Das Potenzial wurde zwar von der Plattenfirma erkannt, so richtig bekannt wurden Ariel aber (zumindest außerhalb Australiens) nie. Schade, denn die Musiker bestätigten den Anspruch einer Supergroup mit ihrer intelligenten und insgesamt hochklassigen Darbietung in jedem Fall. Aufgrund der Faktenlage passt A Strange Fantastic Dream (für mich) perfekt in die Kategorie Hidden Gem.

Trackliste

  1. Jamaican Farewell (2:50)
  2. No Encores (3:47)
  3. Confessions of a Psychotic Cowpoke (4:43)
  4. And I'm Blue (2:52)
  5. Garden of the Frenzied Cortinas (7:46)
  6. Miracle Man (5:29)
  7. Chicken Shit (4:23)
  8. Worm Turning Blues (2:56)
  9. Wheezer Grunter Module Threadaboy/Harry v. Dirchy (God the Man) (4:20)
  10. Hard Way to Go (3:49)
  11. And if it Wasn't for You (2:32)
  12. Red Hot Momma (2:38) (Bonus Track CD Version)

Rezensent: MP