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Albumbesprechung Raw Material - Time Is

Interpret: Raw Material

Titel: Time Is

Erscheinungsjahr: 1971

Genre: Prog-Rock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Time Is ist der Titel eines Albums der Band Raw Material, veröffentlicht wurde es im Jahr 1971. Es war das zweite Album und gleichzeitig das letzte offiziellr Album von Raw Material.

Eingespielt wurde Time Is in der Besetzung Dave Greene (Gitarren), Phil Gunn (Bass, Akustikgitarren), Colin Catt (Gesang, keyboards), Paul Young (Schlagzeug, Percussion) und Michael Fletcher (Saxofon, Flöte, Gesang). Kommerziell war das Album kein besonderer Erfolg, im Nachhinein zählt man Time Is aber zu den so genannten verborgenen Schätzen der frühen 1970er. Ungeachtet dessen schaffte es Raw Material nie ganz nach oben und löste sich mutmaßlich aus dem Grund nach dem Release auf.

An was es lag, darüber kann man spekulieren. Tatsächlich sind die Meinungen zur Band bzw. zu diesem Album doch sehr unterschiedlich. Für den einen legten Raw Material ein Album vor, welches durchaus von einem eigenständigen Sound geprägt war und daher mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt hätte. Für andere war und ist der musikalische Erguss der Band eher zweitklassig.

Kann man so oder so sehen. In jedem Fall hatte die Band einen speziellen Mix im Angebot. Im Opener Ice Queen erinnert die Band mit dem Hauptriff an King Crimson, andererseits hat die Band musikalisch etwas von Van Der Graaf, Colosseum und Atomic Rooster.

Bei Empty Houses erinnern die griffigen Gitarrenriffs durchaus an The Who, wobei der Song an sich komplexer aufgebaut ist. Gegen Ende meine ich sogar Gitarrenlinien zu vernehmen, welche später in der Form z. B. bei Wishbone Ash (Throw Down The Sword) vorkamen.

Insolent Lady ist eine dreiteilige Suite, die nach einem ansprechenden Akustikteil in einen zeittypischen Prog im Stil von King Crimson bis Van der Graaf mündet und mit einer Variation des Anfangsthemas endet.

Miracle Worker erinnert manchmal an Beggars Opera, stellenweise gibt es etwas Take Five Feeling und die relativ eingängigen Strophen nehmen etwas vom frühem Post-Punk der 80er vorweg.

Religion wirkt wie eine softe Uriah Heep Version plus Saxofon und psychedelischen Beatles.

Sun God beendet das Album als dreiteilige Suite. Der Aufbau ähnelt Insolent Lady insofern, dass es auch hier musikalisch eine Art Sandwich ist. Allerdings erinnern die ruhigeren Teile eher an die frühen spacig-psychedelischen Pink Floyd, dazu gibt es etwas Prog im Stil von Van Der Graaf Generator und etwas aus der psychedelischen Beatles-Phase.

Fazit Wer auf der Suche nach so genannten Hidden Gems der 1970er ist, dürfte irgendwann auf die Band Raw Material stoßen. Die legte mit ihrem ersten Album noch ein etwas unfertiges Stück vor, festigte sich auf diesem zweiten Album aber deutlich. Sie fand ihren eigenen Stil, in dem sie einen vielschichtigen Mix von King Crimson über Van Der Graaf Generator, frühe Pink Floyd und psychedelische Beatles bis hin zu Anleihen an den härteren Rock im Stil von Uriah Heep anbot. Wer verborgene Schätzchen heben möchte, kann hier dann auch tatsächlich fündig werden. Für mich persönlich fehlt ein Quäntchen, aber interessanter Stoff ist das allemal.

Trackliste

  1. Ice Queen 6:42
  2. Empty Houses 7:29
  3. Insolent Lady 8:51
  4. a)By The Way b)Small Thief c)Insolent Lady
  5. Miracle Worker 4:45
  6. Religion 4:25
  7. Sun God 11:14
  8. a)Awakening b)Realisation c)Worship

Rezensent: MP