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Albumbesprechung PAKT - PAKT

Interpret: PAKT

Titel: PAKT

Erscheinungsjahr: 2021

Genre: Instrumental, Experimental

 

Rezension/Review

Pakt ist eine Art Liveprojekt der namensgebenden Musiker Percy Jones (Bass), Alex Skolnick (Gitarre), Kenny Grohowski (Schlagzeug) und Tim Motzer (Gitarre) (der Bandname setzt sich aus dem jeweils ersten Buchstaben der Vornamen zusammen). Das mir vorliegende Doppelalbum ist ein Livemitschnitt einer Performance der Musiker im ShapeShifter Lab Brooklyn vom August 2020, offizielles Releasedatum war Juli 2021.

Ein schwergewichtiges Projekt, bei den Namen würde ich ganz verhalten den Begriff Supergroup bemühen. Immerhin ist Jones als ehemaliges Brand X Mitglied eine echte Hausnummer, Skolnick dürfte der Fan u. a. von den Thrashern Testament und diversen Fusion-Projekten kennen. Grohowski ist ebenfalls gut rumgekommen und war u. a. auch bei Brand X, Motzer war zuletzt u. a. immer wieder mit Markus Reuter aktiv.

Was dabei herauskommen kann, kann man erahnen, aber doch nur ungefähr. Ich muss vorwegnehmen, dass ich am Ende irgendwie überfordert war. Dabei beginn alles mit relativ ruhigen Soundscapes auf Emergence, vor allem getragen von Motzer und Skolnick mit zurückhaltendem Drumming und etwas unruhigem Bass (wenn man ihn denn hören kann). Der Song entwickelt sich stetig und steuert fast unbemerkt in den 'Höhepunkt', um danach wieder in die ruhigen Gefilde zurückzugleiten. Interessanter Track, der fast übergangslos in Soundscapes von Over Strange Lands findet. Das ist alles wesentlich experimenteller und eine Songstruktur schwer erkennbar.

The Mystery ist erwartungsgemäß mysteriös und erneut vor allem ein Song bestehend aus Collagen und Impros, manchmal erinnert die Mischung an den frühen Kraut. The Unsilence macht dort weiter, allerdings in einer - wenn man davon sprechen kann - klareren Struktur mit einer Ambientartigen Stimmung. Abgeschlossen wird die erste Disc von den Brothers Of Energy, mit dem Song wird irgendwie klar, was Pakt als Energie bezeichnen - experimentelle Collagen, mehr oder wenige reine Improvisation ohne einen auf Anhieb erkennbaren roten Faden.

Im Liner Text ist zu lesen von 'New Sonic Wrinkles' im zweiten Set. Keine Ahnung, es ist mutmaßlich dann klar zu beurteilen, wenn der Zugang im ersten Set gelungen ist. Leider muss ich da passen. Was zu hören ist, ist vergleichbar mit dem zuvor Geschehenen: viele experimentelle Collagen, mutmaßlich reine Improvisation und das alles auf den jeweiligen Talenten der Musiker beruhend. Die kann man keinem im Quartett absprechen und sie frönen ihren Vorlieben ausgiebig.

Fazit Damit würde ich auch zum Schluss kommen: Pakt ist m. E. vor allem ein Projekt der vier Musiker, die sich hier verwirklichen. Ihre Qualitäten zeigen sie praktisch alle, schade nur, dass ausgerechnet der verehrte Percy Jones ins Abseits gemischt wurde. Davon abgesehen muss ich persönlich praktisch komplett passen. Ich verlor früh den Anschluss, kam zu Beginn von Drifts And Allignments nochmal zurück, war wieder aus dem Spiel - konnte bei The Great Spirit wieder kurz einsteigen und dann war ich wieder irgendwo ganz anders. Will sagen: ich konnte dem Geschehen nie dauerhaft folgen, der berühmte rote Faden ging mir ab. Am Ende wurde mir daher auch nicht klar, ob es sich aufgrund der Untertitel um irgendeine Form von Konzept gehandelt haben könnte. So ganz insgeheim muss ich zugeben, dass ich von dem Format etwas mehr erwartet hätte…

Trackliste

CD1 The Undistance

  1. Emergence 12:23
  2. Over Strange Lands 7:49
  3. the Mystey 12:46
  4. The Unsilence 6:18
  5. Brothers Of Energy 9:59

CD2 the Sacred Ladder

  1. Perseverance 8:05
  2. The Sacred Ladder 7:25
  3. Drifts & Allignments 11:42
  4. Night Crossings 6:12
  5. The Great Spirit 10:42
  6. Departure Sanctuary 7:37
  7. Cosmic Fire 5:15

Rezensent: MP