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Albumbesprechung Silverhead - Silverhead

Interpret: Silverhead

Titel: Silverhead

Erscheinungsjahr: 1972

Genre: Glam-Rock, Pub-Rock

Bewertung: Wertung: 9 von 10 Sternen

(9/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Silverhead ist der Titel des 1972 erschienenen Debütalbums der gleichnamigen Band Silverhead.

Die Band wurde 1972 von Frontmann Michael Des Barres (Gesang) formiert, mit dabei waren Robbie Blunt (Gitarre), Rod Rook Davies (Gitarre, Percussion, Gesang), Nigel Harrison (Bass) und Pete Thompson (Drums, Percussion, Keyboards, Gesang). Bei Purple Records nahmen Silverhead ihre einzigen beiden Alben auf.

Silverhead tourten u. a. als Vorband für Nazareth und Osibisa und konnten sich als Stammband des Dagenham Roundhouse etablieren. Ungeachtet der vielversprechenden Ansätze löste sich die Band noch vor Release des geplanten dritten Albums Mitte 1974 auf. Des Barres war später u. a. bei Detective und Power Station, konzentrierte sich dann auf die Schauspielerei. Harrison war später bei Blondie, Blunt machte sich als Studiogitarrist u. a. für Robert Plant einen guten Namen.

Soweit zur Band, nun zur Musik. Silverhead wird in der Regel dem Glam-Rock zugeordnet. Das mit dem Glam-Rock ist immer so eine Sache. Was wurden wir damals überhäuft mit teilweise reichlich unausgegorenem Material. Aber der Glam hatte seine guten Seiten und Silverhead war eine davon.

Die Songs

Long Legged Lisa beginnt verhalten und mit gutem Groove und dem typischen Boogiefeeling. Dazu gibt es einen relativ lasziven Gesang, alles ist relativ gitarrenlastig. Im Grund wird alles geboten, was man damals von dieser Art Musik wollte. Extrem unterhaltsam, durchaus witzig. Perfekter Einstieg. Und so geht es weiter - schöner Groove mit Cowbells und cooles Gitarrenriff auf Underneath The Light. Im Grund würde ich hier aber auch schon von einer 'schwitzigen' Form des Pub-Rock sprechen.

Ace Supreme drückt noch etwas stärker und wirkt aufgrund des höheren tempos etwas härter. Erneut eine perfekte Inszenierung. Johnny nimmt als Akustikballade Druck vom Kessel. Balladen gehörten schon immer zum Handwerk, die Band überrascht damit nicht, aber sie überzeugt auch hier. Im Balladenbereich bleibt die Band mit In Your Eyes, mehr Piano und irgendwie mächtig. Dazu eine gewaltig Prise Marriott. Alles zweifellos nicht neu, aber einfach nur geil präsentiert. Sorry, aber anders kann man es nicht sagen.

Die damalige B-Seite wurde mit dem druckvollen Rolling With My Baby eröffnet und zeigt, dass die Band auch mit 'Gebläse' überzeugt. Wounded Heart, der Titel lässt es erahnen, bedient eine andere Schiene - Herz-Schmerz. Klingt problematisch, aber selbst diese Klippe umschifft die Band ohne Schaden.

Sold Me Down the River rockt danach bodenständig im Boogiestil des Glam. Auch wenn der Refrain irgendwie nach Gospel klingt, fühle ich mich bei dem Song erstmals etwas an T. Rex erinnert. Ich weiß nicht einmal genau warum. Rock And Roll Band legt zu, mehr Druck bei gleichzeitig gefälliger Strophe und eingängigem Refrain. Silver Boogie rundet die Sache in aller Kürze perfekt ab, ein schmissiger Boogie mit brachialem Groove.

Fazit Was Classic-Rock genau ist, wer weiß es schon. Es umfasst fast alles der frühen 1970er und damit auch Silverhead. Silverhead sind in jedem Fall ein gelungenes Stück Classic-Rock. Das rockt und rollt grandios, auch die Balladen sind mitreissend. Diese Band kann einen durchgängig gut unterhalten, sie war als Team perfekt aufeinander abgestimmt, dazu hatte sie einen prächtigen Vorturner namens Des Barres. Für mich bietet diese Album perfekten Rock'n'Roll, keinen reinen Glam, ich würde von einem guten Pub-Rock sprechen plus Faces-Feeling. Grandios, so ein Album darf nicht in Vergessenheit geraten.

Trackliste

  1. Long Legged Lisa 3:38
  2. Underneath The Light 5:24
  3. Ace Supreme 2:58
  4. Johnny 4:24
  5. In Your Eyes 6:05
  6. Rolling With My Baby 3:52
  7. Wounded Heart 5:23
  8. Sold Me Down the River 4:26
  9. Rock And Roll Band 5:35
  10. Silver Boogie 0:54

Rezensent: MP