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Albumbesprechung Muddy Waters - Hard Again

Interpret: Muddy Waters

Titel: Hard Again

Erscheinungsjahr: 1977

Genre: Blues

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Hard Again ist ein Muddy Waters Album aus dem Jahr 1977. Das Album schaffte es bis auf Rang 143 der Billboard 200. Das liest sich zunächst nicht besonders gut, aber für Waters war es die erste nennenswerte Notierung seit dem 1969er Album Fathers And Sons. Überhaupt lief es für die Chicago-Blues Koriphäe seit den frühen 1970ern eher zäh. Waters hatte in Musikerkreisen zwar nach wie vor einen hervorragenden Ruf, aber kommerziell lief es einfach nicht rund. 1975 wurde auch noch das alte Chess Label verkauft und dessen neuer Eigentümer verlegte sich auf reine Reissues alter Aufnahmen.

Muddy Waters fand schließlich eine neue Heimat beim Johnny Winters Label Blue Sky. Winter produzierte das Album Hard Again und verhalf Waters damit zu seinem Comeback. Für das Album gab es sogar einen Grammy als Best Ethnic Or Traditional Folk Recording.

Die Aufnahmen waren in gerade mal drei Tagen im Kasten. Das hatte mutmaßlich auch damit zu tun, dass sich Waters mit seiner gewohnten Tourband mit Bob Margolin (Gitarre), Pinetop Perkins (Piano) und Willie "Big Eyes" Smith (Schlagzeug) ins Studio begab. Außerdem mit dabei war James Cotton (Mundharmonika), den Waters sehr gut kannte. Der Bass wurde von Charles Calmeses eingespielt, der wiederum hatte zuvor u. a. mit James Cotton und Johnny Winter gearbeitet. Johnny Winter selbst ließ es sich natürlich nicht nehmen, auch mal zur Gitarre zu greifen.

Soweit dazu. So bewährt das Team war, so bewährt war im Grund auch ein Großteil der Songs. Mannish Boy, I Want To Be Loved und I Can't Be Satisfied wurden für das Album neu aufgenommen. Ich denke einmal, dass das Vorhandensein z. B. von Mannish Boy natürlich auch ein gutes Verkaufsargument war.

Der Mannish Boy macht auch den Anfang und ist zweifellos der auch nicht Bluesern bekannteste Song von Muddy Waters (bzw. vielmehr das den Song praktisch komplett bestimmende I'm A Man Riff A - D -C sowie die Textpassage Hoochie Coochie Man). Ein Blues benötigt nicht viel, er muss einfach mitreissen. Das macht Mannish Boy und das gelingt Waters mit dem kompletten Album.

Egal ob mit Slow Blues (Bus Driver, Little Girl und mit Abstrichen Deep Down In Florida), erdigem Akustikblues (I Can't Be Satisfied) oder rhythmisch treibenden Nummern (I Want To Be Loved, Jealous Hearted Man, The Blues Had A Baby, Crosseyed Cat) - Muddy Waters und seine Mannen überzeugen praktisch durchweg.

Fazit Und damit kann man auch schon zum abschließenden Fazit kommen. Um in dem Genre überzeugen zu können, braucht es mehr als reine Musikalität - Authentizität zum Beispiel und Spielfreude. Auf diesem Muddy Waters Album bekommt man das gesamte Paket. Die Jungs wissen genau, was sie wann und wo spielen müssen. Da wird nichts neu erfunden, aber es wird einfach authentisch und mitreissend präsentiert. Für mich ein essentielles Blues-Album und im Grund auch ein Meilenstein, zumal damit ein Mini-Revival (und wenn auch nur für Waters selbst) losgetreten wurde.

Trackliste

  1. Mannish Boy 5:23
  2. Bus Driver 7:44
  3. I Want to Be Loved 2:20
  4. Jealous Hearted Man 4:23
  5. I Can't Be Satisfied 3:28
  6. The Blues Had a Baby and They Named It Rock And Roll, Pt. 2 3:35
  7. Deep Down in Florida 5:25
  8. Crosseyed Cat 5:59
  9. Little Girl 7:06

2004 bonus track

  • Walking Through the Park 3:55

Rezensent: MP