Benutzerdefinierte Suche
Startseite » Kurzbiographien Bands/Interpreten » Info und Diskographie Cluster


Anzeige:

KurzInfo und Diskographie: Cluster

Cluster ist eine deutsche Band, die allgemein dem Krautrock zugeordnet wurde. Dabei erspielte sich die Band mit ihren Sounds zwischen Avantgarde, Prog, Ambient und Electronic weltweit ein hohes Ansehen und dürfte in diesem Bereich viele Musiker nachhaltig beeinflusst haben.

Cluster entstand aus der Band Kluster, die von Conny Schnitzler, Dieter Moebius und Hand Joachim Roedelius 1969 ins Leben gerufen wurde. 1971 verließ Schnitzler die Band. Aus Kluster wurde Cluster, ein Zwei-Mann Projekt, das aus Hans-Joachim Roedelius und Dieter Moebius bestand. Allerdings gehörte der Produzent Conny Plank immer zum Umfeld von Cluster. Er wirkte auf dem Debütalbum Cluster als Musiker und Bandmitglied mit und arbeitete auch später eng mit den beiden Musikern zusammen.

Cluster I und Cluster II

Im Herbst 1971 erschien das gleichnamige Debütalbum Cluster, welches Roedelius und Moebius zusammen mit Conny Plank realisierten. Das Album wurde von der Presse überschwänglich aufgenommen. In einer Abstimmung der Sounds wurde das Album sofort in die Top Ten der Alben aus 1971 gewählt.

Auch Cluster II wurde von der Fachpresse begeistert aufgenommen. Der bekannte Musikjournalist und Radiomann Winfried Trenkler etwa sprach von

Sphären-, Milchstraßen- und Lichtjahrsmusik

Cluster selbst bezeichnete ihre Musik eher unbescheiden als

spontane elektronische quadrophonische Musik

Das kennzeichnet ihren Mix aus Avantgarde und Ambient tatsächlich ganz gut. Irgendwie lagen sie mit den ersten beiden Alben soundmäßig zwischen den avantgardistischen Tönen der frühen Klusterphase und ihren gefälligen Ambientwerken, welche später folgten.

Cluster, Harmonia und Zuckerzeit

Cluster zog es nach Forst im Weserbergland. Moebius und Roedelius richteten sich dort ein Studio ein und taten sich mit Michael Rother von Neu! zusammen. Als Harmonia spielten die drei Musiker zwei Alben ein - Musik von Harmonia (1974) und Deluxe (1975). Dabei wurde die Harmoniaphase nach dem ersten Album Musik von Harmonia unterbrochen, weil Rother mit Neu! noch ein Album einspielen musste.

Moebius und Roedelius spielten in Abwesenheit von Rother das Cluster Album Zuckerzeit ein. Interessanterweise entfernten sich die beiden von alten Sounds und klangen rhythmischer und melodischer. Die Zusammenarbeit mit Rother hatte hier wohl genauso Spuren hinterlassen wie das Landleben im Weserbergland. Der Sounds feierte das Album als

Ein kleines Meisterwerk der ironischen Synthesizerkunst.

Nach Zuckerzeit stieß Rother wieder zu Cluster, man produzierte als Harmonia das zweiten Album Harmonia De Luxe.

Cluster und Eno

Nach dem zweiten Harmonia Album wurde das Kapitel Harmonia geschlossen. Cluster und Rother arbeiteten im Anschluss mit dem Engländer Brian Eno zusammen. Die Aufnahmen blieben unveröffentlicht, erst 1997 wurde das Material als Tracks And Traces veröffentlicht.

1976 folgte mit Sowiesoso das nächste Clusteralbum. Erneut blieb die Band bei ruhigen melodiösen Motiven, die entfernt waren vom frühen Avantgarde. 1977 gesellte sich Brian Eno zu Cluster. Der war ohnehin sehr angetan von deren Arbeiten, man könnte sogar behaupten, dass Cluster eine gewisse Vorbildfunktion für Enos Ambientstil darstellten. In Conny Plank's Studio wurde das Album Cluster & Eno aufgenommen. Zu den drei Musiker stießen während der Aufnahmen Holger Czukay von Can, Gitarrist Okko Bekker und Keyboarder Asmus Tietchens. Wieder legte die Band ein Album mit ruhigen Ambientsounds vor. Erstmals konnten Cluster die Kritiker allerdings nicht so recht befriedigen. Der New Musical Express etwas befand das Ergebnis als

streckenweise angenehm … aber nicht bemerkenswert.

Aus der Zusammenarbeit mit Eno enstand noch ein weiteres Album, After The Heat. Hier legten die drei Musiker zusammen mit Holger Czukay ein abwechslungsreiches Album vor, Eno sang sogar auf drei Tracks. After The Heat kam bei Kritikern besser an. Cluster erreichten durch die Zusammenarbeit mit Eno sowieso ein breiteres Publikum und konnten mit diesen beiden Alben ihren Bekanntheitsgrad über deutsche Grenzen hinaus vergrößern.

Verstärkte Ambitionen außerhalb Cluster

In dieser Phase begannen Moebius und Roedelius aber auch, sich außerhalb Cluster stärker zu engagieren. Moebius spielte mit Tietchens, Okko Bekker, Conny Plank sowie Alto Pappert und Helmut Hattler von Kraan das Projektalbum Lilienthal ein. Roedelius legte das avantgardistische Soloalbum Durch die Wüste vor. Diesen Ruck Richtung Avantgarde setzte Roedelius dann auch auf dem nächsten Cluster Album Grosses Wasser durch. Das Album wurde ordentlich bewertet, wobei man vor allem den über 18minütigen Titeltrack Grosses Wasser sehr lobte.

1980 gab es nur eine Neuauflage des Debütalbums von 1971, Moebius tat sich in der Phase mit Conny Plank zusammen. Ergebnisse waren die Alben Rastakraut Pasta und Material. 1981 legten Cluster mit Curiosum ihr vorerst letztes Album vor. Die Kritiker waren nicht komplett überzeugt, man vermisste die frühen Experimente der Band und warf Cluster nicht selten vor, dass sie sich mittlerweile an Konzepten von Bands bediene, für welche sie selbst einst Vorbild waren.

Cluster hat Pause

Bis 1989 hatte Cluster dann erst mal Pause, Moebius und Roedelius konzentrierten sich auf Arbeiten mit anderen Musikern und legten Soloalben vor. In der Zeit erschienen von Cluster vor allem Compilations wie Stimmungen (mit Songs der Alben Sowiesoso und Grosses Wasser) sowie Begegnungen/Begegnungen II (altes Material von Cluster und Eno).

Wiedervereinigung 1989

1989 taten sich Cluster wieder zusammen und veröffentlichten 1991 das Album Apropos Cluster, welches stilistisch an die Phase nach Cluster und Eno anknüpfte. 1995 folgte das außergewöhnliche Album One Hour. Der Name war Programm, das Album bestand aus einem einzigen Track, der über eine Stunde lief. 1996 tourten Cluster u. a. in Japan. Danach war wieder für lange Zeit Funkstille.

Wiedervereinigung die Zweite, 2007

Cluster fanden sich 2007 wieder zusammen und traten anlässlich der Dokumenta in Kassel und einer Performance im Kosmischer Club in London gemeinsam auf. Es folgten weitere Auftritte in verschiedenen Ländern, 2008 ging es sogar in die USA. Später folgten sporadische Autritte, u. a. 2009 in London. 2009 kam dann sogar ein neues Studioalbum unter dem Titel Qua heraus.

2010 - Cluster lösen sich auf

Im Spätjahr 2010 verbreitete Hans-Joachim Roedelius via Internet die Nachricht, dass er die Zusammenarbeit mit Dieter Moebius in bzw. als Cluster zum Ende 2010 auflöst . Originalpassage der MySpace Seite von Roedelius, Blogeintrag v. 15.11.2010:

I decided to give up to work with Dieter Moebius as/in Cluster at the end of 2010. Instead there will be "Cluster3" in the future to consist of me and Onnen Bock as the nucleus of that new Cluster-group and eventually other musicians.

 

Diskographie Cluster

Als Kluster

  • 1969 Klopfzeichen
  • 1971 Kluster Zwei Osterei

Als Cluster

  • 1971 Cluster 71 (Neuauflage 1980)
  • 1972 Cluster II
  • 1974 Zuckerzeit
  • 1976 Sowiesoso
  • 1977 Cluster & Eno
  • 1978 After The Heat
  • 1979 Grosses Wasser
  • 1981 Curiosum
  • 1991 Apropos Cluster
  • 1995 One Hour
  • 1997 First Encounter Tour 1996
  • 2009 Qua

Compilations

  • 1984 Begegnungen
  • 1984 Stimmungen
  • 1985 Begegnungen II
  • 1985 Old Land
  • 2007 Box 1

Livealben

  • 1980 Live In Vienna
  • 1997 Japan 1996 Live
  • 1997 First Encounter Tour 1996
  • 2008 Berlin 07


 

Zurück zu » Inhalt A - Z
Anzeigen