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Albumbesprechung Liquid Tension Experiment - Liquid Tension Experiment 2

Interpret: Liquid Tension Experiment

Titel: Liquid Tension Experiment 2

Erscheinungsjahr: 1999

Genre: Instrumental, Progressive-Rock

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Liquid Tension Experiment 2 war der zweite Streich des Superstarprojekts Liquid Tension Experiment. Das Album wurde im juni 1999 bei Magna Carta veröffentlicht.

Die Besetzung an sich blieb gleich mit Mike Portnoy (Drums, Percussion), Tony Levin (Bass, chapman Stick), Jordan Rudess (Keyboards) und John Petrucci (Gitarren). Ein gewisse Veränderung aber hatte sich ergeben: Rudess war mittlerweile Stammkeyboarder bei Dream Theater geworden. So gesehen waren nun tatsächlich drei Dream Theater Mitglieder im LTE Team.

Ansonsten konnte man auf eine gewisse musikalische Fortsetzung des ersten Albums hoffen. Die Band wollte jamlastigen modernen Prog im vornehmlich härteren Gewand ohne Gesang einspielen. Rein formal konnte man auf Anhieb aber einen anderen Songaufbau feststellen: es fehlten die ganz kurzen Songs, welche auf dem Debüt vorhanden waren ebenso wie ein extremer Longtrack. Ungeachtet dessen war auch hier das Spektrum groß, vom Vierminüter bis hin zum langen Track über 16 Minuten war alles vorhanden. Dafür setzten sich die neuen musikalischen Freunde Petrucci und Rudess aber mutmaßlich durch, indem sie den Kompositionen von vorne herein eine klarere Struktur verleihen wollten. Zweifellos besser für den klassischen Dream Theater Fan, schlechter für Freunde des mehr oder weniger improvisierten Jams. Und für Portnoy nicht mehr das, was er ursprünglich wollte. Er legte im Anschluss an den Release das Projekt zunächst mal auf Eis.

Die Songs

Ähnlich dem Debüt wird auch dieses Album mit einem mächtigen Kracher eröffnet. Acid Rain wird durch heftiges Riffing von Petrucci und Levin vorangetrieben, mit Einsetzen der Keyboards kommt die Band in der Dream Theater Welt an. Dream Theater in Instrumental und gutem Druck. Kaum verwunderlich, dass die Band auf den Live Scenes Motive des Songs spielte.

Biaxident ist ein weiterer Beleg dafür, dass Petrucci und Rudess dieses LTE Album sehr nahe an Dream Theater rücken.

914 löst sich etwas von Dream Theater, zunächst wirken Portnoy und Levin tonangebend, dazu stößt später Rudess. Interessanter Track, den man als modernen Jazz-Fusion bezeichnen könnte.

Another Dimension wirkt verspielt, bewegt sich musikalisch m. E. irgendwo zwischen Metropolis und Six Degrees. Abwechslungsreich wie eine Reise von Paris über Valencia bis in den Orient.

When The Water Breaks hat erneut etwas von allem, vielleicht etwas zuviel. Ein Ritt durch alle Stilistiken mit abrupten Wechseln und allerlei Effekten. Die Herren schütten einmal mehr das musikalische Füllhorn über den Hörer…

LTE legen mit Chewbacca nach, ein prächtiger gitarrenlastiger Kracher der einen der vielen Einflüsse Petruccis erkenenn lässt - Steve Vai lässt grüßen. Für Gitarristen ein Highlight, im Verlauf zudem ein gelungener Jam, der hier und da ins psychedelische driftet.

Liquid Dreams wird zunächst von Rudess bestimmt. Er legt den Pianoteppich für einen Song, der stellenweise erstaunlich eingängig wirkt, aber auch einen jazzigen Hau hat. Eleganter Jazz-Fusion, würde ich sagen.

Hourglass rundet das Album ab, ein Song, der gemäß Petrucci in den Wee Hours realisiert wurde und genauso klingt. Sehr entspannte Atmosphäre mit Piano und Akustikgitarre.

Fazit Gutes von der Mannschaft zu erwarten, erscheint selbstverständlich. Dass sich LTE auf dem zweiten Album steigern würden, war nicht unbedingt klar oder zu erwarten. Natürlich ist es eine individuelle Einschätzung, aber in der Regel wird dieses zweite LTE Album etwas höher bewertet als das erste Album. Ich sehe das ähnlich, mutmaßlich hängt es einfach am besseren Zugang. Der Jamfaktor musste sozusagen einer strikteren Formgebung weiche - teilweise zumindest. Sehr zum Unmut von Portnoy, für den LTE damit eindeutig zu nahe an Dream Theater lagen. Dafür umso besser für klassische Dream Theater Fans und perfekt für alle, die Dream Theater zwar mögen, aber etwas mit La Bries Gesangsbeiträgen fremdeln.

Trackliste

  1. Acid Rain 6:36
  2. Biaxident 7:40
  3. 914 4:01
  4. Another Dimension 9:50
  5. When The Water Breaks 16:58
  6. Chewbacca 13:35
  7. Liquid Dreams 10:48
  8. Hourglass 4:25

Rezensent: MP