Beachten Sie bitte vor Nutzung der Webseite die Datenschutzerklärung. Mit Nutzung der Webseite akzeptieren Sie diese.

Anzeige

Albumbesprechung Trapeze - Medusa

Interpret: Trapeze

Titel: Medusa

Erscheinungsjahr: 1970

Genre: Hard-Rock

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Medusa ist der Titel des zweiten Albums der Band Trapeze. Das Album erschien im Spätjahr 1970.

Trapeze war zum Zeitpunkt der Aufnahmen Medusas ein Trio mit Mel Galley (Gitarre), Glenn Hughes (Gesang, Bass) und Dave Holland (Schlagzeug). Das Banddebüt wurde noch mit Sänger John Jones und Keyboarder Terry Rowley realisiert, beide kehrten der Band jedoch nach dem Debütalbum den Rücken. In diesem Fall könnte man sagen, dass sich Personalwechsel auch positiv auswirken können, denn Trapeze legten mit Medusa nach Ansicht vieler Fachleute eines der stärksten Alben des frühen harten UK-Rock vor.

Produzent war John Lodge von den Moody Blues, ein Großteil des Songmaterials stammte von Mel Galley und dessen Bruder Tom, zwei Tracks steuerte Hughes (Seafull, Medusa) bei und ein Song (Your Love is Alright) war eine Trioarbeit von Galley, Hughes und Holland.

Die Songs

Black Cloud macht den Auftakt und lässt gleich mal aufhorchen: glänzender klassischer härterer Rock mit einer gewissen Free-Note. Gitarrist Galley spielt im Kossoff Style minimalistisch, aber auf den Punkt und Hughes shoutet einfach brillant.

Jury beginnt zwar balladesk, entwickelt sich aber zu einem schweren Gitarrenrocker mit einer düsteren Note. Hughes Gesang erinnert mich hier enorm an Ian Gillan.

Your Love Is Alright groovt funky und damit eine gewisse US-Note, allerdings rockt die Band hier auch etwas im Stil von Led Zeppelin.

Touch My Life überzeugt zu Beginn mit einem zwingenden Gitarrenriff, den sparsamen Hi Hats und Hughes Gesang. Mehr würde es m. E. nicht brauchen, die Band legt aber noch etwas zu und kann auch damit überzeugen.

Seafull ist der erste Hughes Beitrag und irgendwie merkt man das auch deutlich. Stilistisch könnte man hier durchaus eine Nähe zur Moody Blues Dramatik feststellen, möglicherweise liegt das auch an John Lodge. Wer weiß.

Makes You Wanna Cry rockt danach wieder in einem Mix aus US-Rock und Led Zeppelin, so würde ich es zumindest in aller Kürze beschreiben.

Medusa ist zum Abschluss eine weitere Hughes Nummer, die zumindest zu Beginn wieder einen gewissen Hang zum Drama hat. Allerdings weicht diese bald einem angenehmen Rockgroove.

Fazit Trapeze ist und war bestimmt keine ganz unbekannte Band, auch das Album Medusa war damals mutmaßlich kein echter Flopp. Andererseits spielten Trapeze im Grund nie in der vorderen Front und die Alben waren keine echten Renner. So gesehen hat man mit Medusa dann auch so ein echtes Hidden Gem vorliegen, denn dieses Album ist einfach richtig gut. Es dürfte zu den unterbewertetsten Alben des klassischen Hard Rock gehören. Überzeugende Songs treffen auf vorzügliche musikalische Leistungen. Hughes ist ein genialer Rocksänger und Bassist, Galley überzeugt mit seinem ökonomischen Rock Style und Holland ist schlicht und ergreifend ein Groovemonster.

Trackliste

  1. Black Cloud 6:13
  2. Jury 8:10
  3. Your Love Is Alright 4:54
  4. Touch My Life 4:06
  5. Seafull 6:34
  6. Makes You Wanna Cry 4:41
  7. Medusa 5:40

Rezensent: MP