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Review Mahogany Frog - In The Electric Universe

Interpret: Mahogany Frog

Titel: In The Electric Universe

Erscheinungsjahr: 2020

Genre: Psychedelic, Post-Rock, Kraut, Electronica

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

In The Electric Universe ist der Titel eines Album der kanadischen Band Mahogany Frog. Das Album erschien im Dezember 2020 auf Vinyl bzw. im März 2021 Digital bei MoonJune.

Eingespielt wurde das Album in der Besetzung Graham Epp / guitar, keyboards, Jesse Warkentin / guitar, keyboards, Scott A. Raizenne Ellenberger / bass, synthesizers und Andy Rudolph / drums, synthesizers, sampling

Mahogany Frog ließen sich viel Zeit, das Vorgängeralbum Senna stammt aus dem Jahr 2012. Untätig waren die Musiker aber nicht, das Material für dieses Album wurde sozusagen in dieser langen Phase entwickelt. Man kann daher davon ausgehen, dass sich die Band musikalisch weiterentwickelt hat.

Die Songs

Theme from P.D. führt den Hörer zunächst einmal in eine besondere Welt, für mich hört es sich an wie ein Highlander Pipetrupp der im Nahen Osten aufmarschiert. Klingt sonderbar, ist aber eben Mahogany Frog und sie legen nach: eine Art Psychedelic mit einem Groove, der an Deutsche Elektroniker erinnert. Danach wird es rockiger im Stil des 90s Postrock, dazwischen viel Blubbern und Zischen, sanfte Grooves treffen auf harte Grooves, Retro auf Moderne.

Cube beginnt mit abgedrehten Psychedelischen Fuzz-Sounds, im Hintergrund perlen Keyboardarpeggien und dazu gibt es einen vergleichsweise konventionell druckvollen Drumgroove. Mit den dunklen doomigen Gitarren ein interessanter Kontrast.

(((Sundog))) ist der bei weitem längste Track und Mahogany Frog nutzen die Lauflänge, um den Hörer in ihre Welt zu entführen. Immer etwas krautig, mal pastoral und durchaus romantisch, dann wilder und psychedelic, dann mit Canterbury-Sounds im klassischen Prog landend und schließlich noch mit etwas Floydscher Psychedelic und Space-Rock gewürzt.

Der nächste Song der mir vorliegenden CD müsste Psychic Police Force sein. Hier gibt es zunächst eine wilde Gitarrenlastige Psychedelic-Orgie im Stil der Woodstock Hendrix Star Spangled Banner Sache, welche in einen groovigen Teil mit Elementen von Psychedelic bis Prog mündet. Mit den gut nachvollziehbaren Leitmotiven der Gitarre würde ich dabei von einer Art Post-rock sprechen.

Floral Flotilla [Sail To Me My Love In Your ...] würde ich auch im Post-Rock verorten, dazu gibt es synthetisch wirkende Drums im Dancefloorstil. Der Song verströmt bisweilen eine eingängige Popnote (auch wenn es natürlich kein Pop ist!) und wirkt auf mich nicht so ganz stimmig.

Octavio bildet den Abschluss und erneut liefern Mahogany Frog eine schöne Mischung aus ihrer eigentlichen Welt - zwischen Camel und Genesis, modernem Post-Rock, Berliner Schule.

Fazit Mahogany Frog machen es stellenweise spannend. Da war die lange Wartezeit auf eine neues Album, dann kommt sie mit einer etwas verwirrenden CD-Titelfolge. Ich gehe davon aus, dass die genannte Länge zu den Tracks passt und komme so zu 'meiner' Titelfolge. Ob es ein Makel ist oder nicht, ist am Ende egal - denn die Band überzeugt musikalisch einmal mehr. Ich würde dabei von einer Weiterentwicklung sprechen, neben Psychedelic und Prog gibt es hier einige moderne Grooves und Electronica und mit dem Mix könnte man die Band durchaus dem Post-Rock zuordnen. Darüber kann man diskutieren, aber auch die Standortbestimmung ist am Ende weniger wichtig. Senna fand ich zwar etwas spannender, aber In The Electronic Universe ist auch ein überdurchschnittlich gutes Album.

 

Trackliste

mutmaßliche Titelfolge meiner CD

  1. Theme Prom P.D. 14.13
  2. Cube 5.18
  3. (((Sundog ))) 17.41
  4. Psychic Police Force 6.57
  5. Floral Flotilla (Sail To Me...) 5.37
  6. Octavio 8.20

Tracklist gem. Sleeve

  1. Theme From P.D. (14:13)
  2. Psychic Police Force (6:57)
  3. Floral Flotilla [Sail To Me My Love In Your ...] (5:37)
  4. CUbe (5:18)
  5. Octavio (8:20)
  6. (((Sundog))) (17:41)

Rezensent: MP