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Albumbesprechung Sunblind Lion - Observer

Interpret: Sunblind Lion

Titel: Observer

Erscheinungsjahr: 1976

Genre: Prog, AOR

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Observer war der Titel des Debütalbums der US Band Sunblind Lion, welches im Jahr 1976 erschien. Die Band aus Wisconsin konnte mit dem Album bzw. konkret mit den Titeln Cat Eyes und Jamaican Holidays zwar ein ordentliches Radio Airplay verzeichnen, ansonsten fiel das Album damals sozusagen 'unter den Tisch'.

Die Band, das waren Keith Abler (Gesang, Gitarre), Dave Steffen (Lead-Gitarre, Gesang), Dave Hassinger (Schlagzeug), Steve Olschesky (Bass) und Duane Abler (Keyboards, Gesang). Musikalisch konnte man die Band in den Bereich härteren AOR mit progressiven Elementen einordnen. Sunblind Lion waren damals oft als Vorgruppe z. B. mit Boston, Styx und Rush unterwegs. Zu mehr reichte es nicht, wenn man so möchte waren Sunblind Lion also eine Band aus der oft zitierten zweiten Reihe.

Da kann man nichts machen, aber der von der Band anvisierte Markt war damals einfach sehr stark bespielt. An den musikalischen Leistungen lag es bei den US-Bands selten, so auch bei Sunblind Lion.

Die legen mit Ride The Wind gleich einmal gut los, für mich hört sich das an wie ein Mix aus Uriah Heep und Kansas. Klingt komisch, ist aber irgendwie so. Der Song rockt gut im Stil von Uriah Heep mit deren bekannten Gesangsharmonien, dazu gesellt sich eine subtile Komplexität, welche man im weiteren Sinn mit dem etwas härteren US-Prog der Marke Kansas in Verbindung bringen kann.

Mit Cat Eyes und Jamaican Holiday folgen die eingangs erwähnten bekannteren Bandsongs, welche damals auch öfter im US-Radio gespielt wurden. Für meinen Geschmack liegt genau da vielleicht der berühmte Hase im Pfeffer, denn beide Songs fallen klar ab. Das ist zwar musikalisch gut gemacht, aber weder Cat Eyes mit der etwas rührseligen Burton Cummings/Guess Who Note plus etwas R'n'B Feel noch Jamaican Holiday - zwar mit Anleihen an Steely Dan und 10CC, aber dazwischen unnötigem Schmalz und zu oft gehörtem Boogie-Rock - können überzeugen.

(Make it) Last Another Day wirkt danach wie ein Rundumschlag, mit dem die Band vielleicht etwas zuviel präsentieren möchte. Da hört man UK Folk Prog, etwas US-Prog und Beatles Harmonien heraus. Games of the Lonely überzeugt mich vor allem in den Interludes mit den fetten Synthie-Sounds. Im Grund scheint der Song eine Art Appetizer zu sein, denn mit Spring Essence und Observer folgen nicht nur die längsten, sondern auch die "progressivsten" Tracks des Albums. Für mich ganz klar die Highlights.

Fazit Sunblind Lion waren eine gute Mannschaft, die es auf dem Album musikalisch jederzeit gut gebacken bekommt. Leider 'verliert' sich die Gruppe immer wieder im Dschungel des AOR. Zumindest gefällt mir diese Seite der Band weniger gut und sie spielte damit auch in den Weiten der US-Szene, die in dem Bereich ohnehin übermäßig bestückt war. Sehr viel besser wird es immer, wenn sich die Band in progressivere Gefilde begibt. Mit Games Of The Lonely und vor allem Spring Essence und Observer schippern die Jungs in den Gewässern des symphonischen Prog - wenn man so will. Vielleicht hätte es für mehr gereicht, wenn man sich eher Richtung Prog und weniger hin zum AOR orientiert hätte, wer weiß. Egal, mit Observer legte die Band dennoch ein hörenswertes Album vor; kein Must Have, aber vielleicht ein 'should listen to' und ein Fall für meine Sektion "Hidden Gems".

Trackliste

  1. Ride the Wind 5:26
  2. Cat Eyes 3:13
  3. Jamaican Holiday 5:56
  4. (Make it) Last Another Day 6:48
  5. Games of the Lonely 4:00
  6. Spring Essence 8:30
  7. Observer 10:36

Bonus Tracks

  • Amy´s Song 3:46
  • On A Clear Night 3:08

Rezensent: MP