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Albumbesprechung Watchtower - Control And Resistance

Interpret: Watchtower

Titel: Control And Resistance

Erscheinungsjahr: 1989

Genre: Prog-Metal, Thrash

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Control and Resistance ist der Titel des zweiten Albums der Band Watchtower. Veröffentlicht wurde das Album 1989, eingespielt wurde es in der Besetzung Alan Tecchio (Gesang), Ron Jarzombek (Gitarre), Doug Keyser (Bass) und Rick Colacula (Schlagzeug).

Control And Resistance stellt eines der wichtigen Werke des Prog-Metal dar, die Band selbst wird zu den Pionieren des Genres gezählt. In Verkaufszahlen schlug sich das leider nicht nieder, immerhin hat die Band bei Fans, Kritikern und Musikern Eindruck hinterlassen - Dream Theater oder auch die Deutschen Sieges Even nennen Watchtower als großen Einfluss. Ansonsten klappte es kommerziell nie - unter anderem aus diesem Grund löste sich die Band nach diesem Album wieder auf.

Die Band, die selbst als große Einflüsse Progbands wie Rush oder UK sowie Bands des frühen NWOBHM nannte, legte auf diesem Album eine individuelle Mischung aus Thrash, Classic-Metal und Prog bzw. Fusionelementen vor. Also Art Prog-Metal, aber am Ende auch einfach ein 'Metalalbum', welches z. B. von der Guitar World in die Liste der Top 10 Shred-Alben der 1980er aufgenommen wurde. Dieses Fachblatt sprach übrigens von einem Mix aus Metallica und Mahavishnu Orchestra und adelte natürlich vor allem den technisch brillanten Gitarristen Ron Jarzombek.

Die Songs

Zunächst legt die Band mit den Songs Instruments of Random Murder und The Eldritch vornehmlich in Thrash-Manier los. Aber: beide Songs sind gespickt mit Tempowechseln und Elementen anderer Genres. Für mich nicht unbedingt Prog-Metal, aber doch weit mehr als Standard-Thrash.

Mayday in Kiev bricht aus dem Schema insofern aus, als die flächigen Akkorde von vorne herein stärker an Fusion denn Thrash erinnern. Dennoch gibt es auch hier wieder auf die 'Mütze', aber weniger brachial als zuvor. Noch stärker in Proggefilde geht es mit The Fall Of Reason. Zunächst eine Sequenz, dann ein vergleichsweise vertracktes Thema, welches in einer Art hartem Fusion ankommt.

Dieses Niveau wird mit dem Titeltrack Control And Resistance locker gehalten. Dream Theater könnten sich hier die eine oder andere Idee geholt haben. Hidden Instincts geht danach etwas direkter Sache, ein weitestgehend thrashiger Song mit einem allerdings angenehm abgedrehten Instrumentalteil.

Life Cycles macht klar, was die Freunde der Guitar World mit dieser Aussage 'Metallica meets Mahavishnu' gemeint haben können. Dangerous Toy bedient abschließend primär das härtere Segment, auch hier geschmückt mit exquisiten Instrumentalteilen.

Fazit

Wir schreiben das Jahr 1989. Dream Theater legten ihr Debütalbum vor, welches, für meinen Geschmack, noch etwas unausgegoren wirkte. Im direkten Vergleich waren Watchtower den Kollegen eine Nasenlänge voraus. Die Band verpackte harten Thrash in eine stellenweise komplexe Mischung höchster Güte. Dabei muss man Thrash-Härte abkönnen, um die komplexen Husarenstückchen so richtig genießen zu können. Wem das vergönnt ist, dem wird ein Prunkstück des Prog-Metal geliefert. Eine Gratwanderung übrigens, welche vielleicht auch den kommerziellen Durchbruch verhindert haben könnte - manchem Proggie war es vielleicht viel zu hart, manchem Metalhead zu komplex. Wer weiß.

Trackliste

  1. Instruments of Random Murder (Keyser) 4:06
  2. The Eldritch (Keyser) 3:17
  3. Mayday in Kiev (Keyser, Jarzombek) 5:48
  4. The Fall of Reason (Keyser) 8:01
  5. Control and Resistance (Keyser) 6:58
  6. Hidden Instincts (Keyser, Jarzombek) 3:51
  7. Life Cycles (Keyser, Jarzombek) 6:48
  8. Dangerous Toy (Keyser, Jarzombek) 4:20

Rezensent: MP