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Albumbesprechung Ursula Creek - Ursula Creek

Interpret: Ursula Creek

Titel: Ursula Creek

Erscheinungsjahr: 1976

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Ursula Creek ist der Titel des Debütalbums der gleichnamigen Band Ursula Creek. Das Album erschien 1976 mutmaßlich als Privatpressung und verbunden mit einer mutmaßlich sehr kleinen Auflage war dem Album damals kein Erfolg beschieden. Immerhin mutierte die Band zu einem Geheimtipp bei Sammlern des Classic-Rock, das Album wurde daher 2012 im Rahmen der Folk Rock Essentials neu aufgelegt.

Die Band kam aus Illinois und bestand aus Ed Culbertson (Schlagzeug, Gesang), Kenny Kastner (Gitarre, Backgroundgesang), Gene Singley (Bass, Backgroundgesang) und Steve Voss (Tasten, Backgroundgesang). Musikalisch orientierte sich die Band, ganz grob, am klassischem härteren US-Rock der frühen 70er. Aber Ursula Creek waren vergleichsweise breit aufgestellt - da treffen klassische Hard-Rock Riffs im Stil Ted Nugent auf gefällige Westcoast Harmonien, groovigen Southernrock ebenso wie Rückgriffe auf den Frisco Psychedelic bis hin zu Elementen des 70s Funk und manche komplexe Struktur.

Interessant kann ein kurzer Blick auf die Geschichte der Band bezüglich ihrer Stilistik sein. Ursula Creek begann als Trio um Culbertson, Kastner und Singley und coverte vor allem Songs von Bloodrock, Kiss, Lynyrd Skynyrd, Chuck Berry - aber auch der Beatles, Stones, Nugent oder Thundermug. Das ohnehin breite Portfolio wurde erweitert, als Keyboarder Steve Voss zur Band stieß. Als Quartett nahm man dieses Album auf, nach der Einspielung soll es bandintern gekracht haben - angeblich gab es Spannungen zwischen Kastner und Voss. Kastner ging, die anderen bildeten die neue Band Cloudburst.

Soviel zur Vorgeschichte, hören wir ins Album rein.

Los geht's mit klassischem US-Hardrock, zumindest tendieren die klassisch harten Gitarrenriffs in Callin' My Name dahin. Aufgelockert wird das Ganze durch einen psychedelischen Break unter Führung von Voss' Keyboards. Dying For You überzeugt wirkt dagegen wie eine blutleere Humble Pie Kopie mit verunglückten Breaks. Besser funktioniert Until The Music Ends mit einer gewissen US-Härte im Stil von Ted Nugent.

Das eingangs erwähnte variablere Konzept wird klar, wenn man Pictures Of Red Roses hört. Der Song verströmt Westcoast Feelling plus Frisco-Psychedelic. Und die Band zieht weiter an, mit Movement kommt sie im anspruchsvollen Classic-Rock an - Prog-Rock wäre übertrieben zu sagen, aber doch ist das Arrangement vergleichsweise komplex.

Im Grund kann die Band danach nicht mehr zulegen. Ganz dem Zeitgeschmack und der Radiotauglichkeit geschuldet ist Will You Shine. Straighter Boogie-Rock im Stil von Gypsy On The Road geht zwar immer, war aber damals schon etwas stark (und oft besser) bespielt worden. Rainy Days bedient die leicht psychedelische Westcoast Ecke mit einer Prise Springfield und CSN&Y, während die Band mit Have You Got Time im damals typischen Funky Rock landet. Auch das können sie durchaus, aber der Song will nicht so recht zum Rest des Albums passen. Zum Abschluss gibt es mit Highlights Of The World einen relativ schnörkellos rockenden Song.

Fazit

Ursula Creek könnte man, ganz pauschal, als eine der typischen Bands des frühen härteren US Rock bezeichnen. Allerdings blieb die Band nicht bei der Formel hart und herzlich stehen, sie bot ein manchmal überbordendes Potpourri unterschiedlicher Styles von Westcoast über Funk, mal seichteres mal komplexeres Material bis hin zu klassischem Rock an. Musikalisch lassen sich Ursula Creek zu keinem Zeitpunkt 'lumpen', aber da Boston 1976 die Latte bezüglich Sound und Güte des härteren AOR ein Stück höher gelegt hatten, wirkten Ursula Creek etwas antiquiert. Ungeachtet dessen hat dieses Album aber reizvolle Momente und mehr Erfolg hätten Ursula Creek in jedem Fall verdient gehabt. Immerhin gab es später eine gewisse Nachfrage und man legte das Album 2012 im Rahmen der Reihe 'Folk Rock Essentials' neu auf. Nun gut, tendenziell ist das eher klassischer Rock und weder im einen noch anderen Genre essenziell, aber das Album ist trotzdem ein Fall für meine Kategorie Hidden Gem.

Trackliste

  1. Callin' My Name
  2. Dying For You
  3. Until The Music Ends
  4. Pictures Of Red Roses
  5. Movement G
  6. Will You Shine
  7. Gypsy On The road
  8. Rainy Days
  9. Have You Got the Time
  10. Highlights Of The World

Rezensent: MP